Zell

Gelebte soziokulturelle Inklusion im Kulturkeller

Silvia Kirchhof, Achim Hofmann und Carolin Auer bei ihrem Auftritt im Kulturkeller.
Silvia Kirchhof, Achim Hofmann und Carolin Auer bei ihrem Auftritt im Kulturkeller. Foto: Sabine Pichler

Die Idee zu einem Konzertnachmittag für Menschen mit und ohne Demenz hatte das Kommunalunternehmen des Landkreises Würzburg (KU). Mit diesem ganz besonderen Konzertangebot griffen die Kulturbrücken Bestrebungen aus dem seniorenpolitischen Gesamtkonzept des Landkreises auf, das Angebote zur Freizeit, Begegnung und Kommunikation für besondere Zielgruppen beinhaltet.

Im Herbst 2018 waren die Organisatoren des Projekts an Bürgermeisterin Anita Feuerbach herangetreten und brachten den Kulturkeller mit barrierefreiem Zugang als einen geeigneten Auftrittsort für die Veranstaltungsreihe ins Spiel. Sofort war man bereit, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Kultur teilzunehmen, heißt es in einer Pressemitteilung. Um Demenzkranken und ihren Angehörigen aus Zell und dem Landkreis die Möglichkeit der Teilhabe zu geben, opferten die ehrenamtlichen Helfer des AK-Kulturkellerteams gerne einen Sonntag-Nachmittag.

Der Kulturkeller war mit knapp 50 Gästen gut besucht und nach der Ansprache von Elisabeth Kahr vom Kommunalunternehmen freute man sich auf unvergessene Lieder und Filmmelodien von Zarah Leander, Marlene Dietrich, Heinz Rühmann und Hans Albers, dargeboten von Silvia Kirchhof mit Achim Hofmann am Piano und der Tänzerin und Sängerin Carolin Auer.

Kirchhof war bei diesem Projekt nicht nur Akteurin auf der Bühne, sondern hat das Programm konzipiert. Die Interaktion mit dem Publikum war Kirchhof dabei sehr wichtig. „Insofern soll die Veranstaltung zwar ein besonderes Publikum ansprechen und ein besonderes Erlebnis, aber zugleich ganz normal wie jedes andere Konzert sein – heiter, frech, sinnlich und besinnlich, so wie das Leben eben ist“, sagt die Künstlerin.

Und diese Aufgabe haben Kirchhof, Auer und Hofmann brillant gelöst. Vom ersten Lied an, sangen die Gäste dazu, erfreuten sich an den Verkleidungen und Verwandlungen und schunkelten unaufgefordert mit. Dass viele Erinnerungen an erfahrene Liebe und das Leben in all seinen Facetten wach wurden, spürte man im ganzen Raum. Die eine oder andere Träne durfte fließen, denn die Gäste fühlten sich in eine andere Zeit versetzt, aber doch umgeben von gleich fühlenden und vertrauten Menschen.

Das Erlebte wurde bei Liedern wie „Mein kleiner grüner Kaktus“, „Kann denn Liebe Sünde sein“, „Regentropfen, die an dein Fenster klopfen“, „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“  durch die Kostümierung und den Tanz noch lebendiger. Mit „Lili Marleen“, das seinerzeit von Millionen Soldaten auf beiden Seiten der Fronten in Erinnerung an ihre Liebste zu Hause gesungen wurde und das wie ein Bild in vielen Herzen und Seelen verankert schien, verabschiedeten sich die Künstler.

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