Frickenhausen

Kann die Kindergartensanierung endlich beginnen?

Für die Sanierung des Kindergartens in Frickenhausen liegt nun die Baugenehmigung vor. Der Weg bis dorthin war steinig. Nun soll im Sommer dieses Jahres mit den Arbeiten begonnen werden. Foto: Klaus Stäck

Für die Generalsanierung des Kindergartens liegt seit Mitte Dezember die Baugenehmigung vor. Zuvor war der Antrag über elf Monate im Landratsamt gelegen. Jetzt könnten Nägel mit Köpfen gemacht werden, meinte Bürgermeister Reiner Laudenbach in einer Informationsversammlung.

Konkrete Pläne gibt es schon länger. Doch der Weg war steinig. Laudenbach machte seiner Verärgerung über hemmenden Bürokratismus deutlich Luft. Kindergartenpersonal und Eltern interessierten die praktischen Abläufe. Die Sanierung soll bei laufendem Betrieb erfolgen, was  zu besorgten Anfragen führte.

Der Bürgermeister  sagte, er hätte es gern anders gemacht. Aber die Finanz-und Kostensituation habe es nicht zugelassen. Um die alte Schule als Übergangsquartier nutzen zu können, wären rund 50 000 Euro ins Gebäude zu investieren gewesen. Eine Containerlösung hätte über 250 000 Euro gekostet, wobei es für die Übergangslösungen keinerlei Förderung geben würde.

Frustrierende Verhandlungen

Ladenbach skizzierte den Werdegang. Im April 2015 seien Mängel festgestellt worden, im Juni wurden dann Notmaßnahmen ergriffen,  gleichzeitig auch Planungen für eine Sanierung gemacht worden. Im September 2016 wurde Architekt Küster mit ersten Planungen betraut, wobei es zunächst um die Frage gegangen sei, ob man saniere, neu baue oder die alte Schule zum Kindergarten umfunktioniere.

Ein Neubau wäre auf rund zwei Millionen Euro gekommen, eine Generalsanierung auf 1,2 Millionen. Der Gemeinderat entschied sich daraufhin für die Sanierung. Die Bedarfsfeststellung aus dem Jahr 2017 ging von 25 Kinderplätzen plus drei Notplätzen und von zwölf Kindern unter drei Jahren aus. Auf diesen Bedarf wird der Kindergarten künftig ausgerichtet.

Frustrierend seien die Verhandlungen um die Förderung gewesen, berichtete der Bürgermeister. Von 1,2 Millionen Euro Gesamtkosten sei eine Million anrechnungsfähig. Dafür seien anfangs 90 Prozent Zuschuss im Raum gestanden. Tatsächlich seien im April des vergangenen Jahres genau 54,95 Prozent im Bescheid der Regierung von Unterfranken gestanden.

Fertigstellung Ende 2021

Laudenbach schrieb einen Brief, sprach persönlich bei der Behörde vor. Bei der Förderung seien gerade die Tugenden der Gemeinde Frickenhausen negativ zu Buche geschlagen. Sie habe nur wenig Einnahmen, versuche aber wenig Schulden zu machen und es werde vieles ehrenamtlich durch Bürgerengagement geschaffen.  Es sei unverständlich, dass Gemeinden, die nicht gut haushalten und Schulden machen, hohe Förderung erhalten und sie sparsamen eine geringe. Letztlich seien 60 Prozent herausgekommen. Das bedeute, dass die Gemeinde von den 1,2 Millionen Gesamtkosten rund 500 000 Euro selbst aufbringen muss.

Architekt Küster erläuterte den vorgesehenen Bauablauf. So soll im Sommer dieses Jahres mit den Arbeiten im alten Hauptgebäude begonnen werden. Zweiter Abschnitt werde der Abriss des aus den sechziger Jahren stammenden Anbaus und dessen Neubau. Die letzte Phase bilde die Gestaltung der Außenanlagen. Ende 2021 soll alles vollendet sein. Lärmintensive Arbeiten sollen nach Möglichkeit außerhalb der Kindergartenzeiten stattfinden.

Laudenbach meinte, dass auch die Mitarbeiter des Gemeindebauhofs anpacken könnten, wenn nötig auch Samstag nachmittags. Trotzdem gab es aus Reihen der Erzieherinnen Bedenken, dass viel Unruhe entstehe, wenn eine Gruppe öfter umziehen müsse. Dabei könnten Ängste bei den Kindern aufkommen.

Vorschlag zur Entspannung

In der Versammlung gab es  dann einen Vorschlag zur Entspannung der Situation. Laudenbach meinte, dass  eine der beiden Wohnungen im Altbau während der Bauphase für Zwecke des Kindergartens mitgenutzt werden könnte. Gefragt sei aber auch Eigeninitiative, vor allem bei den Umzugsarbeiten. Von Elternseite wurde denn auch Mithilfe beim Aus- und Einräumen angeboten.

Eine Frage betraf mögliche Altlasten am Gebäude. Architekt Küster sagte, dass die Asbestplatten auf dem Anbau und alte Fensterrahmen, in denen sich Lacke und Farben mit Schadstoffen befinden, sachgerecht entfernt werden können. Bürgermeister Laudenbach sieht keine Gefahren für Kinder und Personal, weil der jeweilige Baustellenbereich und der Bereich, wo Kindergartenbetrieb stattfindet, baulich streng voneinander abgegrenzt würden und dazwischen keine Übergänge bestünden.

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