WÜRZBURG

Kardinal-Faulhaber-Platz: Rasen wie ein Teppichboden

Die Stadt hat am Dienstagmorgen damit begonnen, den Bürgerentscheid vom 2. Juli umzusetzen. Auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz werden nie mehr Autos parken.
Kardinal-Faulhaber-Platz: Rasen wie ein Teppichboden
Tobias Willinger war einer der Mitarbeiter des städtischen Gartenamtes, die am Dienstag den Rollrasen auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz verlegten. Foto: Theresa Müller

Was einst grau und öd war, ist jetzt grün. Bunt bepflanzte Beete, orange-farbige Container mit Wanderbäumen und dazwischen Ruhebänke. Der Kardinal-Faulhaber-Platz hat am Dienstag sein vorläufiges Gesicht bekommen.

1100 Quadratmeter Rollrasen wurden von 15 Mitarbeitern des städtischen Gartenamtes verlegt, mit den bunt bepflanzten Beeten sind nun 1600 Quadratmeter des 1700 Quadratmeter umfassenden Platzes begrünt. Schräg darüber führt ein Fußweg mit wassergebundener Decke. Bratwursthäuschen und Litfaßsäule an den nördlichen Ecken zur Straße hin blieben erhalten.

Anlass für die Umgestaltung des Platzes ist das Ergebnis des Bürgerentscheides vom 2. Juli. In diesem Bürgerentscheid wurde die Vergrößerung des Platzes und ein echter Park beschlossen. Doch laut Rathaus benötigt die Auskofferung des Geländes für den finalen landschaftsarchitektonischen Entwurf mit 26 Großbäumen und einer Wasserfläche einen mehrjährigen zeitlichen Vorlauf.

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Kardinal-Faulhaber-Platz: Jetzt wird der Rasen ausgerollt - Die Stadt Würzburg hat am Dienstagmorgen damit begonnen, den Bürgerentscheid vom 2. Juli umzusetzen. Auf dem Kardinal-Faulhaber-Platz werden nie mehr Autos parken.

Weil man während der Landesgartenschau 2018 keine Baustelle im Herzen der Stadt haben wollte, stimmte der Stadtrat Ende Juli dieser grünen Zwischenlösung zu. Die Zeit bis 2019 will die Stadt dafür nutzen, einen landschaftsplanerischen Wettbewerb zur Park-Gestaltung durchzuführen und die Verlegung der Straßen vorzubereiten.

„Das Ergebnis hat unsere Vorstellungen weit übertroffen“

„Das Ergebnis hat unsere Vorstellungen weit übertroffen“, sagte Gartenamtsleiter Dieter Müller am Dienstagmittag. Seit 8.30 Uhr waren die Frauen und Männer des Gartenamtes dabei, den aus einer Zucht in den Niederlanden stammenden Rollrasen zu verlegen. Wie ein Teppichboden wurde Streifen an Streifen nebeneinanderlegt und angedrückt. Die Aufgabe des Klebers übernehmen bald die Wurzeln des Rasens. Ihnen wurde mit jeweils einer Schicht Unter- und Oberboden und darauf noch einer Schicht hochwertigen Substrates ein passendes Bett bereitet, erläuterte Müller.

Angeliefert worden war der Rasen „Just in Time“, wie es im Autobau heißt. „Der ist gestern Abend geerntet worden und wurde über Nacht angeliefert“, berichtete Stefan Metz vom Gartenamt. Zusammengehalten wird der Rasen von einer nur zwei Zentimeter dicken Schicht aus Mutterboden. „Der Rasen wird auf großen Feldern angepflanzt und bei Bedarf mit großen Messern abgeschnitten. Je dünner die Erdschicht, um so hochwertiger ist der Rasen“, sagt Metz. Zudem gehe es dabei auch um das Transportgewicht, die Kosten und den Bodenverbrauch. „Eine Palette mit 65 Rollen wiegt immerhin etwa 1,6 Tonnen“, weiß Metz.

„Der Rasen muss innerhalb eines Tages verlegt werden“

An diesem Dienstag stehen einige dieser Paletten auf dem Platz. Einige sind bereits leer. „Der Rasen muss innerhalb eines Tages verlegt werden, sonst beginnt er zu gären und wird heiß. Wird er zu heiß, stirbt er ab“, erläuterte Metz. Aus diesem Grund werde der Rasen in den Sommermonaten sogar mit Kühl-Lkw geliefert. Und aus diesem Grund sind an diesem Tag auch 15 Mitarbeiter des Gartenamtes gleichzeitig an der Arbeit. Man kann zusehen, wie die Rasenfläche wächst. „Der muss dann noch gewalzt und gewässert werden, dann stehen noch ein paar Restarbeiten an, und dann muss er nur noch anwachsen“, sagt Metz.

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