WÜRZBURG

Hubland: Vollgas für den neuen Stadtteil

Das Rathaus drückt weiter aufs Tempo: Bis spätestens Ende 2014 sollen die Gebäude an der stadtwärtigen Seite des ehemaligen Kasernengeländes bezugsfertig sein.KARL-GEORG-RÖTTER
Das Rathaus drückt weiter aufs Tempo: Bis spätestens Ende 2014 sollen die Gebäude an der stadtwärtigen Seite des ehemaligen Kasernengeländes bezugsfertig sein.KARL-GEORG-RÖTTER Foto: Foto:

Wenn im Jahr 2018 die Landesgartenschau im Hubland stattfindet, dann soll dort schon deutlich erkennbar sein, in welche Richtung sich der neue Stadtteil entwickeln wird. Um dieses ehrgeizige Ziel zu erreichen, hat die Stadt nun in der Person von Dieter Watolla einen Stadtumbaumanager an ihrer Seite. Im Konversionsausschuss stellte er am Mittwoch sein Programm für das erste Halbjahr 2013 vor. Dabei wird deutlich, dass die Stadt das bisher eingeschlagene Tempo für den Umbau des ehemaligen Militärgeländes Leighton Barracks in einen neuen Stadtteil keineswegs drosseln wird.

Geograf Watolla und sein Projektteam (Architekt, Diplomkaufmann, Ingenieur und Stadtplanerin) gehören zur Immobilien Kommunalentwicklung GmbH (KE) der Landesbank Baden-Württemberg. Die KE hat schon in vielen Städten an Konversionsprojekten beratend und steuernd mitgewirkt.

Langfristig hat Watolla das Projekt Stadtteilentwicklung Hubland in drei Phasen eingeteilt. In der ersten Phase von 2012 bis 2015 sollen bis Ende 2014 die Quartiere I (Am Frauenland), II (Am Leighton Park), III (An der Landebahn) und VII (Skyline Hill, östlich angrenzend an den Uni-Campus Nord) erschlossen werden. Außerdem sollen in diesem Zeitraum die Sporthalle mit Jugendzentrum sowie ein Stadtteilzentrum im Tower hergestellt sowie Bauflächen vermarktet werden.

In der zweiten Phase von 2016 bis 2019 geht es um die Planung und Durchführung der Gartenschau sowie den Bau der Straßenbahnlinie 6. Außerdem soll zur Gartenschau im Wohnquartier an der Landebahn einer erste Wohnzeile fertiggestellt sein. Nach Ende der LGS sollen die Quartiere II, III und VI vervollständigt werden. In der dritten Phase nach 2019 sollen die Quartiere IV und V entwickelt werden sowie noch übrige Bauflächen vermarktet werden. Die Fertigstellung der Quartiere IV und V ist bis 2021 bzw. 2024 vorgesehen.

Ganz konkret wird es bereits im nächsten Jahr losgehen, erläuterte Watolla im Konversionsausschuss. Zunächst will er sein Projektbüro einrichten und eine Gesamtplan erstellen. Als eine „gewaltige Aufgabe in den nächsten zwei Jahren“ nannte er das Entsiegeln, Verwerten und Recyceln von bisher versiegelten Flächen. Dabei gehe es um mehrere zehntausend Quadratmeter. Außerdem müssten 680 Kubikmeter Gebäudevolumen entfernt werden, was, so der Geograf, einem Drittel der Cheops-Pyramide entspreche.

Im Bereich Stadtplanung stehen zunächst Konzepte zur Sicherung städtebaulicher Qualitäten auf der Agenda. Hier hat die Stadt in Form einer eigenen Broschüre bereits Vorarbeiten geleistet. Weiter soll ein Vermarktungskonzept für Grundstücke erstellt werden sowie die Information und Beteiligung der Öffentlichkeit geklärt werden.

Kampfmittel werden geräumt

Ein weiterer Schwerpunkt wird die Untersuchung und Räumung von Kampfmitteln auf dem Hubland-Areal sein. Ein wichtiger Aspekt dabei werden auch Gespräche mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben sein, in denen es darum geht, wie Stadt und BImA die Kosten hierfür untereinander aufteilen. Das erste Gespräch soll im Januar stattfinden. Zudem dürfen durch diese Maßnahmen die Vorarbeiten für die LGS nicht beeinträchtigt werden. Das gilt auch für den Gebäuderückbau und die Altlastensanierung, die im ersten Halbjahr vorbereitet werden sollen.

Und nicht zuletzt steht auch die Neuerschließung des künftigen Stadtteils auf dem Programm. Dabei geht es um einen Abwasserkanal, Straßenplanungen, Baugrunduntersuchungen und die Vermessung erhaltenswerter Gebäude. Zwischennutzungen im Gebäudebestand schloss Watolla aus. Dafür sei der zeitliche Abstand zu den bevorstehenden Baurealisierungen zu kurz.

Stadtteil Hubland

Ein gerne benutztes Vorurteil ist es, dass in Würzburg, wenn es um neue Entwicklungen geht, alles zu lange dauert oder nichts vorwärts geht. Ganz bestimmt trifft dies nicht auf die Umwandlung der ehemaligen Leighton Barracks in den neuen Stadtteil Hubland zu.

 

Erst im September 2008 verließ der letzte US-Soldat die Kaserne und schon im Jahr 2013 werden die ersten Planungs- und Realisierungsschritte für den neuen Stadtteil Hubland gemacht.

In anderen Städten hat allein der Prozess zur Findung von Nutzungskonzepten für ehemalige Militärgelände mehrere Jahre gedauert. Bis zu deren Realisierung sind zehn bis 15 Jahre keine Seltenheit.

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