WÜRZBURG

Gothia baut Studenten-Wohnungen

Digitale Fassade: Auf ihrem Grundstück will die Gothia an der Wittelsbacher Straße ein Studentenwohnheim bauen.
Digitale Fassade: Auf ihrem Grundstück will die Gothia an der Wittelsbacher Straße ein Studentenwohnheim bauen. Foto: Architektur Consulting

Die Würzburger Studentenverbindung Gothia möchte auf ihrem Grundstück im Frauenland (Ecke Rottendorfer/Wittelsbacher Straße), wo ihr Verbindungshaus steht, ein Studentenwohnheim mit acht Appartements bauen. Die Planungen dafür stellte sie in der letzten Sitzung der Stadtbildkommission vor. Die hatte zwar keine generellen Bedenken gegen das Gebäude, diskutierte jedoch ausgiebig darüber, wie das Verbindungshaus, eine denkmalgeschützte Villa von 1928, und der Neubau zusammenpassen. Die acht Appartements sollen auf dem Grundstücksteil entlang der Wittelsbacher Straße entstehen, weil es in der Villa bislang keine Unterkünfte für die aktiven Mitglieder gibt.

Zurückhaltender Neubau

Da es für die Studierenden immer schwieriger geworden sei, in Würzburg Wohnraum zu finden, habe man sich entschlossen, auf dem Grundstück ein kleines Wohnheim zu bauen, berichtete Gothia-Vorsitzender Peter Motsch. Bei der Planung des Neubaus, so Motsch weiter, sei besonders auf den weitestgehenden Erhalt des alten Baumbestands geachtet worden.

Architekt Walter Wiese erklärte, dass der Neubau so weit wie möglich von der Villa entfernt errichtet werden soll, um deren Erscheinungsbild nicht zu beeinträchtigen. Das Gebäude solle eine „digitale Fassade“ mit Holzverkleidung erhalten, die an einen Barcode erinnert. Die einzelnen Appartements sind etwa 20 Quadratmeter groß und sind mit Bad und Küchenzeile ausgestattet. Mit Absicht solle sich der Neubau „bescheiden“ gegenüber der Villa zurücknehmen, erklärte der Architekt.

Das sah Architektin Petra Kahlfeldt anders. Das Neue müsse so gut sein wie das Alte, deshalb machte sie sich statt des modernen Zweckbaus für ein selbstbewusstes Gebäude stark, „das mit der Villa in einen Dialog tritt“. Das vorgestellte Gebäude verhalte sich im Verhältnis zur Villa „wie ein Gartenschuppenhäuschen“. Dieser Meinung wollten aber nicht alle Kommissionsmitglieder folgen. Stadtheimatpfleger Hans Steidle nannte die bescheidene Lösung die richtige, und Stadtbaurat Christian konnte sich mit dem Entwurf ebenso anfreunden wie andere Experten aus der Kommission.

Diskutiert wurde auch, ob der Baukörper auch als winkelförmiger Bau denkbar sei. Das regte Architekt Norbert Dietzinger an. Baumgart befürchtete bei dieser Lösung mehr Flächenverbrauch und den Verlust von mehr Grün. Schließlich verständigte man sich darauf, dass eine Drehung des Baukörpers um 90 Grad überprüft werden soll. Eine erneutes Vorlage in der Kommission ist nicht notwendig.

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