Würzburg

KLASSE!-Tage: Was ein modernes Medienhaus ausmacht

Was macht eigentlich ein Redakteur den ganzen Tag? Und warum geht ohne Facebook & Co nicht mehr viel? Das erfuhrenrund 1500 Schüler bei den KLASSE!-Tagen der Main-Post.
Rund 2000 Schüler aus Mainfranken besuchen am Mittwoch und Donnerstag bei den KLASSE!-Tagen das Medienhaus Main-Post. Besonders viel Spaß hatten vor allem die jüngeren Besucher im Papierlager.
Rund 2000 Schüler aus Mainfranken besuchen am Mittwoch und Donnerstag bei den KLASSE!-Tagen das Medienhaus Main-Post. Besonders viel Spaß hatten vor allem die jüngeren Besucher im Papierlager. Foto: Patty Varasano

Einmal im Jahr gehört das Gelände der Main-Post am Würzburger Heuchelhof den Schülern: Rund 2000 junge Menschen aus 80 Klassen besuchen am Mittwoch und diesem Donnerstag wieder die Mediengruppe Main-Post bei den KLASSE!-Tagen. "Wir wollen den Schülern zeigen, wie die Arbeit in einem modernen Medienhaus aussieht", erklärt Peter Krones aus der Chefredaktion, der das beliebte KLASSE!-Projekt bei der Main-Post leitet. Neben der gedruckten Zeitung ist das digitale Angebot schon seit vielen Jahren fester Bestandteil des Medienhauses. Dazu zählen die Website, das E-Paper und die sozialen Medien.

"Rund 60 Leute sorgen an den beiden Tagen für einen reibungslosen Ablauf", sagt Peter Krones. Für die gute Organisation bedankt sich beispielhaft auch Lehrer Manuel Nöller von der vierten Klasse der Grundschule Dittelbrunn. "Die Besuche bei der Main-Post bringen immer die Augen der Kinder zum Leuchten."

Video

Historische Druckmaschine von Koenig & Bauer

Am Anfang des Rundgangs gibt es eine kleine Reise in die Vergangenheit. An einer historischen Druckmaschine von Koenig & Bauer zeigen vier Auszubildende des Unternehmens, wie aufwändig der Druck von Zeitungen früher war. Azubi Elias kurbelt die Maschine per Hand an und erklärt: "Diese Maschine wurde 1890 im Kloster Oberzell gebaut und wiegt rund 1,4 Tonnen."

Immer wieder beliebt, vor allem bei den jungen Schülern, ist die Papierreißmaschine. Volontär Corbinian Wildmeister spannt dort die Papierrolle ein, und mit ihrem eigenen Körpergewicht können die Schüler testen, wie viel das Papier eigentlich so aushält. Meist braucht es drei bis vier Schüler, um die Rolle zum Reißen zu bringen – natürlich unter lautem Lachen. An der Reißmaschine erfahren die Besucher auch, dass die gedruckte Zeitung fast vollständig aus Recycling-Papier besteht. "Auf einer Rolle sind circa 20 Kilometer Papier", erklärt Corbinian Wildmeister.

240 000 Kilometer Papier pro Jahr

Weiter geht es zum "Bauch des Druckzentrums", dem Rollenwechsler. Hier erklärt Volontärin Anna-Lena Behnke, woher das Papier der Main-Post stammt, nämlich zu einem großen Teil aus der Papierfabrik Palm in Eltmann in den Haßbergen. "Im Jahr verbrauchen wir rund 12 000 Rollen Papier, das sind rund 240 000 Kilometer", erzählt die Volontärin den Schülern.

Fotoserie

KLASSE!-Tage

zur Fotoansicht

Danach gibt es einen Einblick in die aktuelle Produktion, die heute mit Maschinen der Firma Koenig & Bauer gesichert wird. Auf einer der sechs Meter hohen Druckmaschinen, einer Commander CT 2018, steht der Volontär Lukas Kutschera. Da die Maschine gerade läuft und dabei ordentlich Krach macht, während er spricht, hat er ein Mikrofon. "Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei etwa 40 000 Exemplaren pro Stunde. Das entspricht einer Papiergeschwindigkeit von 40 Kilometern pro Stunde", erklärt er. "Ganz schön schnell", kommentiert Viertklässlerin. Zum Vergleich: Die historische Druckmaschine von Koenig & Bauer schaffte bis zu 900 Papierbögen pro Stunde.

Der Alltag eines Journalisten

Um den Alltag in einer Redaktion geht es in der letzten Station des Rundgangs. Die Volontäre erklären, wie sich ein Journalist informiert, wie Themen ausgewählt werden und welche Herausforderungen der Beruf mit sich bringt. "Als Reporter in Schweinfurt bin ich zurzeit oft auf den Fridays-for-Future-Demos, spreche dort mit den Schülern, aber auch mit den Stadträten, an die sich die Forderungen der Schülern richten", erklärt Jonas Keck. Denn Journalisten müssen immer mit allen Parteien sprechen, die an einem Thema beteiligt sind.

Fotoserie

KLASSE! Tage

zur Fotoansicht

"Unser Internetauftritt bietet viele digitale Elemente, die über die Inhalte der Zeitung hinausgehen, zum Beispiel ein Quiz, Videos oder Umfragen, um den Leser einzubinden", erklärt Jonas Keck. Diese Inhalte zu erstellen, gehört zu den Aufgaben jedes Reporters.

Neue Ausrichtung der KLASSE!-Tage geplant

Nach den spannenden Informationen rund um die Mediengruppe Main-Post können die Schüler sich an den Basketballkörben austoben, wo sich auch Azubis des KLASSE!-Partners Bayernwerk einbringen. Am bislang heißesten Tag des Jahres gibt es anschließend im Partyzelt noch eine erfrischende Bionade. "Am besten hat es mir bei der Papierschlacht und der Druckmaschine gefallen", fasst Elias aus der vierten Klasse der Grundschule Dittelbrunn den Tag zusammen. "Und die Reißmaschine", ruft sein Freund Julian hinterher.

Zum Schluss des ersten KLASSE!-Tages gibt Peter Krones noch einen kleinen Ausblick, wie es mit dem Projekt weitergeht: "Im nächsten Schuljahr gehen wir neue Wege, um die digitale Ausrichtung der Main-Post noch mehr in den Fokus zu nehmen."

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Würzburg
  • Katrin Amling
  • Bayernwerk
  • Druckmaschinen
  • Facebook
  • Journalisten
  • Krones AG
  • Main-Post Würzburg
  • Mediengruppen
  • Medienunternehmen
  • Papier
  • Papierfabrik Palm
  • Papierfabriken
  • Redakteure
  • Schülerinnen und Schüler
  • Social Media
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!