THEILHEIM

Kampf für die Birken

Nicht einverstanden mit dem Beschluss des Gemeinderates, die Birken und Weiden am Dreschplatz zu fallen und durch Hainbuchen zu ersetzen ist der BUND Naturschutz (BN). Grund für den Entschluss der Räte waren in erster Linie Beschwerden von Anwohnern, die sich über den „Dreck“ den die Bäume verursachen würden, beschwerten.

Richard Wust, Vorsitzender der BN-Ortsgruppe Theilheim, beruft sich vor allem auf den hohen Wert der Birken und Weiden für das Ortsbild und gibt zu bedenken, dass die Großbäume zudem schädlichen Feinstaub aus der Luft filtern. Die Bäume, heißt es in der Stellungnahme des BN weiter, stünden in großem Abstand zu privaten Grundstücken, da beidseits des an die Allee angrenzenden Baches jeweils noch eine zweispurige Straße verlaufe. Mit Pollenallergien zu argumentieren, so der BN, sei absurd, denn dann müssten auch Hasel, Gräser, Roggen u. a. aus der Umgebung verschwinden.

Die Gemeinde solle aus den ökologischen Sünden der Vergangenheit lernen, beispielsweise den Umgang mit dem Jakobsbach, mit dem man durch Betonieren des Bachbettes und Verdohlen geradezu sträflich umgegangen sei, so Wust. Steffen Jodl, Geschäftsführer der BN-Kreisgruppe Würzburg, fordert die Gemeinde auf, jetzt mit gutem Beispiel voranzugehen, gesunde Bäume zu erhalten und sich die hohen Kosten für Untersuchungen und Neupflanzungen sparen. Jodl betont, dass vor allem ältere Bäume einen hohen ökologischen Wert besitzen, den Neupflanzungen erst nach Jahrzehnten erreichen.

Unterstützung erhalten die BN-Verantwortlichen auch von anderer, fachlicher Seite. Ralf Kretzer, in Theilheim ansässiger Baumpfleger und beruflich mit naturnaher Gartengestaltung befasst, findet ebenfalls, dass es „ein Unsinn ist, 40 Jahre alte, gesunde Bäume zu fällen und durch neue zu ersetzen.“

Auch Bürger zeigen sich entsetzt. „Wie viele Bäume wollen Sie eigentlich noch fällen?“, schrieb Uschi Spindler an den Gemeinderat. „Ich glaube, dass viele Theilheimer nur alles sauber haben wollen. …Wobei bei mir Blätter kein Dreck sind.“ Man könne doch, ist in dem Brief weiter zu lesen, wegen der Allergiegefahr keine 40 Jahre alten Bäume fällen. Andernorts verschönere man die Orte, in dem man sie mehr und mehr begrüne.

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