Würzburg

Improtheater-Festival: Endspurt und eine positive Bilanz 

Improvisationskunst vom Feinsten wurde schon zum Auftakt des 17. Internationalen Improtheater-Festivals bei der Eröffnungsgala geboten. Wie unschwer zu erkennen ist, sind die Herrschaften auf der Bockshorn-Bühne Zombies. Und die Dame am Boden ist ein Pinguin.   Foto: Patty Varasano

Würzburg ist eine Hochburg des Aus-dem-Stegreif-Spiels. Das wurde und wird wieder beim 17. Internationalen Improtheater-Festivaldeutlich, das an diesem Wochenende zu Ende geht und zahlreiche Zuschauer vor die fünf Bühnen in der Stadt lockt. Das Interesse am Improvisationsspiel ist groß, fast alle neun Shows, von denen die letzten an diesem Samstag starten, sind ausverkauft. Lediglich für die Show "Europe 2121" um 20.30 Uhr im Mainfranken Theater und "The Bechdel Test" um 20.30 Uhr im Theater am Neunerplatz gibt's noch Tickets (Stand Freitagnachmittag).           

Dieser Zuspruch freut natürlich die beiden Festival-Chefinnen Lena Försch und Luisa Winkler, die ehrenamtlich mit einem zwölfköpfigen Team ein Jahr lang am Festival und dessen Programm und Besetzung "bastelten". Überrascht sind sie vom Erfolg nicht. Denn sie wissen: "Die Leute mögen es, nicht zu wissen, was auf sie zukommt und sich vom spontanen Spiel der Akteure überraschen zu lassen." Dieser Reiz des Unbekannten hat schon in den vergangenen Jahren für meist ausverkaufte Vorstellungen gesorgt. Zudem bekommen die Zuschauer Stegreif-Kunst von professionellen Spielern geboten, dieses Jahr sind es 60 Künstler aus 13 Ländern. Nicht zuletzt deshalb ist die Bühnensprache überwiegend Englisch. 

Eine "Riesenleistung" der Ehrenamtlichen 

Bei der Eröffnungsgala kam ein weiterer, deutschsprachiger, Impro-Spieler dazu: Oberbürgermeister Christian Schuchardt. Als Festival-Schirmherr musste er im Duett mit Lena Försch ein spontanes Wortspiel bestreiten, bei dem sich der OB wacker schlug und es anschließend unterließ, eine nicht improvisierte Festrede zu halten. Statt dessen betonte er kurz und knapp, wie stolz die Stadt auf das Festival und die "Riesenleistung" der ehrenamtlichen Macher und Mitarbeiter sein könne.        

Oberbürgermeister Christian Schuchardt musste bei einem Wortspiel im Duett mit Festival-Chefin und Moderatorin Lena Försch Improvisationstalent beweisen. Foto: Patty Varasano

Danach war die Bühne frei für den Impro-Wettbewerb "Maestro", bei dem zwölf Akteure von der Regisseurin Nadine Antler vorgegebene Szenarien spielten - und das gruppenweise im Wettstreit. Wer weiterkam, entschied das Publikum per Applausstärke. Das funktionierte - bis zum Finale. Denn nach den improvisierten Test- und Gesangskünsten von Pippa Evans aus England und Losa Rowland aus San Francisco war nicht herauszuhören, wer mehr Applaus hatte. Und so mussten die Impro-Macher improvisieren: Im Kampf um die Maestro-Krone wurde entschieden, dass es entgegen der Regeln und nach lautstarker Aufforderung der Zuschauer ("Brecht die Regeln!") zwei Maestras gab.                   

Festival-Chefin Luisa Winkler kündigt Rückzug an

Schon vor dem Ende des Festivals zieht das Leitungsteam eine positive Bilanz. "Wir hatten mit 30 Helfern mehr Ehrenamtliche als sonst und die sind mit voller Energie dabei", sagt Christoph Röseler. Lena Försch freute sich über die Begegnungen "mit alten, aber auch vielen neuen Freunden" des Impro-Spiels. Und ihre Co-Festivalchefin Luisa Winkler ist ebenso begeistert, kündigt aber ihren Rückzug aus der Festleitung nach fünf Jahren an: "Aus familiären Gründen, weil ich mal was Neues machen will und weil ich weit weg von Würzburg bin", erklärt die hauptberufliche Impro-Spielerin, die derzeit in Barcelona lebt.                   

Ein Wettbewerb, zwei Siegerinnen. Pipa Evans und Lisa Rowland teilten sich beim Maestro-Wettbewerb Siegerkrone und den Fünf-Euro-Schein-Siegerpreis.  Foto: Patty Varasano

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