Rieden

Junges Theater Rieden: Wer krank ist, muss kerngesund sein

Der Patient Werner Schnitzler (Volker Sickinger) hat sich in die hübsche Krankenschwester Lisa (Anne Schraud) verliebt und macht ihr einen Heiratsantrag. Foto: Irene Konrad

Wie turbulent es in einem Krankenhaus zugehen kann, zeigt das Junge Theater Rieden in seiner diesjährigen Komödie "Wer krank ist, muss kerngesund sein". Der Klinikbetrieb unter einem zerstreuten Professor läuft beileibe nicht reibungslos, die Patienten haben ihre Ticks und zudem steht eine kassenärztliche Überprüfung ins Haus.

Das heitere Stück von Uschi Schilling fordert von Kranken und Gesunden starke Nerven. Es erfüllt viele Klischees. Da gibt es den schussligen Professor und seine ihn umsorgende Sekretärin Frau Berger. Senta und Lisa heißen die derbe und die liebe Krankenschwester. Dr. Marc Keller ist ein überheblicher Chefarzt und die Patienten in ihrer Art wirklich herausfordernd.

Zu alledem lässt sich die neugierige Putzfrau Olga von Keinem etwas sagen. Sie ist die Anstifterin einer Verschwörung gegen den arroganten Oberarzt. Auf diese Weise kommen die feurige Sizilianerin Gina Mozarelli und die Mafia ins Spiel. Das macht dem Schürzenjäger-Arzt mit seinem Macho-Gehabe gehörig zu schaffen.

Dass es am Ende verliebte Pärchen auf der Bühne gibt, die hübsche Krankenschwester Lisa den bühnenreifen Heiratsantrag eines Patienten bekommt und Dr. Keller von Sekretärin Ariane bekehrt wird, sind lustige Wendungen. Darüber hinaus gibt es eine Prügelei und die altmodische Gerda von der Krankenkasse verwandelt sich in eine taffe und glückliche Dame.

Ein liebevoll gestaltetes Bühnenbild

Alle Achtung gebührt dem Mut der neun Darsteller Martin Stark, Daniel Schraud, Anne Schraud, Natalie Dees, Anja Mayer, Diana Teubert, Gisela Königer, Volker Sickinger und Werner Keller. Sie haben keine Scheu, sich zur Unterhaltung des Publikums verschroben, reizlos oder sexy zu zeigen. In großer Wandlungsfreudigkeit spielen sie ihre Rollen.

Am ersten Theaterwochenende dieses Jahres waren die Verantwortlichen zufrieden. "Es ist viel geklatscht und gelacht worden", weiß Werner Keller, der im Stück den stotternden Patienten aus der Psychiatrie spielt. Er tritt auch als Picasso und Karl Lagerfeld auf und will am Ende als Erzengel Michael "nach Hause fliegen".

Auch das Bühnenbild ist liebevoll gestaltet und ausgeklügelt. Die Kaffeemaschine ist ständig im Einsatz, ein Skelett wird ins Spiel eingebunden und hinter einem Paravent lässt es sich prima verstecken, Streiche spielen, Massagen durchführen und heikle Untersuchungen abwickeln. Es ist spürbar, dass es im Jungen Theater Rieden tüchtige Menschen mit Gemeinschaftssinn gibt.

Die Premiere und eine Sonntagsvorstellung mit Kaffee und Kuchen waren schon. Am kommenden Wochenende haben Theaterfreunde noch die Möglichkeit, sich selbst ein Bild vom verrückten Ärzte- und Schwesternteam in Rieden zu machen.

Restkarten für die Vorstellungen im Sportheim am Freitag, 25. Oktober, Samstag, 26. Oktober, und Sonntag, 27. Oktober, um 19.30 Uhr gibt es an der Abendkasse. Vorbestellungen unter Tel.: (0931) 27627.

Tumult im Krankenhaus. Dr. Keller rauft auf dem Tisch mit einem Patienten und das Klinikpersonal ist machtlos. Foto: Irene Konrad
Mit Dr. Keller (Daniel Schraud) gehen die Nerven durch. Er verprügelt den Patienten Manni (Werner Keller). Der Professor (Martin Stark) und seine Sekretärin Ariane Berger (Diana Teubert) sind entsetzt. Foto: Irene Konrad
Einen makabren Scherz spielt Oberarzt Marc Keller (Daniel Schraud) Putzfrau Olga (Anja Mayer), während sie neugierig in den Krankenakten blättert. Foto: Irene Konrad

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