WÜRZBURG

Gute Nachrichten für Straba-Verlängerung in Grombühl

Eigentlich sollten die neuen Strabagleise in Grombühl schon längst verlegt sein. Aber immer wieder verzögert etwas die Planung. Wie berichtet, hat zuletzt ein Rechtsstreit zwischen dem Freistaat und einer Baufirma den Baubeginn auf unbekannt verschoben. In der Gerichtsverhandlung vor dem Oberlandgericht München haben sich die Parteien aber Mitte April auf einen Vergleich geeinigt. Das heißt: Wenn alles gut geht, fährt die Straba ab 2023 bis in die Oberdürrbacher Straße.

Seit den 1990er Jahren wird die Verlängerung der Straba-Linien 1 und 5 geplant. Mit 1,3 Kilometer zusätzlicher Gleise sollen die Zentren für Innere und Operative Medizin (ZIM/ZOM) sowie ÖPNV und Pendler aus Richtung Oberdürrbach an das Straßenbahnnetz angeschlossen werden.

Erst unterirdische Rohrtrasse, dann Gleise

Voraussetzung der Straba-Verlängerung ist, dass Versorgungsleitungen der Uniklinik in eine unterirdische Rohrtrasse verlegt sind. Diese sogenannte erdverlegte Leerrohrtrasse verläuft von der Josef-Schneider- bis in die Oberdürrbacher Straße parallel zur neuen Trasse und quert diese mehrfach. Sie muss fertig sein, bevor die Gleise gelegt werden. Die WSB (Würzburger Straßenbahn GmbH) kann deshalb ihre Bauarbeiten erst ausschreiben, wenn feststeht, wann das Staatliche Bauamt fertig ist. Vor zwei Jahren sah es so aus, dass die Straba 2021 fahren könnte.

Doch nach der Ausschreibung der Rohrtrasse vor einem Jahr waren die Angebote der Baufirmen sehr viel höher als die erwarteten rund zwölf Millionen Euro. Das Staatliche Bauamt setzte deshalb das gesamte Angebotsverfahren zurück. Dagegen klagte der Erstbietende. Eine erneute Ausschreibung des Tunnels lag damit erst einmal auf Eis – und damit das gesamte Projekt.

Ausschreibung startet jetzt

Jetzt haben die Parteien vor Gericht einen Vergleich geschlossen, der wieder Bewegung in die Sache bringt. „Wir beabsichtigen in Kürze die Bauarbeiten in der Josef-Schneider-Straße neu auszuschreiben und erwarten uns wirtschaftliche Angebote, so dass eine Beauftragung noch in 2018 erfolgen kann“, teilt der Leiter des Staatlichen Bauamts in Würzburg Joachim Fuchs mit.

Spätestens Anfang 2019 soll dann gebaut werden. Die Mehrausgabe für die gestiegenen Baukosten hat der Landtag inzwischen genehmigt.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass nun mit der erneuten Ausschreibung die Voraussetzung für die Baumaßnahme geschaffen wurde,“ erklärt Bernd Karl, Verkehrsplaner der WSB. Wenn alles gut geht, schreibt die WVV-Tochter Anfang 2020 die Baumaßnahme aus und beginnt noch im gleichen Jahr mit dem Bau. Drei Jahre später könnte die neue Strecke in Betrieb gehen.

27 Millionen Euro

Allerdings wird auch die Straba-Verlängerung vermutlich teurer, als 2016 geschätzt. Damals ging man von 27 Millionen Euro aus, von denen der Freistaat 18, die Stadt Würzburg neun übernehmen sollte. Wer finanziert die zu erwartende Kostensteigerung?

OB Christian Schuchardt setzt sich dafür ein, dass der Freistaat diese Lücke schließt. Gemeinsam mit WVV-Chef Thomas Schäfer war der OB kürzlich in München. „Wir haben auf eine Anhebung der Förderung gedrungen“, so der OB. Da der Bau nicht durch die WSB, sondern durch das Vergabeverfahren des Freistaates verzögert wurde, habe das zuständige Ministerium eine „wohlwollende Prüfung“zugesagt.

„Insbesondere für die nördliche Erweiterung des Klinikgeländes ist die Straßenbahnverlängerung dringend notwendig“, sagt Landtagsabgeordneter Oliver Jörg (CSU). „Ich freue mich, dass jetzt der erste Schritt dazu erfolgt.“

Auch SPD-Landtagsabgeordneter Georg Rosenthal freut sich über die gute Nachricht. Der frühere Würzburger OB erinnert angesichts der jahrzehntelangen Vorbereitungszeit für die 1300 Meter lange Trasse an die Komplexität des Themas. „Man muss bei Straßenbahnprojekten viele Akteure mit unterschiedlichen Interessen mitnehmen und das ist nie einfach“, erklärt Rosenthal.

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