GÜNTERSLEBEN

Günterslebener Gemeindekasse entspannt sich

Bürgermeister Ernst Joßberger übergibt an seinen Nachfolger, der im Juli gewählt wird, nicht nur einen Haushalt mit einem Gesamtvolumen von über zehn Millionen Euro, sondern auch eine Gemeinde, die auf wirtschaftlich stabilen Füßen steht. „Ich tue das, da mache ich keinen Hehl raus, mit einer gewissen Zufriedenheit“, sagte er in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Dies sei zwar auch eine Folge der guten wirtschaftlichen Lage in Deutschland, aber ebenso den umsichtigen Entscheidungen des Gemeinderats und der Verwaltung zu verdanken.

Seit 2005, dem Jahr seines Amtsantritts, sei es gelungen, nicht nur die Schulden abzubauen, sondern gleichzeitig „kräftig“ in Projekte zu investieren: So standen 2005 970 000 Euro in der Rücklage 1,5 Millionen Euro Schulden gegenüber, heute sind 2,4 Millionen Euro in der Rücklage bei 1,1 Millionen Euro Schulden. Auch ist es in diesem Jahr möglich, stattliche 786 000 Euro vom Verwaltungs- in den Vermögenshaushalt zu überführen, wo sie wiederum für Investitionen zur Verfügung stehen.

Das Gesamtvolumen des Haushalts erreicht knapp 14,4 Millionen Euro. Es teilt sich in 8,2 Millionen Euro im Verwaltungshaushalt und 6,2 Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Ein dickes Lob für die Zahlen gab es auch von Kämmerin Klara Schömig: „Insgesamt ist festzustellen, dass die finanzielle Situation der Gemeinde Güntersleben als gut zu bezeichnen ist.“

Hohe Personalkosten

Allerdings vergaß sie auch nicht, mahnende Worte anzuhängen: „Ziel muss jedoch sein, auch weiterhin mit Weitblick, Sachverstand und einer gesunden Portion Menschenverstand Entscheidungen zum Wohle Günterslebens zu treffen.“ Auch bleibt Güntersleben, wie sie vorrechnete, im Landkreis vergleichsweise eine eher arme Gemeinde: Mit einer Steuerkraft von 2,69 Millionen Euro, die zwar seit 2011 kontinuierlich gestiegen ist, liegt der Ort mit 611 Euro pro Kopf immer noch auf Rang 40 von insgesamt 52 Gemeinden.

Dafür profitiert der Haushalt von Schlüsselzuweisungen des Freistaats von 1,3 Millionen Euro und aus der Kreisumlage von 1,5 Millionen Euro. Doch auch die eigenen Einnahmen brauchen sich nicht zu verstecken: Die Einkommenssteuer ist für 2017 mit 2,4 Millionen Euro (2016: 2,33 Millionen Euro) und die Gewerbesteuer mit 500 000 Euro (2016: 735 000 Euro) angesetzt. Auch erhält die Gemeinde nochmals 750 000 Euro aus den Grundstücksverkäufen im Neubaugebiet Platte. Um für die lange Liste an Investitionen aufzukommen, ist dennoch eine Entnahme von 3,3 Millionen Euro aus der Rücklage vorgesehen. Ein Blick in die weitere Jahresplanung zeigt zudem, dass schon 2018 und 2019 Kredite von jeweils 700 000 nötig sind.

Bei den Ausgaben schlagen die seit Jahren steigenden Personalkosten für die Kindergärten deutlich zu Buche: Mit 3,2 Millionen Euro sind sie der größte Posten. Noch 2011 lagen sie gut eine Million Euro niedriger. Auch schließen sie 2016 mit einem deutlichen Defizit von 542 000 Euro ab.

Bei den Investitionen in Baumaßnahmen schlagen die Sanierung des Rathauses mit 1,5 Millionen Euro im Haushalt 2017 zu Buche, die Städtebauförderung mit 1,2 Millionen Euro, die Erschließung des Neubaugebiets mit 900 000 Euro, die Kanäle mit 320 000 Euro, die Sporthalle mit 150 000 Euro, der Ausbau schnellen Internets mit 148 000 Euro und eine Deponie für gemeindlichen Erdaushub mit 100 000 Euro. Auch stehen etwa für die Minigolfbahnen im Freizeitgelände Dürrbachpark 30 000 Euro, für die Trockenmauern in der Weinberglage Sämlein 20 000 Euro und für eine würdige Präsentation der frühgeschichtlichen Funde 10 000 Euro bereit.

Lob für den auf gut 270 Seiten festgehaltenen Haushalt gab es von den einzelnen Fraktionen: „Die letzten Jahre waren nicht nur klasse, sie waren extraklasse“, sagte Erich Weißenberger (UBG). Seine Fraktion hoffe jedoch, dass noch in diesem Jahr mit der Sanierung der Thüngersheimer Straße die erste Maßnahme im Zuge der Städteförderung startet. Einfach wird dies freilich nicht. Auch Willi Öffner (CSU) lobte die „sehr entspannte Haushaltssituation“ im Vergleich zur Zeit um 2000. In guten Zeiten würden jedoch die Fehler gemacht, die man in schlechteren Zeiten unter umso größeren Schmerzen wieder zu korrigieren versuche. Er sieht in der überörtlichen Zusammenarbeit mit den Nachbargemeinden Potenzial für Einsparungen.

Maximilian Beck (SPD) stellte heraus, dass nach der Erschließung des Neubaugebiets der Schwerpunkt nun auf dem Altort liegen müsse.

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