WÜRZBURG

Große Solidarität mit Asylbewerber Madiama Diop

Sportler und prominente Musiker machen sich für den Würzburger Asylbewerber Madiama Diop stark, der als Footballer nicht zu Auswärtsspielen darf.
Alle für einen: Asylbewerber Madiama Diop (von links) und seine Unterstützer vom Football-Team der Würzburg Panthers, Martin Riethmüller, Johannes Brandt und Jay Lopez vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge in München. Foto: Brandt

Der Footballspieler Madiama Diop darf den Regierungsbezirk Unterfranken eigentlich nicht verlassen. Doch der Donnerstag war eine Ausnahme. Diop und drei seiner Mannschaftskollegen von den Würzburg Panthers fuhren nach München. Der Grund: eine Anhörung über das Asylgesuch des Senegalesen.

Dass Diop im August wegen der Residenzpflicht nicht zu einem Auswärtsspiel nach Bamberg fahren durfte, sorgte bundesweit für Schlagzeilen. Inzwischen haben sich Musiker wie Max Herre, Jan Delay, Peter Fox und Xavier Naidoo für ihn starkgemacht.

Nach zweieinhalb Stunden Anhörung war Madiama froh, dass es vorbei ist, berichtet der mitgereiste Unterstützer Johannes Brandt unmittelbar nach dem Behördentermin im Telefonat mit unserer Redaktion. „Das Gespräch verlief sehr bürokratisch. Es wurde noch mal die ganze Geschichte von Madiama abgefragt und auf Widersprüche überprüft.“

Nur Brandt durfte der Anhörung beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge beiwohnen, die anderen Freunde von Madiama mussten derweil draußen warten. Auf die Beamten habe dies keinen Eindruck gemacht, doch für Madiama sei die moralische Unterstützung wichtig gewesen, schildert Football-Jugendtrainer Brandt seine Eindrücke. „Wir wollten zeigen, dass wir für ihn da sind und in diesem entscheidenden Moment nicht hängen lassen.“

Diops Rückhalt in der Mannschaft ist groß. Schon bei seinen Versuchen, für das Auswärtsspiel eine Ausnahmegenehmigung von der Residenzpflicht zu erhalten, begleiteten ihn einige Teamkameraden. Als der Antrag abgelehnt wurde, riefen die Panthers eine Fotoaktion auf Facebook ins Leben.

Unterstützer sollten Fotos mit Diops Rückennummer 45 schicken. Mittlerweile sind so mehr als 150 Bilder zusammengekommen, darunter auch die der prominenten Musiker. Eine Online-Petition, die Diop die Teilnahme an Auswärtsspielen ermöglichen will, ist bis Donnerstagnachmittag auf knapp 27 000 Unterstützer gekommen.

In drei bis vier Wochen soll über Diops Asylgesuch entschieden sein, sagt Brandt. Die Erfolgsaussichten schätzt er gering ein, denn der Senegal gelte den Behörden als sicheres Land. Eine Aufenthaltserlaubnis zum Arbeiten sei ebenfalls kaum in Aussicht, da nur wenige Wirtschaftsbeziehungen in das afrikanische Land beständen.„Doch jetzt heißt es erst mal abwarten und hoffen.“

Für Ablenkung sorgt auch ein Heimspiel der Panthers am Sonntag. Es ist das Halbfinale der Landesliga, und wenn die Mannschaft gewinnt, könnte es sein, dass zwei Wochen später ein Auswärtsspiel folgt. Für dieses wollen Diop und seine Freunde wieder einen Antrag auf „Verlassenserlaubnis“ stellen – aufgeben ist den Sportlern fremd.

Prominenter Unterstützer: Xavier Naidoo und andere Musiker machen sich auf Facebook für Madiama Diop stark. Foto: Facebook

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