Ochsenfurt

Glosse: Wenn Erwachsene kraulen lernen . .

Kraulen ist der bei weitem eleganteste Schwimmstil. Viel weniger elegant ist indessen der Weg zum Erlernen dieser Technik.
Ohne Hilfsmittel kraulen lernen? Das kann nur Naturtalenten empfohlen werden. Foto: Kathrin Königl

Ich habe einen Traum: Kraulen lernen. Nicht bei der Katze, das kann ich schon lange. Im Schwimmbecken, versteht sich. Kraulschwimmen ist so elegant. Während der Brustschwimmer wie ein Außenborder mit Wackelkontakt durchs Becken pflügt, gleitet der Kraulschwimmer stromlinienförmig wie ein Hai dahin. Doch wer auf dem Weg zur halbwegs akzeptablen Kraultechnik nicht rettungslos scheitern möchte, braucht professionelle Anleitung.

Die fand ich in einem Angebot des örtlichen Sportvereins namens "Kraulkurs für Erwachsene". Seit mehreren Wochen versuche ich nun, nur eine Bahn von den deutlich talentierteren Kindern und Jugendlichen entfernt, mich im Schwimmbad der Ochsenfurter Realschule dem Mysterium Kraulschwimmen zu nähern. Habe ich gesagt, Kraulen sehe elegant aus? Nicht, wenn sich der Schwimmer mit mehr Hilfsmitteln ausstattet als ein Raumfahrer.

Von Nasenklemmen und Ohrstöpseln

Von Flossen und Schwimmbrett, Paddles und Pull-Buoy will ich gar nicht reden - die helfen einem lediglich, bestimmte Bewegungsabläufe besser üben zu können. Nein: Ich spreche von Ohrstöpseln, ohne die die Welt noch zwei Tage nach dem Training klingt wie ein batteriebetriebenes Transistorradio aus der Zeit des Kalten Krieges (und die gleichzeitig verhindern, dass die Anweisungen der Trainerin bis ins letzte Detail beim Kursteilnehmer ankommen).

Ich spreche von der Nasenklemme, ohne die jeder Versuch des Luftholens beim Kraulen einen Erstickungsanfall auslöst und mit der man aussieht, als solle man an der Nase zum Trocknen aufgehängt werden. Und wir wollen auch die permanent schlecht sitzende Schwimmbrille nicht vergessen, die durch nicht zu behebende Leckagen immerhin eine kontinuierliche Befeuchtung der Augen mit Schwimmbadwasser gewährleistet.

Was für ein Glück, dass unsere Trainerin so geduldig ist. Ich kann mittlerweile schon zwei Bahnen am Stück kraulen, ohne sofort aus einer Sauerstoffflasche versorgt werden zu wollen. Und auch aus ihrem Fundus an Schwimmutensilien habe ich mich schon mehrfach bedienen dürfen. Wenn sie jetzt noch ein Mini-U-Boot für mich hätte, wäre ich bereits der perfekte Krauler. Aber wir haben ja noch drei Termine vor uns. Und was nicht ist, kann immer noch werden. Da bin ich zuversichtlich.

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