WÜRZBURG

Gold als Zeichen der Liebe

Fast auf den Tag genau 50 Jahre ist es her, da machten sich die frischgebackenen Goldschmiedemeister Rudolf Engert und Theo Sebald in neu angemieteten Räumlichkeiten am Sternplatz in Würzburg selbstständig. Zum Jubiläum lud jetzt Markus Engert, der das Unternehmen seit 1997 in zweiter Generation führt, die Familie, Freunde, Kollegen, Kunden und Wegbegleiter zu einem Festakt in die Residenz ein.

In seinem Rückblick erinnerte Markus Engert daran, wie schnell das Geschäft nach der Gründung zu prosperieren begann und schon bald erste Mitarbeiter einstellte. Neben der Herstellung von sakralem Gerät habe die Anfertigung von zeitgemäßem Schmuck zunehmend an Bedeutung gewonnen.

Ende der 70er Jahre habe sein Vater Rudolf Engert erkannt, dass die Restaurierung von historischen Goldschmiedearbeiten ein vielversprechender Geschäftszweig werden könnte. Er habe dabei vom reichen Erfahrungsschatz seines Vaters mütterlicherseits profitiert. Sein Instinkt habe ihn nicht getäuscht, denn die Restaurierungstätigkeit sei auch heute neben der Anfertigung von hochwertigem Unikat-Schmuck, sakraler Kunst und modernem Tafelsilber eine der drei Säulen des Unternehmens, so Markus Engert. Leider habe sein Vater seinen Lebensabend nicht mehr gebührend genießen können, er starb 2004 im Alter von 75 Jahren.

Arbeiten der Goldschmiede Engert stehen in vielen privaten Sammlungen sowie in renommierten Museen in Hamburg, Hannover, Frankfurt am Main, Regensburg und vielen anderen Städten. Und etliche bedeutende Werke der Goldschmiedekunst wurden durch die Würzburger Spezialisten restauriert – wie die Domschätze in Würzburg, Frankfurt am Main, Regensburg, Fulda, Limburg an der Lahn oder Wetzlar.

Den Festvortrag hielt Professor August Heuser, der Direktor des Dommuseums Frankfurt am Main und des Diözesanmuseums Limburg an der Lahn, für die die Goldschmiede Engert Restaurierungen leistete. Heuser bescheinigte dem Würzburger Unternehmen Vitalität auch nach 50 Jahren noch. In einem launigen Vortrag macht sich Heuser auf die Spurensuche des Goldes in der europäischen Kulturgeschichte und brachte es auf die Formel: Der Wert des Goldes hänge nicht am Aktienkurs, Gold und Schmuck seien Zeichen der Liebe.

Engert dankte den Leihgebern und Helfern der Ausstellung und der Schlösserverwaltung – vor allem aber seinen zwölf Mitarbeitern um Werkstattleiter Lukas Harth und seiner Schwester Birgit, die ihn seit Jahren tatkräftig unterstützt und vertritt. Ein ganz besonderer Dank galt seiner Mutter, die ihn über 44 Jahre liebevoll begleitet habe, und nicht zuletzt seiner Frau Susanne.

Ausstellung: Einen Eindruck von Arbeiten aus 50 Jahre bekommt man in einer kleinen Ausstellung, die Markus Engert im Obergeschoss der Residenz aufgebaut hat. Er holte dafür auch Leihgaben nach Würzburg zurück. Zu sehen sind die Stücke bis 7. Oktober zum Eintrittspreis eines Residenzbesuchs (7,50 Euro).

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