UFFENHEIM

Gollachgaumuseum feiert 100-jähriges Bestehen

Wer 100 Jahre alt wird, der hat viel erlebt, der kann viel erzählen. Bei Menschen ist das so, bei Vereinen auch. In Uffenheim feierte nun das Gollachgaumuseum 100. Geburtstag.
Sehenswert: Beim Museumsfest schauten sich viele Besucher die renovierten Räume im Schnellerturm an. Foto: GERHARD KRÄMER

In ihm erzählen die einzelnen Exponate ihre ganz eigene Geschichte, aber auch über die Entstehung des Museums ist viel bekannt, wenngleich die wichtigsten Unterlagen des Museums, die Vorstands- und Mitgliederlisten sowie das Inventarverzeichnis, beim Brand der Stadtapotheke und des Hauses des Museums-Custos am 10. April 1945 verloren gingen.

Der Ehrenvorsitzende des Heimat- und Museumsvereins, Fritz Klaußecker jr., griff beim Festabend in der Stadthalle die wichtigsten Punkte der Geschichte des Museums und des Vereins heraus, wobei er sich dabei auf den Gründungsbericht von Rektor Friedrich Ernst stützen konnte.

Am 16. Februar 1913 sei es zur Gründung des Heimat- und Museumsvereins Uffenheim und Umgebung gekommen, wobei Freiherr von Feilitzsch zum Vorsitzenden gewählt worden ist, sein Stellvertreter war Kirchenrat Albrecht Eyring aus Herrnberchtheim.

216 Gegenstände waren damals bereits für das künftige Museum vorhanden. Danach gingen Tag für Tag Geschenke und Leihgaben ein. Selbst aus Ansbach und Hannover seien Stücke von ehemaligen Uffenheimern gespendet worden, erzählte Klaußecker.

Drei Vorstandsmitglieder, Bezirksamtsassessor Keiler, der Rektor des Gymnasiums Friedrich Ernst und Hauptlehrer Abraham Strauß von der jüdischen Gemeinde, hätten sogar an Sonntagen Ausflüge in die Landgemeinden, aber auch nach Windsheim und Lenkersheim, unternommen, um die angebotenen Gegenstände in Augenschein zu nehmen, 2619 gab es am Eröffnungstag. Unter den Dingen befanden sich unter anderem mehrere Steinbeile, alte Grabkreuze, Gläser, Fayencen, Siegel, Zinn- und Kupfergefäße, Einrichtungsgegenstände der ältesten Uffenheimer Apotheke und Waffen.

1914 hätten im Schnellerturm, den die Stadt für das Museum zur Verfügung gestellt hatte, neun Räume eingerichtet werden können, darunter ein Waffenarsenal, ein Biedermeierzimmer und ein Trachtenraum. Eröffnet wurde das Museum dann am 17. Mai 1914. Den Zweiten Weltkrieg überstand das Museum fast unbeschadet. Klaußecker zeichnete sehr detailliert die personellen Entwicklungen im Verein, der 1969 die Gemeinnützigkeit erhielt, bis heute nach.

Weitere wichtige Punkte in der Chronik des Museums und des Vereins sind zum Beispiel die 75-Jahrfeier im September 1988, die Einweihung der Oberamtskanzlei als Museum im Mai 1991, die Ausstellung des Goldschatzes vom Bullenheimer Berg 1992 und die Unterbringungsmöglichkeit von Exponaten in der Zehntscheune.

Als Teil der Heimatpflege und der Heimatkunde bezeichnete Bürgermeister Wolfgang Lampe das Museum, mit dem er erstmals als Erst- oder Zweitklässler in Berührung gekommen sei.

Das Heimatmuseum habe seinen festen Platz in der Stadt und sei eine enorme Bereicherung für das kulturelle Angebot. Zudem bewahre es die Geschichte unserer Heimat. Ein Rundgang durch das Museum komme einer Zeitreise gleich. In den von der Stadt zur Verfügung gestellten Räumen fügten sich die liebevoll zusammengetragenen Exponate zu einem einmalig abgestimmten Ensemble.

Weitere Grußworte sprachen der stellvertretende Landrat Hans Herold, der die ehrenamtliche Arbeit im Museum würdigte, und Dr. Alexander Wießmann von der Landesstelle für nichtstaatliche Museen.

Wie zum 75. Jubiläum hielt Dr. Richard Schmitt einen Festvortrag. Diesmal stellte er Überlegungen an zu einem historischen Atlas von Uffenheim und Umgebung zwischen 800 bis 1800. Vereinsvorsitzender Walter Gebert begab sich auf Spurensuche nach dem verlorenen Inventarverzeichnis. Musikalisch bereicherten die Bad Windsheimer Sänger und Spielleut den Festabend.

Schlagworte

  • Gerhard Kupfer
  • Exponate
  • Goldschätze
  • Heimatgeschichte
  • Rektorinnen und Rektoren
  • Waffenarsenale
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!