WÜRZBURG

Hotelturm: Zeichen stehen auf Weiterbau

Der Unvollendete: Den Grombühlern präsentiert der Hotelturm seit sechs Jahre seine offene Fassaden-Rückseite. Foto: Thomas Obermeier

Es gibt Neues vom Hotelturm: Nachdem Leser aus Grombühl der Redaktion bereits in den vergangenen Tagen berichtet haben, dass sie zum ersten Mal seit Jahren wieder Bauarbeiter im Rohbau-Hochhaus in der Schweinfurter Straße gesehen haben, bestätigte die Hamburger Firma „Meding Plan + Projekt GmbH“ jetzt, dass sie mit der Leitung des Weiterbaus beauftragt ist.

Eine Mitarbeiterin erklärte, dass die Bauarbeiten ausgeschrieben sind. Wann Aufträge vergeben oder die Arbeiten beginnen werden, konnte das Architekturbüro für Projektplanung allerdings nicht sagen, da der Projektleiter nicht erreichbar war.

Die Ghotelgruppe in Bonn, die das Hotel im Turm betreiben will und der Anwalt des indischen Eigentümers Karim Mawji wollten sich nicht äußern. Details zum Weiterbau weiß auch das Rathaus nicht. Laut Sprecher Christian Weiß ist die 2010 erteilte Baugenehmigung für den Ausbau des Turms zum Ghotel-Hotel nach wie vor gültig: „Der Bauherr kann jederzeit loslegen.“

Die Vollendung des 2002 begonnenen Rohbaus war in den letzten Jahren mehrfach angekündigt worden. Oberbürgermeister Georg Rosenthal hatte zuletzt im Juni erklärt, dass es im Sommer los geht. Die Schließung der Fassade und der Innenausbau der 17 Stockwerke zu einem Vier-Sterne-Hotel mit 204 Zimmern und Apartements sowie einem Restaurant und 600 Quadratmetern Konferenzbereich soll etwa 16 Millionen Euro kosten und mindestens ein Jahr dauern.

Der Stillstand der vergangenen Monate soll mit der internationalen Finanzkrise zu tun haben. Auch die Verhandlungen mit dem Fassadenbauer haben sich angeblich lange hingezogen. Dieser hatte die fehlenden Teile der Glasfassade der oberen Stockwerke nach der Pleite des Turmerbauers Eurogruppe eingelagert.

Würzburger zweifeln

Skeptischer als der OB ist anscheinend Stadtbaurat Christian Baumgart. Gegenüber dieser Zeitung erklärte er: „In Würzburg darf man die Fertigstellung eines Bauwerks erst dann glauben, wenn bei der Eröffnung die Gläser erhoben werden.“

Die Skepsis des Stadtbaurats teilen viele Würzburger: Bei einer nicht repräsentativen Umfrage dieser Zeitung waren im Juni rund 70 Prozent von 900 Lesern der Meinung, dass die Bauruine nie vollendet wird. Knapp 30 Prozenten glaubten sie werde doch noch fertig. Im Moment schaut es danach aus, dass die Optimisten vielleicht sogar recht bekommen.

Hotelturm

Nach langem Streit über Auswirkungen auf Stadtbild, Grundwasser und über die Seriosität des Bauherrn hat der Stadtrat 2002 den Bau des 58-Meter-Turms in Würzburg genehmigt. Die Bauarbeiten wurden nach drei Jahren wegen der Pleite der Eurogruppe eingestellt. Sie ruhen bis heute. Ende 2005 kaufte die Würzburg Estate S.A., Tochter der britisch-schweizerischen Investorengruppe Montague und Goldsmith AG, für 10,2 Millionen Euro Turm und Nebengebäude. 2009 wurde die Ghotelgruppe als künftige Betreiberin des Vier-Sterne-Hotels mit rund 400 Betten präsentiert.

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