UNTERPLEICHFELD

Geschlossenheit in Sachen Umgehung gefordert und demonstriert

Infos und Emotionen: Bei der Podiumsdiskussion der Bürgerinitiative „Verkehrsberuhigung und Ortsumgehung“ mit Politikern der Region stellte BI-Mitglied Robert Wild (vorn) die Teilnehmer der Podiumsdiskussion vor (von links): Peter Wagner, Dr. Michael Fuchs, Volkmar Halbleib, Eberhard Nuß, Kerstin Celina, Klaus Stuntz und BI-Mitglied Michael Wild. Foto: Irene Konrad

Vor einem halben Jahr ist die Bürgerinitiative „Verkehrsberuhigung und Ortsumgehung“ gegründet worden. Vier große Demonstrationen hat es im Februar und März in den betroffenen Dörfern Unterpleichfeld, Bergtheim, Opferbaum und Eßleben gegeben. Auch darüber hinaus hat die Bürgerinitiative viele Menschen mobilisiert und Verbesserungsvorschläge gemacht. Nun will sie Taten sehen und hatte Kommunalpolitiker aus der Region zu einer Podiumsdiskussion und einem Info-Abend geladen.

180 interessierte Gäste waren gekommen. Drei Bürgermeister betroffener Orte waren da, genauso wie Gerold Kober als Experte zu den Themen Feinstaub und Verkehrslärm, Dr. Michael Fuchs als Bereichsleiter Straßenbau vom Staatlichen Bauamt in Würzburg, Landrat Eberhard Nuß sowie die Landtagsabgeordneten Volkmar Halbleib (SPD), Hans Jürgen Fahn (Freie Wähler) und Kerstin Celina (Grüne).

Landtagsabgeordneter Manfred Ländner (CSU) hatte kurzfristig abgesagt, was viele bedauerten. Denn Ländner stand beim Publikum für die CSU-Meinung, die Staatssekretär Gerhard Eck sowie die Bundestagsabgeordneten Paul Lehrieder und Staatssekretärin Dorothee Bär vertreten: „Keine unrealistischen Versprechungen zur Ortsumgehung“ wollten die CSU-Mitglieder machen. Der sechsspurige Ausbau der A 7 und die mögliche Inbetriebnahme der B 26n in einigen Jahrzehnten würden einmal Entlastungen auf der B 19 bringen.

„Ein gutes Zeichen dafür, dass „die Umgehungsstraße noch nicht vom Tisch ist.“
Landrat Eberhard Nuß

Vorsitzender Klaus Stuntz von der Bürgerinitiative ist sich sicher, „dass bei beiden Baumaßnahmen mögliche Entlastungseffekte durch die allgemeine Verkehrssteigerungen geschluckt werden“. Im Jahr 2015 wird ein neuer Bundesverkehrswegeplan bekannt gegeben. Erst dann werde sich zeigen, welche Baumaßnahmen überhaupt zur Ausführung kommen.

Die vier Dörfer an der B 19 wollen „jetzt und sofort“ eine wirksame Entlastung – wohl wissend, dass ihr langfristiger Wunsch der Umgehungsstraße für den Bundesverkehrswegeplan der nächsten 15 Jahre noch nicht einmal angemeldet ist. Dieser Plan und eine Machbarkeitsstudie sind aber Voraussetzungen für eine Ortsumgehung.

Für eine Machbarkeitsstudie auf die mögliche Trassenführung einer Umgehungsstraße hatte Halbleib im Würzburger Kreistag einen Antrag eingebracht und die Kreistagsmitglieder hatten auch zugestimmt. Im Februar lehnte die bayerische Staatsregierung diese Machbarkeitsstudie ab (wir berichteten).

„Ich halte diese Ablehnung für nicht vertretbar und weiß, dass wir dicke Bretter zu bohren haben“, zeigt sich Halbleib bei der Podiumsdiskussion weiterhin kämpferisch. Er fordert „eine Geschlossenheit aller Politiker in der Region“.

„Ich habe aus München noch keine Antwort auf unsere Resolution“, gestand CSU-Landrat Nuß. Das werte er als gutes Zeichen dafür, dass „die Umgehungsstraße noch nicht vom Tisch ist“. Als Kommunalpolitiker greife er jedoch nicht in die Arbeit des Landtags ein. Er könne lediglich von sich sagen, „dass ich voll hinter dem Begehren der Machbarkeitsstudie und der Bevölkerung stehe“. Aus seiner politischen Erfahrung wisse er, dass Geschlossenheit in der Sache ein wichtiges Kriterium für den Erfolg sei.

Von Geschlossenheit, Verständnis für die geplagten Dorfbewohner bei 13 000 Autos und 800 Lkw über zwölf Tonnen täglich auf der Straße vor ihrem Haus und ungünstigen Prognosen mit steigenden Zahlen, sprachen alle Podiumsteilnehmer vor Ort.

„Eine Ortsumgehung ist in diesem Fall wichtig und sinnvoll.“
Die Grüne Kerstin Celina

Auch Landtagsabgeordnete Kerstin Celina findet eine Ortsumgehung „hier wichtig und sinnvoll“, trotz der grundsätzlichen Haltung der Grünen, dass „Sanierung vor Neubau geht“. „Aber ich bin mit meinem Latein am Ende“, so Celina angesichts der aktuellen Situation.

Ihre Stichworte für eine Lösung waren die Bemautung der B 19, die Entmautung der A 7 im kritischen Bereich sowie die Verlagerung des Autoverkehrs.

Halbleib und Fahn zeigten sich einig in der Sache. „Wir brauchen eine politische Antwort“, sind sie überzeugt. Halbleib möchte Staatsminister Joachim Herrmann in die betroffenen Dörfer holen, denn eine Ortsumgehung müsse „rechtlich umsetzbar und finanzierbar sein“. Er und Fahn könnten sich einen „runden Tisch in München oder gar in Berlin“ vorstellen, der regelmäßig alle sechs bis acht Wochen in der Sache Ortsumgehung B 19 tagt.

Bereichsleiter Fuchs vom Straßenbauamt erläuterte kurzfristige und bald umsetzbare Linderungen gegen Lärm und Staub wie „lärmdämmende Deckenbeläge und verschiedene geschwindigkeitsdämpfende Maßnahmen“. „Wir denken mehrgleisig“, war der Tenor der Podiumsteilnehmer. Sie versprachen, „alle erdenklichen Wege zu nutzen“.

In den Wortbeiträgen aus dem Publikum waren viele Emotionen spürbar. Wut, Verzweiflung und Unverständnis waren nicht zu überhören: „Wir wollen Taten sehen und kein Wischi-Waschi hören“, hieß es etwa oder „Zeigt mal, dass es wert war, Euch zu wählen“.

Schlagworte

  • Irene Konrad
  • Bundesverkehrswegeplan
  • Bürgerinitiativen
  • CSU
  • Demonstrationen
  • Dorothee Bär
  • Eberhard Nuß
  • Freie Wähler
  • Gerhard Eck
  • Hans Jürgen Fahn
  • Joachim Herrmann
  • Kerstin Celina
  • Kommunalpolitiker
  • Machbarkeitsstudien
  • Manfred Ländner
  • Michael Fuchs
  • Opferbaum
  • Paul Lehrieder
  • Podiumsdiskussionen
  • SPD
  • Umgehungsstraßen
  • Volkmar Halbleib
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!