ROTTENDORF

Großübung mit 250 Helfern

Unterfränkische Rettungsdienste übten in Rottendorf. Foto: Ammon

Sturzregen und Gewitter: Straßen sind überflutet, der Strom fällt aus, und ein Zug der Deutschen Bahn entgleist, über die Anzahl der Verletzten ist nichts bekannt. Es gibt Katastrophenalarm. Zum Glück ist alles nur ein Szenario, das allerdings nach den jüngsten Wetterkapriolen durchaus denkbar erscheint.

Bei der Großübung „Herbstkleid 2016“, an der sich zwei unterfränkische Hilfeleistungskontingente mit über 70 Fahrzeugen beteiligten, probten etwa 250 ehrenamtliche Helfer der Rettungsdienste BRK, Malteser, Johanniter und des Arbeiter-Samariter-Bundes in Rottendorf (Lkr. Würzburg). „An der ein oder anderen Stelle könnte es noch etwas flotter vorangehen“, fasste Bezirksbereitschaftsleiter Raimund Heiny zusammen. „Im Großen und Ganzen hat es jedoch gepasst.“ Wie gut, das wird aber erst die Auswertung der Beobachter und der Aufnahmen zweier Drohnen zeigen.

Bei der Übung mussten gleich zwei Neuerungen ihre Praxistauglichkeit beweisen: Erst seit Juni kommt der neue Digitalfunk in Unterfranken im Rettungsdienst zum Einsatz und ermöglicht eine bessere Abstimmung und regelmäßige Lageberichte in die Zentrale nach München. Neu ist auch das Rettungskonzept: Erstmals wurden die Betreuungszelte für die Verletzten nicht mehr getrennt nach Verletztengruppen eingerichtet, sondern so, dass die Helfer und Ärzte in jedem einzelnen Zelt mit unterschiedlich schwer Verletzten klarkommen. Der Vorteil: Die Einsatzkräfte sind deutlich flexibler. Auch könnte der Ausfall eines der Einsatzzelte leicht ausgeglichen werden. Möglich ist dies dadurch, dass die Einsatzfahrzeuge heute deutlich stärker vereinheitlicht sind als früher.

Unterfrankenweite Hilfsleistungskontingente als taktische Einsatzeinheiten gibt es noch nicht so lange: Auch als Reaktion auf den Einsatz bei der Überschwemmungskatastrophe von Dresden 2002 seien sie seit 2009 in den Bezirken aus den einzelnen Schnelleinsatzgruppen zusammengestellt worden, um auch spontan überregional Hilfe leisten zu können, erklärt der Direktor des BRK-Bezirks Unterfranken, Reinhold Dietsch, der die Übung organisiert hatte.

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