WÜRZBURG

Hilfe für die Flüchtlingshelfer

Die Not der Flüchtlinge ist groß, die Hilfsbereitschaft der Würzburger auch. Das Rathaus hat jetzt eine Ansprechpartnerin für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer in den städtischen Unterkünften benannt.
 
Seit einem Vierteljahr weist die Regierung der Stadt Flüchtlinge zur dauerhaften Unterbringung zu. Würzburg will die Asylsuchenden "gut und zweckmäßig", so sagt OB Christian Schuchardt, unterbringen. 33 Frauen, Kinder und Männer sind es derzeit.
 
Sie leben in Verfügungswohnungen in der Sedan- und Mainaustraße, im Selbsthilfehaus in der Scanzonistraße und im Antonie-Werr-Haus in der Huttenstraße. Weitere Flüchtlinge werden im Laufe des Monats im Schäferhausin Heidingsfeld und im neuen Jahr in einem vormaligen Pflegeheim auf dem Heuchelhof untergebracht.
 
Das Sozialreferat stellte in dieser Woche im  Personal- und Organisationsausschuss  des Stadtrates ein Konzept zur Betreuung der Flüchtlinge vor. Darin heißt es, eine effiziente Koordination sei vonnöten, „um die überwältigende Hilfsbereitschaft aus der Bevölkerung aufzugreifen“. Ehrenamtliches Engagement müsse koordiniert und „bedarfsgerechte Angebote“ müssten für die Flüchtlinge entwickelt werden.

Zuständig für jene, die die Flüchtlinge in den städtischen Einrichtungen unterstützen, ist die Leiterin des Heuchelhof-Quartiermanagements Hermine Seelmann, Telefon (0931) 20557070, E-Mail hermine.seelmann@stadt.wuerzburg.de. Ciler Lehmann, eine Sozialpädagogin, unterstützt sie.
 
Lehmann, zu diesem Zweck vom Rathaus eingestellt, spricht unter anderem Türkisch und Arabisch, sie soll die Neuankömmlinge unterstützen. Sie ist verantwortlich für das so genannte Ankunftsmanagement: Sie heißt die Flüchtlinge willkommen, hilft ihnen beim Einleben und stellt die Kontakte zu Nachbarn und Helfern her.
 
Erster Ansprechpartner für die technischen Fragen in den Unterkünften wird ein Handwerksmeister, der eine lange Erfahrung als Mitarbeiter in sozialen Projekten mitbringt.
 
Außerdem beschäftigt die Stadt eine Fremdsprachenkorrespondentin mit tunesischen Wurzeln. Sie hat in einem Integrationsprojekt für muslimische Frauen mitgearbeitet und kann dem Sozialreferat zufolge „Sprachbarrieren zwischen Flüchtlingen und unterschiedlichen Akteuren überbrücken“.
 
Derzeit leben in den Notunterkünften der Regierung – im Technikum und bei den Erlöserschwestern – je 20 Transitflüchtlinge, die bald in andere Kommunen verlegt werden. In der Gemeinschaftsunterkunft in der Veitshöchheimer Straße wohnen zurzeit keine Transitflüchtlinge. Dort sind etwa 450 Männer, Frauen und Kinder dauerhaft untergebracht.
 
Viele Bürger engagieren sich für die Flüchtlinge in den Regierungsunterkünften. Die Caritas-Asylsozialberatung, die alle Hände voll zu tun hat, soll nach dem Willen der Regierung das Engagement koordinieren, ist aber unterbesetzt.
 
Jetzt plant das Sozialreferat, ab Januar einen Beamten für die Koordination aller ehrenamtlichen Flüchtlingshelfer einzusetzen. Dies sei, so lautete die Begründung im Personal- und Organisationsausschuss, sinnvoll, könne aber keine städtische Daueraufgabe sein, denn „die Unterbringung, Beratung und Betreuung von Flüchtlingen ist eine originär staatliche Aufgabe“.
 
Die städtische Pressestelle teilt mit, alle Fraktionen hätten das Konzept „begrüßt und gelobt“.

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