WÜRZBURG

Jugendliche stark machen im Kampf gegen Radikalisierung

Über 80 Teilnehmer informierten sich beim Präventionsfachtag des interkommunalen Netzwerks Radikalisierung im Burkardushaus über religiös motivierten Extremismus bei Jugendlichen. Auf dem Foto begrüßt Hülya Düber. Leiterin des Würzburger Jugend-, Familien und Sozialreferats die P... Foto: Lonnie Tague

Seit dem Axt-Attentat im Juli 2016 in Würzburg hat sich viel verändert. In zahlreichen Städten versucht man zu verhindern, dass Jugendliche in die Fänge fundamentalistischer Prediger geraten. Doch in einem Punkt sind sich die Experten, die anlässlich eines Präventionsfachtages zum Thema Radikalisierung aus ganz Deutschland ins Würzburger Burkardushaus gekommen waren, einig: In Würzburg wird vieles richtig gemacht.

Über 100 Netzwerkpartner aus der Region

Ein Grund dafür: Stadt und Landkreis arbeiten bei dem interkommunalen Präventionsnetzwerk Radikalisierung eng und auf Augenhöhe zusammen. Und: Im Gegensatz zu anderen Initiativen liegt die Präventionsarbeit nicht in der Verantwortung einiger weniger externer Experten. Vielmehr haben sich mittlerweile über 100 Netzwerkpartner aus Stadt und Landkreis zusammengeschlossen: von der Kinder- und Jugendhilfe, der Agentur für Arbeit, den Schulen und anderen Bildungsträgern, von Frauen- Familien- und Erziehungsberatungsstellen über die Polizei bis hin zu Kirchen und Moscheegemeinden.

Ihr gemeinsames Ziel ist es, Jugendliche stark zu machen, damit sie weder salafistischen Predigern noch rechtsextremistischen Rattenfängern auf den Leim gehen. Das interkommunale Präventionsnetzwerk, das vom Freistaat Bayern gefördert wird, hat sich deshalb auf die Fahne geschrieben, jedweder Form der Radikalisierung entgegenzuwirken. Oberbürgermeister Christian Schuchardt ist überzeugt, Radikalisierung habe nichts mit der Schulbildung, mit arm oder reich zu tun. Es sei vielmehr ein Thema, das sich quer durch die gesamte Gesellschaft zieht.

Referenten aus ganz Deutschland

Bei einem Präventionsfachtag, der vom Netzwerk organisiert wurde, informierten sich über 80 Teilnehmer, darunter Lehrer, Jugendhelfer, Sozialarbeiter und Pädagogen über religiös motivierten Extremismus, Fallbeispiele aus dem Bereich der Schule, Verläufe bei Radikalisierungsprozessen und salafistische Ansprachen im Internet. Als Referenten waren Psychologen, Extremismusforscher, Islamwissenschaftler aus ganz Deutschland gekommen. Ab Herbst 2018 sollen ihre Vorträge auf der Internetseite des Präventionsnetzwerkes zur Verfügung stehen und für Lehrerkonferenzen, Elternabende und Teamsitzungen zu buchen sein.

Nach dem Fachtag hat das interkommunale Netzwerk weitere Projekte für dieses Jahr geplant, darunter eine Schulung für Jugendleiter, ein mobiles Theaterstück für Unterfrankens Schulen, das sich mit Radikalisierungsprävention auseinandersetzt, von Jugendlichen selbst produzierte Videoclips im Jugendzentrum Zellerau sowie eine Online-Befragung der Netzwerkpartner.

Elena Enzmann ist gemeinsam mit Heike Mix verantwortlich für die am 15. Mai neu geschaffene Koordinierungsstelle sämtlic... Foto: Theresa Müller

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