LANDKREIS WÜRZBURG

Intelligente Formulare vom Landratsamt

(st) Das Landratsamt geht einen großen Schritt in Richtung bürgerfreundliches E-Government. Bei der elektronischen Antragstellung gibt es im Rahmen eines Pilotprojektes Erleichterungen. Und auch für die Einführung des neuen elektronischen Personalausweises rüstet man sich.

Das Zauberwort heißt intelligentes PDF-Formular. Mit ihm lassen sich laut Jan Agne, Fachbereichsleiter Information und Kommunikation im Landratsamt, viel einfacher zum Beispiel An- und Abmeldungen von Gewerben, Autos und Hunden, der Antrag auf einen Fischereischein oder die Anmeldung zur Musikschule durchführen:

„Bisher gab es den Konflikt zwischen Formular und Webserver. Er besteht nun nicht mehr“, beschreibt Agne die technische Verbesserung. Heißt für den Antragsteller: Er kann in das neue Formular in aller Ruhe ohne Zeitbeschränkung hineinschreiben. Dann kann er als Dateien vorliegende Belege, Dokumente und Bilder einhängen. Darüber hinaus wird er vom Programm durch das Bearbeiten des Formulars hindurchnavigiert – kann Zusatzfragen beantworten, die beim Ausfüllen automatisch auftauchen. „Es gab nur wenige Formulare, die das konnten. Jetzt soll es zum Standard werden“, sagt Agne.

Papierform

Früher musste ein Antragsteller die benötigten Vordrucke herunterladen und in Papierform ausfüllen, bevor er sie ans Landratsamt zurückschickte. Später konnte er sie zwar elektronisch an die Behörde schicken, aber keine Dokumente oder ähnliches anhängen. Außerdem gab es eine Zeitbeschränkung, die das Ausfüllen oft zum Ärgernis machte.

Alle diese Hindernisse gebe es bei den neuen Formularen nicht mehr. Sie seien flexibler, an die Arbeitsvorgänge zu Hause besser angepasst und somit ein Fortschritt, so der EDV-Fachmann. Mit einer speziellen Verschlüsselung ließen sie sich sicher übertragen. Auch im Landratsamt selbst seien sie leichter zu verarbeiten. Die Daten müssten nicht mehr umständlich abgetippt werden.

Die neuen Formulare werden bei einem Pilotprojekt in Leinach, Veitshöchheim, Kleinrinderfeld, Ochsenfurt, Rottendorf und Thüngersheim seit längerem getestet. Partner des Landkreises ist der Dienstleister SiXFORM GmbH, eine Tochter der Deutschen Telekom. Mittlerweile sind die Landkreise Kitzingen und Ost-Allgäu ins Projekt eingebunden. Problematisch ist noch die elektronisch übermittelte, rechtsverbindliche Unterschrift. Sie war bisher nicht leistbar. Der neue elektronische Perso soll das Problem ab November lösen. Das Landratsamt verteilt Kartenlesegeräte an die Gemeinden.

„Mit dem Kartenleser kann der Bürger mit seinem elektronischen Personalausweis von zu Hause aus rechtsverbindliche Unterschriften leisten, die ihm Behördengänge oder reale Wege zu Geschäftspartnern ersparen“, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Ein Zertifikatssystem soll verhindern, dass Unbefugte die Pass-Identifikationsnummer lesen können. Kritiker behaupten aber, dass Betrüger geheime Daten problemlos abfangen können – inklusive der PIN-Nummer.

Problem Trojaner

Jan Agne begegnet der Kritik: Jedem Computernutzer drohe der Befall durch einen Trojaner und dass Zugangsdaten ausgespäht würden: „Dieses Sicherheitsproblem ist technisch durch Einsatz entsprechender Virenscanner zu lösen.“ Durch die Nutzung des Personalausweises sei das Sicherheitsniveau nochmal erhöht. Die PIN könne bei einem Viren-Angriff zwar mitgelesen werden, könne jedoch nur genutzt werden, wenn der Personalausweis in die Hände des Angreifers fällt.

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