Uffenheim

„Kann man den perfekten Menschen züchten?“

Die Schüler Clara Zeller, Daniel Hutzler und Niklas Kraft, Dr. Johannes Grössl (zweiter von links) und der Leitende Direktor Winfried Malcher (Mitte) bei der Podiumsdiskussion.
Die Schüler Clara Zeller, Daniel Hutzler und Niklas Kraft, Dr. Johannes Grössl (zweiter von links) und der Leitende Direktor Winfried Malcher (Mitte) bei der Podiumsdiskussion. Foto: Ralf Lischka

„Kann man den perfekten Menschen züchten?“ Mit dieser und anderen provokativen Fragen wurde das Mitglied im Akademischen Rat des Lehrstuhls für Fundamental-Theologie und vergleichende Religionswissenschaften an der Uni Würzburg, Dr. Johannes Grössl, konfrontiert. Der interessante Gast weilte in der Christian-von-Bomhard-Schule im sogenannten „Bomhard-Club“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Der Theologe und Politiker (ödp) referierte eingangs zum Thema „Künstliche Intelligenz und Polygenie“ und stellte sich anschließend den Fragen der Schüler und des Publikums.

Seit mehreren Jahren schon sind bekannte Persönlichkeiten, beispielsweise aus der Wirtschaft (ehem. Adidas-Chef Hubert Hainer), Politik (ehem. Ministerpräsident Günther Beckstein/Innenminister Joachim Herrmann) oder Kirche, in den Bomhard-Club eingeladen, um vor den Oberstufenschülern des Gymnasiums und der FOS Fragen zu beantworten und zur Diskussion anzuregen.

Grössl attestierte dem Thema eine „unglaublich hohe gesellschaftliche Brisanz, die aber leider noch nicht bei allen angekommen ist“. Daher sei es umso wichtiger, das betonte der Referent, dass man darüber gesellschaftlich breit diskutiere.

In seinem halbstündigen Vortrag zum Thema „Künstliche Intelligenz und Polygenie: Warum die Digitalisierung zu einer neuen Eugenik führt“ mussten sich die Zuhörer konzentrieren, denn die Sache und die Begriffe waren komplex. Doch aufgrund des ausgeteilten Handouts und der anschaulichen Beispiele des Referenten konnte man gut folgen.

Grössl machte deutlich, wie leichtfertig Menschen fast alle Daten an Soziale Netzwerke preisgeben und eine Verknüpfung dieser Informationen beispielsweise mit DNA-Daten leicht dazu führen könnten, dass sie missbraucht werden. Welche Eltern wollten nicht, dass ihr Kind möglichst gesund ist, sportlich oder musikalisch, oder eine hohe Intelligenz aufweist? Das könne dazu führen, dass beispielsweise Embryonen, die nicht so „hochwertig“ sind, einfach „eliminiert“ werden. Sollen Kinder, die vielleicht später krank werden, überhaupt geboren werden? In totalitären Staaten könnte solch ein Wissen ausgenutzt werden.

So sei es wichtig, wie die Politik und die Gesellschaft moralisch und ethisch mit dieser Frage umgingen. Leider, so bemängelte der Redner, „gibt es auf der 'Welt-Ebene' keine Instanz, die hier Regeln vorgibt“. Glücklicherweise gebe es einen „Deutschen Ethik-Rat“, doch sei dieser nur national aktiv. Das Problem müsse jedoch weltweit betrachtet werden.

Die gut vom Abteilungsleiter der FOS, Philipp Specht, vorbereiteten Schüler auf dem Podium Clara Zeller, Daniel Hutzler und Niklas Kraft formulierten tief gehende Fragen, die jedoch immer gut verständlich von Grössl beantwortet wurden.

Trotz des komplexen Themas stellten etliche Gäste und Schüler Fragen, die aufmerksamen Zuhörer ließen deutlich spüren, dass das Thema „Künstliche Intelligenz“ alle in naher Zukunft beschäftigen wird.

Der Tipp des Experten Grössl richtete sich vor allem an die Jugend: „Zieht euer eigenes Ding durch – ihr müsst nicht dem Anpassungsdruck unterliegen“. Das heiße, dass die Pluralität, also die Vielfältigkeit der Gesellschaft und des menschlichen Lebens erhalten bleiben müsse.

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