WÜRZBURG

Hass-Mails an Friedenspreisträger

Erhielt Hass-Mails: Friedenspreisträger Burkhard Hose. Foto: P. Christ

Burkhard Hose, katholischer Studentenpfarrer, für sein Engagement gegen Rassismus, Antisemitismus und Diskriminierung mit dem Würzburger Friedenspreis ausgezeichnet, gehörte zu den 250 Demonstranten, die am Montag einen Aufmarsch des Bündnisses „Pegida“ („Patriotische Europäer gegen Islamisierung des Abendlands“) blockierten.

In den folgenden Tagen gingen zornige, teils unflätige E-Mails bei ihm ein. Die Schreiber unterstellen ihm, der Islamisierung Deutschlands den Weg zu bereiten, anstatt das Evangelium zu verkünden.

Allen ist eigen, dass sie keinen Unterschied machen zwischen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ und den mehr als einer Milliarde Muslime, die ihren Alltag nicht anders leben wie die Gläubigen der anderen Religionen.

So wirft ein Schreiber dem Pfarrer vor, die katholische Kirche zu verraten. Ein anderer schimpft die katholische Kirche eine „Zeitgeistkirche“, die schon immer auf der Seite der Mächtigen stehe und stellt fest, dass die Gotteshäuser immer leerer würden, aber „die Priesterseminare der Tradition immer voller“.

Ein weiterer unterstellt dem „Pegida“-Gegner, er könne „doch nicht pauschal jeden, der sich um die Zukunft seiner Kinder sorgt, als Nazi diffamieren“. Hose bekämpfe „besorgte Bürger“, sein Vorgehen erinnere „eher an Mohammed als an Jesus“.

Einer nennt sich nach einer Mafia-Größe „Meyer-Lansky“ und offenbart unfriedliche Umgangsformen: „Kümmere dich lieber um deine verlogene Glaubensgemeinschaft, bevor du auf der Straße als Politclown herumturnst. Du hirnkranker Pfaffe!“

Hose sagt, solche Beschimpfungen beeindruckten ihn nicht, sie bestärkten ihn. Er sei überzeugt, bei der Gegendemonstration „auf der richtigen Veranstaltung“ gewesen zu sein. „Pegida“ werde von manchen zu Unrecht verharmlost, er finde das „daneben“. Der Pfarrer steht in der Kirche nicht alleine. Die sächsische Arbeitsgemeinschaft „Kirche für Demokratie“ beschreibt die „Pegida“, die zuerst in Dresden auftauchten, als „ausländerfeindliches Demonstrationsbündnis“, das die Angst vor islamischem Terrorismus nutze, um gegen die Aufnahme von Flüchtlingen Stimmung zu machen.

Hose will, so berichtet er, zum Auftakt dieses Demonstrationszuges „deutliche Worte“ dazu sagen. Um 17.30 Uhr spricht er bei der Kundgebung der Montagsspaziergänger am Hauptbahnhof.

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