SOMMERHAUSEN

„Heiße Zeiten“ bei Hitzewallungen und Haarausfall

Die „Hausfrau“ Annette Patrzek, die „Junge“ Sylvia Legner, die „Karrierefrau“ Christina von Golitschek und die „Vornehme“ Brigitte Obermeier bei der Premiere von „Heiße Zeiten“ im Theater Sommerhaus. FOTO Oliver Mack Foto: Oliver Mack

Wechseljahre sind nichts für Feiglinge, heißt es in dem „musikalischen Horminical“, das im Theater Sommerhaus – an seiner derzeitigen Spielstätte im Rathaus – Premiere hatte. „Heiße Zeiten“ verspricht der Titel, und die kommen dann auch, witzig, unbarmherzig, mit Hitzewallung und mitreißender Musik, die reichlich Schwung in die Hormonschwankungen bringt.

In Tilmann von Blombergs Stück treffen vier Frauen am Flughafen aufeinander, die zunächst nichts gemeinsam haben außer einem Ticket nach New York und der Tatsache, nicht mehr ganz jung zu sein. „Die Hausfrau“ hat drei Kinder großgezogen, „die Karrierefrau“ eine endlose Serie gescheiterter Beziehungen und One Night Stands hinter sich. „Die Vornehme“ klammert sich an Stil und Vernunft, zwischen einem Vater, von dem sie sich nie lösen konnte und einer Tochter, die sich schon allzu sehr von ihr gelöst hat, während „die Junge“ mit ihren 42 Jahren noch schwanger werden will, bevor es zu spät ist. Wollsocken in Sandalen treffen auf High Heels, Gefühl auf Sarkasmus, ein Kaffeebecher aufs Chanelkostüm. Während sich der Flieger immer mehr verspätet, nähern sich die vier Frauen einander an, in einer energiegeladenen Revue aus Songs, die Laune machen.

Zu bekannten Melodien (Pophymnen, Schnulzen, Diskoklassikern und Jazzstandards) hat Bärbel Arenz Texte geschrieben, die lustvoll in den Wunden stochern, die der Zahn der Zeit den Frauen beibringt, von verringerter Blasenkapazität, Hitzewallungen über Vergesslichkeit und Haarausfall bis hin zu lustlosen Männern, aber auch solche, die Mut machen oder einfach nur Spaß.

Martin Hanns begleitet am Klavier und hat „Heiße Zeiten“ mit Tempo, Schwung und Liebe zum Detail inszeniert. Die Darstellerinnen Christina von Golitschek (die Karrierefrau), Sylvia Legner (die Junge), Brigitte Obermeier (die Vornehme) und Annette Patrzek (die Hausfrau) spielen mit unglaublichem Esprit und Mut zur Macke. Vier ganz unterschiedliche, aber kraftvolle Frauen, von denen keine vor den anderen verblasst, keine im Klischee stecken bleibt, eine starke Vorstellung. Singen und Tanzen können die Damen natürlich auch, und zwar so, dass es eine wahre Freude ist. Begeisterter Premierenbeifall vom überwiegend weiblichen Publikum.

Die nächsten Aufführungen sind am Samstag und Sonntag, jeweils 20 Uhr im Rathaus Sommerhausen sowie am 2., 6. und 7.12. im Bürgerhaus Winterhausen. Tickets gibt es übrigens auch für Männer.

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