Veitshöchheim

Gemeinderat gegen absenkbare Poller

Hier vor dem Eingang zum Hofgarten und der Einmündung der Oberen Maingasse wäre es nach dem Vorabzug der Stadtplaner HWP möglich, absenkbare Poller einzubauen. Foto: Dieter Gürz

Die Ausschreibung für den 220 Meter langen zweiten Bauabschnitt der Kirchstraße, zwischen Oberer und Unterer Maingasse einschließlich Kirchplatz, soll laut Mitteilung der Gemeinde Veitshöchheim über den Winter und dann der Ausbau ab Frühjahr 2020 über die Bühne gehen. Die Baukosten betragen nach der Kostenberechnung rund 1,2 Millionen Euro. Die Bauzeit werde sich bis ins Jahr 2021 erstrecken.

Bei der Billigung der Planung im Mai 2018 ließ der Gemeinderat die Entscheidung offen, für den Fall einer zeitweisen Sperrung der Kirchstraße am Wochenende ab Samstagmittag versenkbare Poller einzubauen. Hier sollten vor einer Entscheidung noch Detailfragen zur Machbarkeit geklärt und die Erfahrungen anderer Kommunen eingeholt werden.

In der letzten Gemeinderatssitzung war es nun soweit. Aus baulicher Sicht ist es nach den Feststellungen der Stadtplaner HWP möglich, unter Berücksichtigung der Bestandsleitungen und des Grundwasserstands im Bereich der Oberen Maingasse und vor der Einmündung in die Bahnhofstraße absenkbare Poller einzubauen.

Verwaltung spricht sich gegen die Poller aus

Gegebenenfalls müssten im Zuge der Fundamentarbeiten jedoch einzelne Leitungen umverlegt werden. Die Baukosten schätzten die Planer auf 110 000 Euro, die Wartungskosten beider Polleranlagen auf 3500 Euro pro Jahr.

Die Verwaltung hatte aber nun in ihrer Sitzungsvorlage dem Gremium vorgeschlagen, von einem Einbau von absenkbaren Pollern, auch wenn diese "nur" am Wochenende hochgefahren werden sollten, aufgrund der vielen notwendigen Sonderdurchfahrtsberechtigungen abzusehen.

Im Einzelnen betreffe dies rund 70 Busse am Samstag, den Lieferverkehr für die Geschäfte, die Gastronomie mit den Hotelgästen, die Anlieger, die Rettungsdienste und den Schwerverkehr über 7,5 Tonnen mit einer Fahrzeughöhe über 3,80 Meter.

Einbau von absenkbaren Pollern wird nicht weiterverfolgt

Wenig erbaulich waren die Erfahrungen anderer Kommunen mit absenkbaren Pollern, die das Tiefbaureferat eingeholt hatte. So seien in Bamberg die Poller aufgrund vielerlei Problemen nach einer relativ kurzen Betriebszeit nicht mehr in Betrieb.

So fasste denn das Gremium einstimmig den Beschluss, wegen der zu vielen Durchfahrtsberechtigungen und der fehlenden Wende- bzw. Abbiegemöglichkeit im Bereich der Oberen Maingasse den Einbau von absenkbaren Pollern nicht mehr weiterzuverfolgen.

Auch die SPD-Fraktion, die nach den Worten ihrer Sprecherin Marlene Goßmann vor zehn Jahren für absenkbare Poller in der Kirchstraße zumindest an den Wochenenden plädiert hatte, hielt aufgrund der laut Goßmann "sehr guten Recherchen der Verwaltung" den Einbau von absenkbaren Pollern momentan nicht mehr für realisierbar.

Grünensprecherin Christina Feiler sagte, ihre Fraktion sei zwar dafür, den Altort für mehr Lebensqualität zu beruhigen. Aber auch ihre Fraktion habe sich nun von absenkbaren Pollern verabschiedet, da diese Lösung sich als nicht durchführbar herausgestellt habe. Sie brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass durch die beim Ausbau vorgesehenen baulichen Veränderungen den Verkehr etwas aus der Kirchstraße herausbringen zu können.

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