Hettstadt

Gestaltung des Rathaus-Umfelds: Kompromiss bei Pflasterwahl

Im zweiten Anlauf, wenngleich auch nur mit einem Kompromiss, gelang dem Gemeinderat in Zusammenarbeit mit Stadtplaner Hartmut Holl vom Büro Holl Wieden Partnerschaft aus Würzburg die Entscheidung zum Pflasterbelag zur Gestaltung des Rathaus-Umfeldes. Die Festlegung erfolgte mehrheitlich bei elf zu vier Stimmen, nachdem die Beschlussfassung in der vorhergehenden Sitzung wegen grundsätzlich unterschiedlichen Auffassungen zwischen Gemeinderat und Planer vertagt worden war. Gleiches geschah nun auch hinsichtlich der Gestaltungselemente und Sitzmöglichkeiten auf dem Rathausplatz.

Wie vom Gemeinderat gewünscht, waren rechtzeitig zur jüngsten Sitzung mehrere Musterflächen vor dem Rathaus ausgelegt worden, um die Entscheidung bei der Auswahl des Pflasters zu erleichtern. Die zu gestaltende Fläche umfasst rund 1150 Quadratmeter und soll, durch das vorgegebene Gelände bedingt, nach dem Entwurf von Stadtplaner Hartmut Holl terrassenartig durch Fußwege und Sitzmöglichkeiten aufgelockert werden. Damit endet allerdings auch schon die Übereinstimmung zwischen Planer und Gemeinderat. Der Planer wünscht sich bei der Ausführung eine städtisch und modern orientierte Gestaltung.

Verstärkung des historischen Charakters

Das Gremium allerdings wünscht sich bei der Gestaltung der Pflasterflächen mehrheitlich eine optisch annähernde Ausführung wie bei den Gehwegen in der Ortsmitte und auf dem Backhaus-Areal. Hierbei wird seitens des Gemeinderates überwiegend "weitestgehend unempfindliches Betonpflaster in Muschelkalk-Optik favorisiert", wie es Thomas Sczygiel (SPD/Wählergemeinschaft) formulierte. Weitere Ratsmitglieder pflichteten diesem Vorschlag bei.

Nach Überzeugung der Mehrzahl der Ratsmitglieder verstärkt dies den historischen Charakter des Ensembles, als einziger Überrest nach der vollkommenen Zerstörung des Ortskerns im Zweiten Weltkrieg. Aus praktikablen Gründen sprach sich das Gremium ferner für gebrochene Kanten an den Pflasersteinen aus.

Granit oder Beton?

Die Ausführung der Sichtbeton-Gestaltungselemente schlug Christian Schubert (UBH) analog zur erfolgten Ausführung in Ortsmitte vor. Dies wurde jedoch als zu dunkel erachtet. Die Ausführung der Stufen aus Beton zur Verbindung der unterschiedlichen Ebenen nach Vorschlag des Stadtplaners wurde von Peter Schrenk (UBH) kritisiert. Als dauerhaftere Variante hielt Schrenk hierbei Granitstufen für sinnvoller, da Beton durch Witterungseinflüsse zunehmend porös werde und es in der Folge zu unschönen Absplitterungen und Zersetzungen komme, befürchtete Schrenk.

Die unterschiedlichen Auffassungen zu den Ausführungsvarianten waren Auslöser für einen Disput zwischen Schrenk und Stadtplaner. Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher (CSU/UBH) unterband die emotional ausgetauschten Meinungsverschiedenheiten mit einer weiteren Vertagung. Die Ausschreibung der Maßnahme soll dennoch vorbereitet werden und erfolgen, so der Auftrag an das Planungsbüro.

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