EICHSTÄTT/WÜRZBURG

Gespräch über Diakon

Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, haben sich zu einem klärenden Gespräch über eine umstrittene Diakonenweihe getroffen. Das Gespräch habe am Dienstag in Würzburg in einer „offenen, vertrauensvollen Atmosphäre“ stattgefunden, wie die Diözese Eichstätt am Donnerstag mitteilte.

Inhaltlich wolle sich das Bistum nicht weiter äußern, dies tue der Zentralrat kommende Woche, habe man entschieden. Der Zentralrat war am Donnerstag wegen der Feierlichkeiten zum jüdischen Neujahrsfest nicht erreichbar.

Anlass des Gesprächs war die Weihe eines umstrittenen Kandidaten zum Diakon durch Bischof Hanke Ende Juni. Der junge Mann aus dem Erzbistum Bamberg war vor vier Jahren nach antisemitischen und rassistischen Vorfällen im Würzburger Priesterseminar aus diesem entlassen worden.

Hanke verteidigte die Weihe als Akt der Barmherzigkeit. Außerdem verwies er darauf, dass der Kandidat nicht mehr derselbe sei. Er habe das Geschehen psychotherapeutisch aufgearbeitet und sich distanziert. Zentralratspräsident Schuster nannte es damals hingegen inakzeptabel, dass die Kirche dem Mann einen Persilschein ausstelle. Dadurch werde das Verhältnis zur katholischen Kirche erheblich belastet. Schuster ergänzte, auch nach Hankes Erklärung blieben bei ihm tiefe Zweifel.

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