VEITSHÖCHHEIM

Gemeinderat billigt einen 540 000 Euro-Zuschuss

Die Westansicht - Hier erhält der Kindergarten als wesentliche Neuerung auf der Fläche links vom Baum einen erdgeschossigen Anbau. Der bisherige Eingang muss dadurch ums Eck nach rechts in die Westwand verlegt werden.
Die Westansicht - Hier erhält der Kindergarten als wesentliche Neuerung auf der Fläche links vom Baum einen erdgeschossigen Anbau. Der bisherige Eingang muss dadurch ums Eck nach rechts in die Westwand verlegt werden. Foto: Dieter Gürz

Am 3. Oktober 1993 wurde der nach den Plänen des Architekten Walter Schilling von der Katholischen Kirchenstiftung St. Vitus errichtete Kindergarten Sankt Martin eingeweiht als der „neueste“ unter den fünf Veitshöchheimer Kindergärten.

Sanierung beschäftigt den Gemeinderat.

23 Jahre nach der Einweihung steht der katholischen Kinderbetreuungseinrichtung mit ihren 50 Kindergarten- und 12 Kinderkrippenplätzen nun eine fast 1,8 Millionen Euro teure Investition ins Haus, die nun auch den Gemeinderat beschäftigte. Sie beschert der Gemeinde nach dem einstimmig gefassten Beschluss einen bis dato noch nicht in der Finanzplanung für die Jahre 2017 und 2018 vorgesehenen Kostenanteil von 540 000 Euro.

Wie Bürgermeister Jürgen Götz, ausführte, geht es bei dieser Investitionssumme nicht darum, einen zusätzlichen Bedarf an Kindergarten- oder Krippenplätzen zu befriedigen.

Vielmehr sollen die in die Jahre gekommene bauliche Substanz instandgesetzt, den verschärften Brandschutzbestimmungen für die im Obergeschoss liegenden beiden Gruppenräume durch einen zweiten Rettungsweg Genüge getan und einige Räumlichkeiten den geänderten heutigen Betriebsanforderungen angepasst werden.

Der Personalraum viel zu klein.

So ist der für die derzeit zehn Beschäftigten vorgehaltene Personalraum viel zu klein. Er wird nach dem Vorentwurf der Atelier Fischer Architekten GmbH in Würzburg um den Raum der danebenliegenden bisherigen Küche vergrößert.

Nicht mehr zeitgemäß ist auch, die in der Küche zubereiteten Essen zur Einnahme in die Gruppenräume zu bringen. Die Ersatzküche und der dazugehörige Speiseraum lassen sich nur in einem Anbau unterbringen. So erhält der Kindergarten als wesentliche Neuerung im Bereich des bisherigen Eingangs einen erdgeschossigen Anbau in Holzbauweise mit begrüntem Flachdach mit geschätzten reinen Baukosten von 396 000 Euro.

Im Anbau sind mit einer Nutzfläche von 93 Quadratmetern ein auch für Kindergartenfeste optimal nutzbarer Essbereich mit Foyer, eine Küche mit Vorratsraum sowie eine Garderobe, ein Gäste WC mit Behinderten-Dusche und Räume für Müll und Kinderwägen vorgesehen.

Die Treppe im Foyer zum Obergeschoss muss an die gegenüberliegende Wand verlegt werden, da hier der neue Eingang seinen Platz findet.

Ein Balkonanbau mit Zugängen von den beiden Gruppenräumen.

Unverändert bleiben der Turnraum im Erdgeschoss und im Obergeschoss die beiden Gruppenräume und der Ruheraum. Problematisch ist hier jedoch, dass nur der straßenseitige Gruppenraum einen zweiten Rettungsweg über eine Treppe nach unten hat.

Zur Lösung sieht deshalb Professor Wolfgang Fischer, der für die Kirche bereits den Bilhildiskindergarten neu baute, auf der Ostseite einen Balkonanbau mit Zugängen von den beiden Gruppenräumen und vom Ruheraum mit Fluchttreppe in den Garten vor.

So sind bis auf die Verlegung der Innentreppe im Foyer und des Eingangs laut Architekt beim Bestand nur wenig Eingriffe in Rohbau und Installation notwendig. Aufwändig ist dagegen nach seinen Worten die notwendige Sanierung und Dämmung der vielen Satteldachflächen, die alle neue Ziegel und Regenabflüsse erhalten sollen. Aus Kostengründen will der Bauherr aber von einer Dämmung der Fassaden absehen. Es sollen nur die unansehnlich gewordenen Holzverkleidungen wieder auf Vordermann gebracht werden.

Gesamtkosten in Höhe von 1 761 000 Euro.

Allerdings rechnet das planende Atelier Fischer Architekten GmbH in Würzburg gleichwohl für die Sanierung im Bestand mit reinen Baukosten 680 000 Euro. Hinzukommen noch 150 000 Euro für die Technik, 110 000 Euro für die Außenanlagen, 75 000 Euro für die Möblierung und Planungs- und Nebenkosten in Höhe von 340 000 Euro aus. Dies ergibt einschließlich der Kosten des Anbaus von 396 000 Euro bei einer Gesamtnutzfläche von 705 Quadratmetern Gesamtkosten in Höhe von 1 761 000 Euro.

Wie in der Sitzung von Bürgermeister Jürgen Götz ausgeführt wurde, beträgt die maximale förderfähige Hauptnutzfläche zwar nur 410 Quadratmeter. Gleichwohl habe die Regierung von Unterfranken maximale förderfähige Kosten von 1 683 000 Euro anerkannt.

Investitionszuschuss aus Fördermitteln des Freistaats Bayern.

Wie bei Kindergartenbauten im Ort bisher immer praktiziert, gewährt die Gemeinde laut Beschluss des Gemeinderates dem Träger einen Investitionskostenzuschuss in Höhe von zwei Dritteln der förderfähigen Kosten, also 1 122 000 Euro. Hierfür kann die Gemeinde laut Götz mit einem Investitionszuschuss aus Fördermitteln des Freistaats Bayern in Höhe von 622 000 Euro rechnen. Die nicht förderfähigen Kosten von 78 000 Euro wollen sich hälftig Gemeinde und Kirchenstiftung teilen. Somit haben als Eigenmittel die Gemeinde 540 000 Euro und die Kirchenstiftung 600 000 Euro zu leisten. Letzteren Betrag bestreitet laut Pfarrer Robert Borawski die Diözese aus Kirchensteuermitteln.

Ansicht des Anbaus nach dem Vorentwurf der Architekten.
Ansicht des Anbaus nach dem Vorentwurf der Architekten. Foto: Dieter Gürz

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