Hausen

Hausener Rathausumbau wird abgespeckt

Im November soll der Umbau des Hausener Rathauses beginnen. Es wird energetisch saniert, barrierefrei erschlossen und angebaut. Die Entscheidung im Juni 2018 für den Erhalt des Gebäudes war knapp ausgefallen. Nun liegen konkrete Kostenermittlungen des Statikers vor und die Diskus... Foto: Irene Konrad

Im Juni 2018 hatte sich der Hausener Gemeinderat mit 6:5 Stimmen knapp für die Sanierung des Rathauses und einen modernen Anbau entschieden. Angesichts der errechneten Baukosten von 1,83 Millionen Euro war heftig diskutiert worden, ob das historische Gebäude einem kompletten Neubau weichen sollte. Dieser Gedanke flammte nun im Gemeinderat wieder auf.

Der Anlass für eine längere und mit harten Bandagen geführten Diskussion im Ratsgremium war zum einen das Gutachten des Statikers als Fachplaner und zum anderen der lange Zeitraum von 15 Monaten, der seit der Entscheidung zur konkreten Baumaßnahme verstrichen ist. Bürgermeister Bernd Schraud und Architekt Benedikt Gerber waren deswegen heftiger Kritik ausgesetzt.

Beschluss bleibt

Letztendlich glätteten sich die Wogen. Am grundsätzlichen Sanierungsbeschluss wurde nicht mehr gerüttelt. Niemand stellte einen Antrag zur Aufhebung des Beschlusses vom Juni 2018. Trotz der knappen Entscheidung damals und Diskussionen in der Bevölkerung. Einen kompletten, von der Straße zurückgesetzten Neubau, favorisieren etliche Bürgerinnen und Bürger noch immer.

"Es wird sportlich mit unserem Rathausumbau, ja, aber es ist zu schaffen, dass bis Ende des Jahres 2020 die relevanten Bauten in Bezug auf die Barrierefreiheit und die energetische Sanierung des Hauses fertig sind", gestand Architekt Gerber. Das ist wichtig, weil nur dann die zugesagte Förderung des Kommunalinvestitionsprogramms (KIP) in Höhe von 600 000 Euro abgerufen werden kann.

Verwaltung ist umgezogen

Seit April dieses Jahres steht das Rathaus schon leer. Für die Zeit des anstehenden Umbaus ist die Verwaltung schon vor fünf Monaten in die ehemalige Schule umgezogen. Auch die Pläne über das künftige Rathausumfeld gehen ihren Weg. Dazu ist im Juni die Entscheidung für eine von drei Varianten gefallen. Sie wird derzeit von Architekt Gerber weiterentwickelt.

"Ich habe immer gesagt, dass dieser Rathausumbau und -anbau eine komplexe Geschichte ist", verteidigte sich Architekt Gerber. Ein altes Gebäude berge immer Überraschungen in sich. Das Gefälle des Geländes müsse beachtet werden und die Verbindung Altbau-Neubau sei vielschichtig. Er habe auch stets darauf hingewiesen, dass seine "nach bestem Wissen und Gewissen geschätzten Zahlen" noch von einem Statiker errechnet werden müssten.

In der Sitzung des Bauausschusses vor einer guten Woche lagen diese Kosten des Fachplaners vor. Wenn der künftige Aufzug auch den Keller des Neubaus erschließen soll, muss tief und mit speziellen Tiefbaufirmen ausgebaggert und unterfangen werden. Die Anbindung des künftigen Archivs im Keller des Neubaus würde deshalb statt der bisher veranschlagten Schätzung von 113 000 Euro rund 250 000 Euro kosten.

In den Keller geht es über die Treppe

Nach eineinhalb Stunden Diskussion entschieden sich die Ratsmitglieder, die bisher geplante Aufzugsvariante abzuspecken. Der Aufzug geht zwar bis ins Dach, aber er erschließt weder den Gewölbekeller des Altbaus – das war nie geplant – noch den Keller des Neubaus. Die beiden Keller können nur über Treppen erreicht werden. Diese Abstimmung fiel mit 9:6 Stimmen aus.

Eine "Kostenexplosion noch vor der ersten Steinbewegung" ist damit vom Tisch. Mit 1,97 Millionen Euro rechnet die Gemeinde aktuell für das Bauvorhaben. Mäßigend äußerten sich die Gemeinderäte Ulrike Feser, Oliver Rumpel und Dieter Schmidt sowie der dritte Bürgermeister Peter Weber. "Wir haben eine alternative und sinnvolle Lösung gefunden", meinte Oliver Rumpel.

Auch Bürgermeister Bernd Schraud ist zufrieden, dass der eingeschlagene Weg trotz der Abspeckung der Aufzugsvariante weitergeht. "In Hausen sind historische Gebäude rar", nannte er das Ensemble mit Kirche, Rathaus und ehemaligem Schwesternhaus charaktervoll. Es sei immer seine Argumentation gewesen, "dieses Stück Seele im Ort zu lassen".

Schlagworte

  • Hausen
  • Irene Konrad
  • Anbau
  • Archive
  • Baukosten
  • Baumaßnahmen
  • Bernd Schraud
  • Bevölkerung
  • Bürger
  • Gebäude
  • Kostenexplosionen
  • Peter Weber
  • Sanierung und Renovierung
  • Stadträte und Gemeinderäte
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!