ALTERTHEIM

Greifvogelauffangstation öffnet ihre Pforten

Und Abflug! Falkner Jochen „Joe“ Rösner zeigte bei einer Flugshow beim Tag der offenen Tür die Fähigkeiten seiner Tiere.
Und Abflug! Falkner Jochen „Joe“ Rösner zeigte bei einer Flugshow beim Tag der offenen Tür die Fähigkeiten seiner Tiere. Foto: Matthias Ernst

Bereist zum fünften Mal veranstaltete die Greifvogelauffangstation einen Tag der offenen Tür. In diesem Jahr gab es allerdings eine große Neuerung, denn seit Kurzem kümmert sich der Verein „Greifvogel und Eulenhilfe Würzburg e.V.“ als Träger um die Greifvögel, ihre Pflege und ihre erneute Auswilderung. Bisher war es eine reine Privatinitiative von Falkner Harald Dellert und einigen wenigen Unterstützern.

„Für nur drei Euro im Monat kann man Mitglied werden und die Ziele des Vereins unterstützen“, warben die Vereinsmitglieder bei den einzelnen Aktionen um Unterstützung. Jährlich kommen rund 30 bis 40 Turmfalken, Eulen oder andere Greifvögel in die Auffangstation zur Betreuung. Hinzu kommen die Langzeitpatienten, wie der Rotmilan, der von einem Windrad am Schwanz getroffen, flugunfähig gemacht und wurde, in jahrelanger mühevoller Arbeit wieder an ein normales Leben herangeführt wurde. Hierzu dient etwa seine neue Voliere, die pünktlich zum Tag der offenen Türe fertig gestellt wurde.

Doch auch andere Greifvögel wie Sumpfohreule, Schleiereule oder Waldkauz verdienen die Aufmerksamkeit. Schließlich sind sie alle selten geworden in unseren Fluren und Auen. Wie die Vögel im Alltag unterwegs sind, zeigte Falkner Jochen „Joe“ Rösner bei seinen Flugshows mit ausgesuchten Tieren, die er bei seinen Jagden einsetzt. Egal ob Buntfalke, sibirischer Steppenadler, afrikanische Eulen oder Adlerbussard, alle seine Tiere seien trotz Gewöhnung an den Menschen Wildtiere und machen nur das, was sie wollen. „Sie sind allerdings mit Futter bestechlich“. Erhaben schwebten die Tiere über die Köpfe der vielen Kinder und Erwachsenen zu ihren Herren auf die Lederhandschuhe.

Wie unterschiedlich ihre Fangweisen sind, oder welchen Charakter die einzelnen Tiere haben erläuterte Falkner Rösner gerne. Schließlich sei das Wissen um Greifvögel nicht mehr bei vielen Menschen vorhanden. Er benutzte seine Tiere auch zur Jagd. „Die Gastronomen freuen sich schon immer, wenn ich bei ihnen auf die Jagd mit meinen Tieren gehe. Dann bekommen sie einen Hasenbraten, der nicht von Schrotkugeln durchsiebt ist“.

Zur Vorführung im Garten der Familie Ungermann hatten sich viele Menschen eingefunden, die sich anschließend gerne zeigen ließen, wie aufwändig die Pflege der verletzten Greifvögel ist. „So eine Behandlung durch einen Tierarzt kann trotz Entgegenkommens schon mal 150 bis 200 Euro kosten“, erfuhren sie und dass man immer versuche, die Tiere wieder auszuwildern. Nur wenn die Flügel irreparabel geschädigt seien, würden die Vögel zu Dauergästen, die täglich versorgt werden müssen.

Wissenswertes konnte man auch über heimische Eulenarten erfahren, denn Steinkauz, Schneeeule oder Waldohreule sind in Deutschland langsam wieder auf dem Vormarsch, dank groß angelegter Zuchtprogramme und der Schaffung von neuem Lebensraum. Wie man auch mit seinen Haustieren umgehen kann und was man Hunden alles beibringen kann, demonstrierte der Hundesportclub Grünsfeld bei seinen Vorführungen. Die Tiere gehorchen aufs Wort und sind somit eine echte Unterstützung ihrer Herrchen und Frauchen.

Wer sich umfassend über die Arbeit der Greifvogelauffangstation informieren möchte und nicht persönlich in Altertheim vorbeischauen kann, kann sich im Internet unter www.greifvogelhilfe-wuerzburg.de informieren.

Spenden nimmt der Verein gerne entgegen. Konto: Greifvogelhilfe e.V. Sparkasse Mainfranken Würzburg, IBAN: DE67 79050000 0047986872

Die verschiedenen Greifvögel der Auffangstation waren für die Gäste ein beliebtes Fotomotiv. Vollkommen ruhig und entspannt absolvierten die schönen Tiere das Fotoshooting.
Die verschiedenen Greifvögel der Auffangstation waren für die Gäste ein beliebtes Fotomotiv. Vollkommen ruhig und entspannt absolvierten die schönen Tiere das Fotoshooting. Foto: Picasa
Ein 15 Tage alter Bundfalke war die Attraktion der Veranstaltung. Er ist in gut zwei Wochen ausgewachsen.
Ein 15 Tage alter Bundfalke war die Attraktion der Veranstaltung. Er ist in gut zwei Wochen ausgewachsen. Foto: Picasa

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