WÜRZBURG

Gelungener Start für das Central: 230 Menschen besitzen ein Kino

Lang, lang ist's her: Das „City“ in der Haugerpfarrgasse war das letzte echte Programmkino. Es schloss Ende 1999. Foto: ArchivTheresa Müller
Obwohl das neue Programmkino namens „Central“ in der Aula der Mozart-Schule erst am 4. November eröffnet wird, gab's bei der Informationsversammlung der Kino-Genossenschaft schon eine Filmpremiere: Oberbürgermeister Georg Rosenthal, der terminlich verhindert war, grüßte die künftigen Kino-Mitbesitzer von der Leinwand in der Aula. Er freue sich auf die neue Film-Spielstätte und werde auch Anteile an der Genossenschaft zeichnen, versprach Rosenthal in seiner Videobotschaft, die rund 250 Film- und Kinointeressierte verfolgten.

Weit über 100 bekundeten ihr Interesse an einer ehrenamtlichen Mitarbeit, mit der der Betrieb gestemmt werden soll, sei es als Filmvorführer, Umbauhelfer, Programmgestalter oder Filmplanverteiler. 230 taten zudem das, was auch Anlass der Versammlung war: Sie unterzeichneten eine Mitgliedschaft in der Anfang September gegründeten gemeinnützigen Programmkino-Genossenschaft. Das kostet mindestens einen Anteil von jeweils 100 Euro.

Somit hat die Kinobetreiber-Genossenschaft schon über 20 000 Euro beisammen. Um die Mozart-Aula in den nächsten Wochen in einen Kinosaal zu verwandeln, sind rund 50 000 Euro für Projektorkabine, Projektor, Leinwand, Vorhänge und Kinosessel veranschlagt. Die Hälfte davon soll mit Genossenschaftsanteilen finanziert werden, der Rest durch Förder- und Sponsorengelder. Das Inventar ist weitgehend mobil, soll die Aula doch nur Übergangsspielstätte sein.

Mit der Anzahl von auf Anhieb über 200 Genossenschaftsmitgliedern ist Aufsichtsratsvorsitzender David Herzog sehr zufrieden. Weitere Interessenten und Kinofreunde können jederzeit Anteile zeichnen, bis zu 20 pro Person.



„Das Kino muss wirtschaftlich arbeiten“, macht Herzog deutlich und sei trotz willkommener Anschubhilfe durch die Stadt eine unabhängige Einrichtung: „Wir wollen nur eines, gutes Kino machen.“

Dafür ist maßgeblich Heidrun Podszus, Vorsitzende des fünfköpfigen Vorstands zuständig. Die Filmverleiherin hat einen erfahrenen Helfer an ihrer Seite: Arnold Schatzler, jahrzehntelang fürs Programm im Ende vergangenen Jahres geschlossenen Corso-Kino zuständig und bei der Filminitiative aktiv, freut sich, dass er wieder mitmischen kann. „Ich will ja auch gute Filme sehen“, sagt der 74-Jährige.

Das werden in erster Linie Autoren-, Erstlings-, Dokumentar-, Kurz-, Kinder- und Kultfilme aus Europa und Deutschland sein. Zum Auftakt am 4. November gibt's eine italienische Filmwoche. Das erste Monatsprogramm soll am 15. Oktober präsentiert werden.

Zwischen fünf und acht Euro soll der Eintrittspreis liegen. Bei den Besucherzahlen kalkuliere man fürs erste Jahr laut Herzog vorsichtig: mit einer durchschnittlichen Auslastung pro Vorführung von 15 Prozent – bei einem siebentägigen Spielbetrieb mit jeweils zwei Vorstellungen an vier sowie drei Vorstellungen an drei Tagen. Das sind rund 24 000 Besucher im Central, das knapp 200 Sitzplätze bietet. 148 000 Euro Einnahmen stünden 130 000 Euro Kosten gegenüber.

Geplant ist auch ein kleiner Gastronomiebereich. Einen Vorgeschmack bot Peter Grethler. Der Geschäftsführer der Distelhäuser-Brauerei und Mitglied im Kino-Aufsichtsrat hatte sechs Kästen Freibier zur Versammlung mitgebracht.

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