Hausen

Grundstückstausch und viele Baumaßnahmen

Zur Sicherheit von Fußgängern wurde kürzlich an einer Straßenengstelle in Hausen ein Gehsteig neu gebaut. Foto: Irene Konrad

Großes Interesse an der Gemeindepolitik zeigten die Dorfbewohner aus Erbshausen-Sulzwiesen, Hausen und Rieden bei der Bürgerversammlung der Gemeinde Hausen. Bürgermeister Bernd Schraud legte anhand von Folien, Diagrammen und Fotos Rechenschaft ab und erläuterte aktuelle Vorhaben.

Vor der Dorfpolitik durfte sich "der schlaue rote Traktor Konni" vorstellen. Er ist das Maskottchen der neuen QR-Tour der zehn Mitgliedsgemeinden der ILE Würzburger Norden. Ulrike Lilienbecker erklärte, wie die digitale Rundreise mit Filmen, Fotos und Hörbeiträgen aufgebaut ist und stellte heraus, dass "ganz normale Leute" von kulturellen Schätzen erzählen und damit Geschichte bewahren.

Ein paar Zahlen stellte Bürgermeister Schraud seinem Rechenschaftsbericht voran. Mit 2494 Einwohnern sei die Bevölkerung erfreulich konstant geblieben. Der Haushaltsplan 2019 habe mit 9,392 Millionen Euro Gesamtvolumen ein hohes Niveau und die finanzielle Entwicklung der Gemeinde sei insgesamt "sehr positiv". 404 Euro beträgt die aktuelle Pro-Kopf-Verschuldung.

Große Nachfrage nach Grundstücken

In allen drei Gemeindeteilen gibt es bauliche Fortschritte. In Erbshausen-Sulzwiesen wurde "in einem sehr zügigen Projekt" der Kindergarten vergrößert und ein Wohngebiet im Innenort mit zehn Bauplätzen und der neuen Straße Albanusweg geschaffen.

Die Nachfrage nach den Grundstücken war groß. Aktuell werden die entdeckten historischen Schlitzgruben (Jagdfallen aus der Jungsteinzeit) kartiert. Mit einer um 510 Meter verlängerten Straße wurde auch das Gewerbegebiet "Am Wiesenweg" erweitert. "Die Bauarbeiten sind abgeschlossen. Nun werden die Gewerbeflächen vermessen."

Für den Gemeindeteil Hausen hat der Gemeinderat einen Antrag auf Dorferneuerung und auf die Anordnung eines Flurbereinigungsverfahrens gestellt. Der Ausbau und eine Neuplanung der landwirtschaftlichen Wege im Osten wurden ins Auge gefasst. Vorgezogen worden ist bereits der Umgriff um das Rathaus und die Kirche. Der Um- und Anbau des Rathauses selbst soll noch in diesem Jahr beginnen.

Neuer Kindergarten für Hausen

Nach langen Verhandlungen ist Bürgermeister Schraud ein Grundstückstausch gelungen. Dadurch konnte an einer Engstelle in der Sulzwiesener Straße in Hausen ein Gehsteig gebaut werden. "Das ist auf dem Weg zur Bushaltestelle ein erheblicher Zugewinn an Sicherheit für die Schulkinder und für alle Fußgänger", freut sich das Ortsoberhaupt.

Im Gemeindeteil Hausen wird ein neuer Kindergarten am Ortsrand gebaut. Er soll im Frühjahr 2020 bezugsfertig sein. In Rieden ist das drei Hektar große künftige Wohnbaugebiet "Am Seebach" auf einem guten Weg. 67 Bauplätze sind geplant. Alle sind in der Hand der Gemeinde. Zunächst werden 26 Bauplätze erschlossen. Im Frühsommer 2021 soll dieser erste Bauabschnitt fertig sein.

Unbefriedigend sei die Situation im Grundschulbereich. Schon im vergangenen Jahr sei vom Grundschulverband wegen der gestiegenen Kinderzahl ein Antrag auf Ermittlung des Raumbedarfs und eine Bedarfsermittlung gestellt worden. "Wir werden weitere Klassenzimmer bauen müssen", mutmaßt Bürgermeister Schraud. Falls ein Anbau am Schulort Erbshausen gemacht wird, soll die dringend gewünschte Mittagsbetreuung mitgeplant werden.

Straßen und Kanäle müssen erneuert werden

Beim Streit mit dem Autobahnkonzern Tank und Rast um die Kosten für den Bau und Betrieb Kläranlage in Rieden ist eine Entspannung eingetreten. Erfreulicherweise bezahlt die Tank- und Rast-GmbH die laufenden Kläranlagen-Betriebskosten für die Autobahnraststätte Riedener Wald von 70 000 bis 80 000 Euro im Jahr.

Trotzdem hat die Gemeinde Hausen im Dezember 2018 beim Verwaltungsgericht Würzburg eine Klage eingereicht. Es geht um die Abschreibungskosten für die neue Kläranlage. Auch beim Abwasserzweckverband Obere Pleichach gibt es Schwierigkeiten. Für die Erweiterung der Unterpleichfelder Kläranlage müsse der Abwasserzweckverband "noch einige Hürden nehmen".

Sorgen machen bestimmte Ortsstraßen und Kanäle. Sie müssen erneuert werden. Erfreulich hingegen sei der Fortschritt für ein neues Feuerwehrauto in Hausen. Es wird wahrscheinlich 2021 ausgeliefert. Die "Mitfahrerbänke" wurden aufgestellt, die Gemeindepartnerschaft mit dem französischen Villerville belebt und Gespräche mit Förderberaterin Ines Riermeier im Rahmen des "Marktplatzes der Generationen" geführt.

Lärmschutz an der A7

Mehrmals bekam Bürgermeister Schraud Applaus für umgesetzte Maßnahmen im Dorf. Das galt vor allem seinem kurzen Rückblick über die vergangenen sechs Amtsjahre. Dabei kamen Punkte wie die Einführung der 30er-Zonen, die Feier von Dorfjubiläen in allen drei Ortschaften, eine neue Friedhofssatzung, Grenzsteinkontrollen in der Flur oder die neue Homepage der Gemeinde zur Sprache.

Erwähnt wurden die Sanierung des Brunnenhauses in Rieden, die Bewirtschaftung des 300 Hektar großen Gemeindewalds mit Neuanpflanzungen im Sinne des Klimawandels, die Unterstützung von Jugendtreffs, Projekte im Rahmen der Gewässerentwicklung und des Hochwasserschutzes sowie die aktuell 54 Mitarbeiter der Gemeinde.

Bürgermeister Schraud bedankte sich bei allen, die mit Engagement und Mut an der Entwicklung der Gemeinde mitarbeiten. Beim Blick nach vorn ging es um den Lärmschutz im Zuge des Ausbaus der Autobahn A 7, den gewünschten Bürgerbus oder die Betreuung von Kindern und Jugendlichen.

Artur Zimmermann wies bei der Hausener Bürgerversammlung darauf hin, dass beim Autobahnausbau der A7 auf den Lärmschutz zu achten ist. Foto: Irene Konrad

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