Würzburg

Graffiti-Schmierereien: Polizei ermittelt vier Verdächtige

Die Sprayer (hier ein Symbolbild) haben vor allem unleserliche Schriftzüge gesprüht. Foto: Patty Varasano

Der Würzburger Polizei ist es gelungen, eine Serie von Graffiti-Schmierereien aufzuklären. Wie die Beamten am Montag mitteilten, konnten die Ermittler vier Männern mindestens 385 Taten zuordnen. Die Beschuldigten sollen in Stadt und Landkreis Würzburg, einer der mutmaßlichen Täter auch im Raum Frankfurt, mit ihren Sprühdosen unterwegs gewesen sein. Bei den meisten Graffiti handelte es sich laut Polizei um unleserliche Schriftzüge oder "Tags" – Signaturkürzel der sogenannten Sprayer. Der Gesamtschaden wird auf "deutlich über 100 000 Euro" geschätzt.

23-Jähriger Sprayer züchtete auch Marihuana

Die meisten Taten wurden laut Polizeibericht einem 23-jährigen Würzburger nachgewiesen: 150 Graffiti soll er gesprüht haben. Bei einer nach richterlichem Beschluss durchgeführten Wohnungsdurchsuchung stellten die Beamten umfangreiches Beweismaterial sicher. Und damit nicht genug: In der Wohnung des Mannes fanden die Polizisten "eine vollwertige Indoor-Plantage zur Marihuana-Aufzucht".

Ein zweiter Tatverdächtiger ist ein 39-Jähriger aus Veitshöchheim (Lkr. Würzburg). Er sei "unmittelbar nach Tatausführung" von einer Polizeistreife in Würzburg aufgegriffen worden. Ihm konnten laut Polizei aufgrund von bestimmten Merkmalen seiner Graffiti bislang mindestens 120 Sprühereien zugeordnet werden.

Geschädigte könnten Forderungen stellen

Bereits im Mai ertappten zwei Polizisten in Würzburg zwei Graffiti-Sprayer auf frischer Tat. Unter anderem aufgrund der gesprühten "Tags" gelten die beiden im Landkreis wohnhaften 17- und 18-Jährigen als Tatverdächtige für bislang mindestens 115 Delikte. "Es ist jedoch davon auszugehen, dass den beiden noch eine unbekannte Anzahl von Taten im Landkreis Würzburg zuzuordnen sein wird", so die Beamten. Die Ermittlungen laufen noch.

Die Sprayer müssen laut Polizei nun neben strafrechtlichen auch mit zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen. Heißt konkret: Schadensregulierung. "In der Regel entsteht bereits bei einem verhältnismäßig kleinen Graffiti ein erheblicher Reinigungsaufwand von mehreren hundert Euro", so die Polizei weiter. Teilweise müssten aufwendige Sanierungsarbeiten an Fassaden oder öffentlichen Einrichtungen durchgeführt werden.

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