Glosse: Kater Pablo will Soße

Ein mäkeliges Haustier kann ganz schön nerven. Was Pablos Zweitfamilie alles tut, damit es dem Kater schmeckt.
Lecker war's wieder. Katzen (das hier ist übrigens nicht Pablo) legen großen Wert auf gute Küche. Foto: David Ebener, dpa

Wir haben lange nichts mehr von Kater Pablo aus Eibelstadt gehört. Die gute Nachricht: Es gibt ihn noch. Es gibt sogar deutlich mehr Kater Pablo als vor ein paar Jahren. Denn Pablo, der mir persönlich noch nie vorgestellt wurde, soll gut informierten Kreisen zufolge mächtig zugelegt haben. Angeblich gerät sein Leibesumfang langsam, aber sicher, in Konflikt mit der Katzenklappe. Das ist gleichzeitig die nicht so gute Nachricht.

Diese Entwicklung mag seinen Essgewohnheiten geschuldet sein. Denn bei den bereits erwähnten gut informierten Kreisen (seinen Nachbarn) geht Pablo ein und aus und lässt sich dort selbstredend auch außerplanmäßig verköstigen. Nun ist es aber so, dass Pablo ein fränkischer Kater ist. Das lässt sich daran erkennen, dass ihm sein Essen nur mit ordentlich Soße schmeckt. Das Menü, das man ihm vorsetzt, mag noch so edel sein: Fehlt die Soße, lässt Pablo den Hauptgang zurückgehen.

Ohne Olivenöl geht gar nichts

Für den Koch ist das natürlich frustrierend. Da hat man ein richtig schönes Stück Fisch organisiert oder auch Fleisch, und der Gast mäkelt und maunzt ohne Unterlass. Die gut informierten Kreise wissen natürlich, woran das liegt: keine Soße. Irgendwann einmal haben sie dann in ihrer Verzweiflung, und weil Soße gerade nicht zur Hand war, das Katzen-Menü mit einem Schuss Olivenöl verfeinert.

Pablo war begeistert. Grüne, fettige Soße über seinem Essen: Besser hätte es nicht laufen können für ihn. Seit diesem denkwürdigen ersten Olivenöl-Tag wacht der Kater mit Argusaugen über die großzügige Verwendung des Öls bei der Zubereitung seiner Nahrung. Mindestens einmal am Tag möchte Pablo sehen, wie der Chef de Cuisine die grüne Flasche schwingt.

Das Phänomen Staubsaugerhund

Die Geschichten über merkwürdige Essgewohnheiten von Haustieren könnten ganze Bücher füllen. Katzen nehmen sich in dieser Hinsicht dabei noch eher bescheiden aus. Es sind die Hunde, die hier einsame Rekorde aufstellen. Hunde, die alles, aber auch wirklich alles fressen, kommen so häufig vor, dass die Fachwelt einen eigenen Begriff für sie geprägt hat: Staubsaugerhunde, seltener auch Müllschlucker. Ihr Verhalten kann man dem Bereich "Essgewohnheiten" eigentlich nicht mehr zuordnen, denn mit Nahrungsaufnahme im engeren Sinne hat das wirklich nichts zu tun.

Der Staubsaugerhund verleibt sich von der Zigarettenkippe über runtergefallene Pommes, Papiertaschentücher und Bananenschalen bis hin zum Pferdeapfel alles ein, was nicht fest mit dem Erdboden verbunden ist. Der Besitzer eines Staubsaugerhundes würde über Pablos Olivenöl-Fetisch nur müde lächeln. Das nur als kleinen Trost für Pablos Nachbarn.

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