WÜRZBURG

Hilfe für ausländische Studierende

Sie wollen helfen: Der Vorstand des Vereins zur Unterstützung ausländischer Studierender mit (von links) Jennifer Göb vo... Foto: R. Emmerich

Bürgerkrieg in der Heimat, Krankheiten, Unfälle: Ausländische Studierende können schnell in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Wer in solchen Notsituationen helfen will, kann das in Würzburg über einen neu gegründeten Verein tun, berichtet die Pressestelle der Universität Würzburg.

Ein syrischer Student kommt ins International Office der Uni Würzburg, weil er nicht weiter weiß. Schon seit drei Tagen hat er nichts mehr gegessen – er hat kein Geld mehr. In seiner Heimat herrscht Bürgerkrieg, die regelmäßigen Überweisungen seiner Familie sind plötzlich ausgeblieben. Was tun? Eine Studentin aus dem Kongo stürzt vom Fahrrad und bricht sich den Arm. Dadurch kann sie vorerst nicht weiter jobben, und ihr fehlt damit eine wichtige Geldquelle. Wie soll sie jetzt den Semesterbeitrag bezahlen?

Ziel: Unbürokratische Hilfe

Ob International Office, Zentrum für Sprachen, Studierendenvertretung, GSiK-Projekt, Studentenwerk oder katholische und evangelische Hochschulgemeinde: Alle Institutionen in Würzburg, die mit ausländischen Studierenden zu tun haben, kennen solche Fälle. Um den Betroffenen zu helfen, haben sie sich 2011 zu einem Runden Tisch zusammengetan. Aus diesem Kreis heraus wurde nun der „Verein zur Unterstützung ausländischer Studierender in Würzburg“ gegründet.

Bürgermeister Adolf Bauer ist der Vereinsvorsitzende: „Wir wollen unverschuldet in Not geratenen ausländischen Studierenden der Universität, der Musikhochschule und der Hochschule für angewandte Wissenschaften schnell und unbürokratisch helfen“, sagte er kürzlich bei der feierlichen Vereinsgründung im Senatssaal der Uni. Das Geld dafür soll aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden aufgebracht werden. „Erste Spenden sind da, erste Mitglieder auch“, freute sich Bauer.

Universitätspräsident Alfred Forchel begrüßte die Vereinsgründung. Die Universität sei bereits Mitglied, der zentrale Alumni-Verein ebenfalls. Als Vertreter der Kirchen wünschten Domdekan Prälat Günter Putz und Dekanin Edda Weise dem Verein gutes Gelingen.

Alumni-Vorsitzender Theodor Berchem zeigte sich ebenso glücklich über die Initiative: „Beim Schritt in ein anderes Land kann es verschiedenste Schwierigkeiten geben, die niemand erahnen kann.“ Berchem, der 28 Jahre lang Präsident der Uni Würzburg war, weiß das auch aus seiner langjährigen Zeit als Präsident des Deutschen Akademischen Austauschdienstes.

Wie es zur Vereinsgründung kam? Ab März 2011 bemerkte man auch in Würzburg den „Arabischen Frühling“, also die Aufstände und Revolutionen in einigen arabischen Staaten: Vermehrt tauchten in den Beratungsstellen Studierende aus diesen Ländern auf, die in Sorge um ihre Familien waren und die Weiterfinanzierung ihres Studiums in Gefahr sahen. Betroffen und ratlos angesichts der Schicksale, waren sich alle einig: „Wir müssen was tun!“ Das war die Geburtsstunde des Runden Tisches. An sie erinnerten bei der Feier die evangelische Studentenpfarrerin Susanne Hötzel, die Referentin der Katholischen Hochschulgemeinde Ulrike Michel-Schurr und Ursula Shahmary vom International Office.

Finanzielle Hilfe beschafft

Bis heute sind die Akteure des Runden Tisches stolz darauf, dass sie alle Einrichtungen in Würzburg, die ausländische Studierende betreuen, in einer zentralen Runde vernetzt haben. Das gebe es nicht an jedem Hochschulstandort. Der Runde Tisch organisierte beispielsweise Seminare für ausländische Studierende, etwa zum Thema „How to handle Germany“. Er half auch bisher schon bei finanziellen Notlagen. Vor allem die beiden Hochschulgemeinden leisten finanzielle Unterstützung aus ihren jeweiligen Notfonds. Diese Hilfe soll künftig noch unbürokratischer möglich sein, und dazu soll der Verein mit seinem Notfallfonds beitragen. Der Runde Tisch ist dadurch aber nicht vom Tisch, er bleibt weiterhin aktiv.

Kontakt: Verein zur Unterstützung ausländischer Studierender e.V., c/o Universität Würzburg, International Office, Josef-Martin-Weg 54/2, 97074 Würzburg, Tel. (09 31) 31-8 22 28, dieter.thoma@uni-wuerzburg.de Homepage des Vereins: www.vus-international.de

Schlagworte

  • Redaktion Süd
  • Adolf Bauer
  • Alfred Forchel
  • Allgemeine (nicht fachgebundene) Universitäten
  • Ausländer
  • Bürgerkriege
  • Edda Weise
  • Evangelische Kirche
  • Hochschule für angewandte Wissenschaften
  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0

Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!