Großdemonstration in Würzburg: Drei Bewegungen, drei Routen

Im Juli mobilisierte die Seebrücke Würzburg 500 Menschen zu einer Demonstration für die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer. Am Samstag protestieren sie zusammen mit feministischen Gruppen und der Klimabewegung. Foto: Daniel Peter

Am Samstag werden wieder Parolen für einen besseren Klimaschutz durch die Straßen Würzburgs hallen. Unter anderem. Denn feministische Organisationen, Klimaaktivisten und "Solidarity"-Gruppen, wie die Seebrücke Würzburg, rufen zu gemeinsamen Protesten auf. Laut einer Pressemitteilung wollen sie in drei Demonstrationszügen drei Stunden lang durch die Würzburger Innenstadt laufen. Die Organisatoren der Demonstration "#unverhandelbar" erwarten mindestens  1000 Demonstranten. 

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Die Demo ist der Abschluss der ersten "Kritischen Einführungswoche Würzburg", die von über 20 politischen Initiativen organisiert worden war. Am Samstag um 12 Uhr treffen sich die Demonstranten zu einer gemeinsamen Auftaktkundgebung am Würzburger Hauptbahnhof. Von dort aus ziehen die Klimaaktivisten in Richtung Berliner Ring, die "feministische" Demonstration führt durch die Kaiserstraße und der "Solidarity"-Zug zur Friedensbrücke. Die Demonstrationen treffen jeweils zu Zwischenkundgebungen wieder zusammen. Dort soll die Schnittmenge der unterschiedlichen Bewegungen thematisiert werden.

"Die anhaltende Trockenheit zieht in ganz Unterfranken schwer wiegende Schäden nach sich. Die Waldbrandgefahr war diesen Sommer monatelang auf der höchsten Warnstufe."
"Kein Hektar Mehr"-Pressesprecher Julian Höfner

Auch die Bewegung "Fridays for future", die bereits am Freitagmittag zum Protest aufruft, mobilisiert zur Demonstration unter dem Motto "#unverhandelbar". Zum globalen Klimastreik im September brachte die Schülerbewegung 8000 Menschen auf Würzburgs Straßen. "Die anhaltende Trockenheit zieht in ganz Unterfranken schwerwiegende Schäden nach sich. Die Waldbrandgefahr war diesen Sommer monatelang auf der höchsten Warnstufe", sagt "Kein Hektar Mehr"-Pressesprecher Julian Höfner.

Die Initiative "Kein Hektar Mehr" gründete sich, um Rodungen im Thüngersheimer Wald zu verhindern. Laut Pressemitteilung veranstaltete das Bündnis letzte Woche eine mehrtägige Mahnwache in Thüngersheim. Auch die Aktivisten von "Ende Gelände", bekannt durch ihre Proteste gegen Braunkohletagebau am Hambacher Forst, beteiligen sich am Samstag. Sie wollen "die globale und systemkritische Perspektive der Klimagerechtigkeitsbewegung weiter stärken". Auch "Extinction Rebellion", die diese Woche global zu Verkehrsblockaden mobilisierten, wollen sich der Klimademo anschließen. Die Demonstranten laufen über Berliner Ring, Theater, Residenz, Friedrich-Ebert-Ring und Neubaustraße zum Willy-Brandt-Kai.

Feministische Gruppen thematisieren "strukturelle Diskriminierung von Frauen"

"MissMutig" wird mit anderen feministischen und schwul-lesbischen Organisationen Würzburgs durch Kaiserstraße und Theaterstraße zur Hofstraße laufen. Nach einer gemeinsamen Kundgebung mit der Klimabewegung treffen sie am Unteren Markt den "Solidarity"-Zug und ziehen dann über Augustiner- und Sanderstraße zum Willy-Brandt-Kai. " Die Organisatoren gehen auf die Straße für "körperliche Unversehrtheit und Selbstbestimmung". Noch immer seien Frauen "struktureller Gewalt ausgesetzt". Sie kritisieren § 219 a, der Werbung für Schwangerschaftsabbrüche unter Strafe stellt.

Der "Solidarity"-Demozug wird durch Gruppen wie die Seebrücke Würzburg oder "Mehrals16a" organisiert. Thomas Palmai, Mitgründer des lokalen Bündnis Seebrücke, kritisiert, die Stadt Würzburg hätte sich zum "sicheren Hafen" erklärt, ohne "wirklich Inhalte oder Konsequenzen" zu formulieren. 

Die Seebrücke Würzburg mobilisierte dieses Jahr schon Hunderte

Die Demonstration läuft vom Hauptbahnhof über die Friedensbrücke zum Unteren Markt. Von dort aus geht es quer durch Würzburgs südliche Altstadt bis zum Geschwister-Scholl-Platz. Nach einer gemeinsamen Kundgebung mit den Klimaaktivisten geht es über den Sanderring zur Abschlusskundgebung, die um 16 Uhr am Willy-Brandt-Kai stattfindet. In diesem Jahr mobilisierte die Seebrücke Würzburg bereits hunderte Menschen, um gegen die europäische Flüchtlingspolitik zu demonstrieren. 

Die Würzburger Polizei wird den Zug mit "ausreichend Kräften begleiten". Die Polizei geht von einem friedlichen Verlauf aus. "Allerdings muss mit Verkehrsstörungen im gesamten Innenstadtbereich gerechnet werden", so eine Sprecherin.  

Die Routen der Demonstranten
Für Samstag, 12. Oktober, sind bei der Stadt Würzburg drei Demonstrationszüge angemeldet, zu denen insgesamt rund 1000 Versammlungsteilnehmer erwartet werden. Nach einer gemeinschaftlichen Auftaktkundgebung vor dem Bahnhof werden sich die drei Demonstrationszüge ab 12.45 Uhr durch die Innenstadt bewegen:
Laufroute 1 (Klima): Haugerglacisstraße, Berliner Platz, Ludwigstraße, Maxstraße,  Hofstraße, Balthasar-Neumann-Promenade, Rennweg, Friedrich-Ebert-Ring, Geschwister-Scholl-Platz, Ottostraße, Neubaustraße, Willy-Brandt-Kai.
Laufroute 2 (Feminismus): Kaiserstraße, Theaterstraße, Maxstraße, Hofstraße, Maxstraße, Spiegelstraße, Eichhornstraße, Unterer Markt, Langgasse, Augustinerstraße, Sanderstraße, Sanderring, Sanderglacisstraße, Willy-Brandt-Kai.
Laufroute 3 (Solidarity): Bismarckstraße, Kranenkai, Karmelitenstraße, Rückermainstraße, Unterer Markt, Langgasse, Domstraße, Plattnerstraße, Domerschulstraße, Schönthalstraße, Neubaustraße, Ottostraße, Geschwister-Scholl-Platz, Sanderring, Sanderglacisstraße, Willy-Brandt-Kai.
Ab 16 Uhr findet eine gemeinsame Abschlusskundgebung aller drei Demonstrationszüge auf dem Parkplatz am Willy-Brandt-Kai statt. Zwischen 12.45 Uhr und 16 Uhr wird es daher immer wieder an verschiedenen Stellen im Innenstadtbereich zu Verkehrsbehinderungen kommen. Die Stadt Würzburg bittet um Verständnis.

Die Polizei Unterfranken twittert von den Demos in Würzburg

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