WÜRZBURG

Hilfe für demente Patienten

Jeder, der schon einmal im Krankenhaus war, weiß: Ein Krankenhaus-Aufenthalt ist eine Ausnahme-Situation. Für einen an Demenz erkrankten Menschen ist die Zeit im Krankenhaus besonders schwierig. Die unbekannte Umgebung mit neuen Strukturen und Personen kann zusätzlich verwirren und verunsichern. Eine Situation, in der diese Patienten auf besondere Zuwendung angewiesen sind. Hier setzt der Patientenbegleitdienst der Malteser in Würzburg an, berichtet das Klinikum Würzburg Mitte, ein Zusammenschluss von Juliusspital und Missioklinik.

„Unser Ziel ist es, den Patienten die sowieso schon schwierige Situation im Krankenhaus zu erleichtern“, erläutert Martina Mirus, Malteser Diözesanoberin und Initiatorin des Patientenbegleitdienstes. Die ehrenamtlichen Patientenbegleiter besuchen stundenweise die an Demenz erkrankten Patienten in der Missioklinik. „Damit helfen sie den Patienten den stationären Aufenthalt besser zu überstehen. Das ist eine Bereicherung für alle.“

Entlastung für Pflegekräfte

Denn der Dienst entlastet auch Angehörige und Pflegekräfte. „Im Krankenhaus-Alltag bleibt nicht immer genügend Zeit für diese individuelle Betreuung“, weiß Katharina Gütlein, Pflegedirektorin am Klinikum Würzburg Mitte. Umso mehr freut sie sich über das besondere Engagement der Ehrenamtlichen. „Wir beschäftigen uns mit den Patienten. Wir hören zu, singen gemeinsam oder erzählen - das hilft oft schon“, erzählt Sonja Martin-Schmitt. Sie ist eine von 14 Ehrenamtlichen und seit September regelmäßig zu Besuch in der Missioklinik. „Auf den Stationen erleben wir viel Wertschätzung und Dankbarkeit.“

Die Motivation für den Dienst ist ganz unterschiedlich: Einige der 14 Ehrenamtlichen haben darin eine sinnvolle Aufgabe nach dem Renteneintritt gefunden. Andere wollen ihre eigenen Erfahrungen mit demenzkranken Menschen weitergeben. Auf sich allein gestellt sind sie dabei aber nicht: „Es gibt eine Grundlagenschulung und eine intensive Schulung zum Thema Demenz und Krankenhausabläufe“ beschreibt Martina Mirus das neue Konzept. Regelmäßige Treffen und Fortbildungen geben zusätzliche Hilfestellungen.

Mitstreiter gesucht

„Wir hoffen noch weitere Mitstreiter zu finden, um den Dienst weiter ausbauen zu können. Mitmachen kann jeder, der keine Angst vor einem Krankenhaus und ein Herz für demenziell erkrankte Menschen hat“, so Mirus.

Alle Interessierten sind zum Infoabend am 7. März um 19 Uhr in den Kursräumen der Malteser, Mainaustr. 45a, 97082 Würzburg, eingeladen. Einen Vortrag über den Patientenbegleitdienst hält Martina Mirus, am 27. Februar um 19 Uhr in der Palliativ-Akademie am Juliusspital. Weitere Informationen Malteser Hilfsdienst e.V., Mainaustr. 45a, 97082 Würzburg, Christoph Wieland, christoph.wieland@malteser.org, Tel. (09 31) 450 52 23, oder Gabriele Fröhlich: Tel. (09 31) 450 52 03, Handy: (01 70) 565 05 53

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