Würzburg

Gewitter über Unterfranken: Ist das der Klimawandel?

Heftige Gewitter sind über die Region gefegt und haben das Umsonst & Draussen-Festival in Würzburg zum Auftakt gebadet. Ist das der Klimawandel – oder einfach Mistwetter?
Nasser Auftakt: Gewitter mit Starkregen, Wind und Hagel zogen am Donnerstag über das Umsonst & Draussen-Festival in Würzburg.
Nasser Auftakt: Gewitter mit Starkregen, Wind und Hagel zogen am Donnerstag über das Umsonst & Draussen-Festival in Würzburg. Foto: Fabian Gebert

Mehrere, örtlich kräftige Gewitter mit Regen und Wind sind am Donnerstagabend und in der ersten Hälfte der Nacht zum Freitag über Unterfranken gezogen. Größere Schäden entstanden nach Angaben der Einsatzkräfte nicht. Der Auftakt des Umsonst & Draussen-Festivals (U&D) auf den Würzburger Mainwiesen wurde jedoch ordentlich gebadet.

Im Bereich nordwestlich von Würzburg beispielsweise fielen nach den Radarauswertungen zum Teil bis zu 25 Liter Regen pro Quadratmeter, sagt Diplom-Meteorologe Guido-Peter Wolz vom Deutschen Wetterdienst in München. An den Windmessstationen wurde zwar nur Windstärke 5 und damit nicht sehr starke Böen gemessen, "innerhalb der Gewitter können aber deutlich stärkere Böen aufgetreten sein".

Gewitter, die sich punktuell heftig entladen, sind laut Experten keine Seltenheit im Sommer. 
Gewitter, die sich punktuell heftig entladen, sind laut Experten keine Seltenheit im Sommer.  Foto: Florian Bleymann

Derartige Gewitter, die sich punktuell heftig entladen können, sind laut Wolz keine Seltenheit im Sommer. "Mit dem Klimawandel hat das zunächst nichts zu tun", sagt der Experte. "Das sind ganz normale Gewitter." Derzeit gelange mit einer südwestlichen Strömung feuchtwarme Meeresluft nach Deutschland. "Begleiterscheinung ist da, dass es häufiger zu Gewittern mit Starkregen, Sturmböen und Hagel kommt."

Für die Einsatzkräfte in der Region sei die Nacht zum Freitag trotz der Unwetter "unauffällig" gewesen, hieß es von den Integrierten Leitstellen in Würzburg und Schweinfurt. Einzig im Raum Miltenberg stürzten nach Polizeiangaben mehrere Bäume um und ein Blitz schlug in das Dach eines Wohnhauses ein. Verletzt worden sei zum Glück niemand.

Heftige Windböen fegten als Vorboten der Gewitter über die Mainwiesen und ließen den ein oder anderen Festival-Stand kippen. Verletzt wurde laut den Veranstaltern aber niemand.
Heftige Windböen fegten als Vorboten der Gewitter über die Mainwiesen und ließen den ein oder anderen Festival-Stand kippen. Verletzt wurde laut den Veranstaltern aber niemand. Foto: Fabian Gebert

Auch beim U&D holten sich die Besucher zwar nasse Füße, aber "es kam niemand zu Schaden", so Festival-Sprecher Tilman Hampl. Nach einem ersten kurzen Gewitter mit Starkregen am Nachmittag, war am Abend gegen 22.45 Uhr ein zweites Unwetter auf das Gelände am Main zugezogen. Aufgrund einer amtlichen Unwetterwarnung beendeten die Veranstalter aus Sicherheitsgründen den Auftritt des Duos "Amistat" auf der großen Bühne und begannen mit der Räumung des Platzes.

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Umsonst & Draussen Auftakt

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Dauereinsatz für die Pumpenwagen auf dem Festivalgelände

So schnell wie es gekommen war, verzog sich das Gewitter jedoch wieder – sodass die Programmpunkte in den Zelten fortgesetzt werden konnten. Allerdings hatten die Wetterkapriolen ein Nachspiel: Am Freitag waren Pumpenwagen der Feuerwehr und des Würzburger Gartenamts im Dauereinsatz, um den Platz wieder trocken zu legen.

Bereits am Donnerstagmorgen hatte ein Blitzeinschlag das Dach eines Hauses in Wiesentheid (Lkr. Kitzingen) in Brand gesetzt. Der Schaden wird auf rund 15 000 Euro geschätzt, die Bewohnerin war im Urlaub. 

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