RIMPAR

Im Rollenspiel zu Hause

Ein Team: Sie sind derzeit die Laientheatergruppe Rimpar, (von oben) Frank Hochstetter, Doris Meißner, Heinz Keß, Christine Hochstetter und Jan Hochstetter Foto: Steffen Standke

Durch ihre Adern fließt Theaterblut: Doris Meißner, Heinz Keß sowie Frank, Christine und Jan Hochstetter gehören zur Rimparer Laienspielgruppe. Nach schwierigen Zeiten ist das Ensemble über den Berg. Und so wollten die Theaterleute anderen zeigen, wo sie spielen und was sie können und luden zu einem Tag der offene Tür in das Vereinsheim „Kulisse“ in Maidbronn ein.

29 Jahre steht Doris Meißner schon auf der Bühne – und damit einen Großteil der Zeit, in der in Rimpar überhaupt Theater gespielt wird. 1977 führten Schauspielbegeisterte im Bischof-Schmitt-Haus „Das Brautwerbertrio“ auf. Drei Mal wurde das Stück insgesamt gegeben.

Die Laienspielgruppe als Verein gab es damals noch nicht. Aber es entstand eine Interessengemeinschaft. Meißner stieß 1985 dazu. Mit einem durchaus kuriosen Einstieg. Sie wurde gebeten, für eine der Schauspielerinnen einzuspringen. Meißner lernte die Rolle – und trat doch erst einmal nicht auf. Die Kollegin konnte doch spielen. Vorerst. Denn in der letzten Vorstellung war sie wieder verhindert. Doris Meißner stand bei „Braune Tausender“ auf den Brettern, die für sie nun die Theaterwelt bedeuten.

Damals erfreuten sich die Theatertruppe großen Interesses bei den Rimparern, den Bewohnern der umliegenden Orten und sogar Besuchern aus der Stadt. Bis zu zwölf Mal präsentierten sie sich pro Saison.

Vor 20 Jahren stellten sie ihr Engagement aus rechtlichen und wirtschaftlichen Gründen auf festere Füße. Aus der Interessengemeinschaft ging am 10. Juni die Laienspielgruppe Rimpar hervor. Erster Vorsitzender und Macher war Adolf Albert.

Auch eine neue Spielstätte wurde gefunden – im romantischen Hof des Grumbach-Schlosses. Die Theaterleute spielten im Freien auf einer 17 mal acht Meter großen Bühne.

Die Freude darüber währte nicht lange. Das Besucherinteresse nahm ab. Geänderter Zuschauergeschmack oder zu hochtrabende Stücke? Auf jeden Fall erfolgte 2013 ein Schnitt. Frank Hochstetter, selbst nicht Schauspieler, löste Albert ab. „Wir spielen wieder mehr, was die Leute wollen“, so der neue Vorsitzende. Soll heißen: volkstümliche Stücke. Aufgetreten wird nicht mehr im Sommer, sondern im Herbst.

Auch der Ort ist ein neuer: die Alte Schule in Maidbronn. Ein den Theaterleuten vertrauter Platz, unterhalten sie dort seit zehn Jahren ihr Vereinsheim „Kulisse“. Die Bühne schrumpfte – auf vier mal drei Meter. 72 Besucher passen in den Saal.

Laut Frank Hochstetter stimmten 2013 die Zuschauerzahlen wieder: „Obwohl der Vorverkauf für dieses Jahr noch nicht begonnen hat, ist eine Vorstellung allein durch Vorbestellungen fast ausverkauft.

Auch sein Sohn Jan spielt seit zwei Jahren mit. Frau Christine steht vor ihrer ersten Saison. Heinz Keß, einst selbst Darsteller, führt im zweiten Jahr Regie. Laut Hochstetter „ein Glücksgriff für den Verein“.

Doch ein Problem schleppen die Laienspieler mit sich herum. Meist steht eine Rumpftruppe auf der Bühne. Hochstetter: „Uns fehlen Schauspieler zwischen 18 und 40 Jahren.“ Deswegen der Tag der offenen Tür.

Er scheint etwas gebracht zu haben: „Es war einiges los. Drei Interessenten habe ich Mitgliedsanträge mitgegeben.“ Auch fünf Jugendliche werden die Truppe wohl verstärken.

Die Saison beginnt am 25. Oktober. Drei Einakter sind geplant.

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