Würzburg

Karibische Klänge und ein Chor

Zwei Schwerpunkte hat das 31. Internationale Africa Festival im kommenden Jahr: Die Insel Haiti und Künstler, die noch nie in Würzburg aufgetreten sind.
Der 2009 ins Leben gerufene Ndlovu Youth Choir war eigentlich zuerst als Hilfsprojekt für Jugendliche gedacht, die in den abgelegenen Regionen Limpopos aus vielerlei Gründen keine Perspektive sahen, ihre Zukunft zu gestalten.
Der 2009 ins Leben gerufene Ndlovu Youth Choir war eigentlich zuerst als Hilfsprojekt für Jugendliche gedacht, die in den abgelegenen Regionen Limpopos aus vielerlei Gründen keine Perspektive sahen, ihre Zukunft zu gestalten. Foto: Ndlovu Youth Choir

Nach dem Festival ist vor dem Festival! Und so laufen auch sieben Monate vor dem Beginn des 31. Internationalen Africa Festivals vom 30. Mai bis zum 2. Juniauf den Mainwiesen an der Talavera die Vorbereitungen im Hintergrund auf Hochtouren. Traditionell hatte Festival-Chef Stefan Oschmann jetzt zum Beginn des Dauerkarten-Vorverkaufs die Presse zu einem ersten Mediengespräch gebeten.

Femi Kuti ist der älteste Sohn des 'King Of Afrobeat”, Fela Anikulapo Kuti. 
Femi Kuti ist der älteste Sohn des "King Of Afrobeat”, Fela Anikulapo Kuti.  Foto: Optimus Dammy

Während im Vorfeld des 30. Africa Festivals im Vorjahr die Besucher  vorher gefragt worden waren, welche Musiker und Bands aus den Vorjahren sie gerne noch einmal auf den Bühnen des Festivals hören würden, habe in diesem Jahr die Frage andersherum gelautet, berichtete Oschmann. "Wer war noch nie auf dem Festival und wen würden sie gerne einmal hören."  

Und so sind unter den zehn Musikern und Gruppen, deren Kommen bereits vertraglich vereinbart sei, sechs, die noch nie den Weg an den Main gefunden hatten. "Wenn alle 22 ihre Verträge unterschrieben haben, wird der Anteil der Neuen noch größer sein", kündigte Oschmann an.

Fest stehen für die Auftritte im großen Zirkuszelt unter der Friedensbrücke bereits folgende Künstler: Aus Haiti kommt Moonlight Benjamin am Donnerstag um 20 Uhr. Haiti, die, wie das afrikanische „Wurzelland“ Benin, ganz von der Voodoo Religion bestimmt wird, hat sie als Kind tief in sich aufgesogen und mit in ihre heutige Wahlheimat Frankreich genommen. Ihr kraftvoller Gesang vermischt sich mit 70er US-Garagen-Blues-Rock, ohne als Voodoo Priesterin ihre traditionellen Wurzeln zu vernachlässigen, so Oschmann.

Am Freitag um 20 Uhr präsentiert sich auf der Bühne im großen Zelt der Ndlovu Youth Choir aus Limpopo in Südafrika.  Der 2009 ins Leben gerufene Chor war eigentlich zuerst als Hilfsprojekt für Jugendliche gedacht. Inzwischen zählt der etwa 30-köpfige Chor  in Südafrika zu den ganz großen Newcomern in ihrem Metier.

Direkt danach am Freitag um 22 Uhr betritt Femi Kuti die Bühne im Zelt. Olufela Olufemi Anikulapo Kuti - wie er mit vollem Namen heißt - ist der älteste Sohn des “King Of Afrobeat”, Fela Anikulapo Kuti. Nach dem Tod seines Vaters 1997 war es für ihn mehr als selbstverständlich, das musikalische Erbe seines Vaters anzutreten und fortzuführen. Auch jetzt ist er mit dem aktuellen Werk „One People One World“sich selbst und der sozialkritischen Linie seines Vaters treu geblieben.

Den Samstag im Zirkuszelt eröffnet Lucibela von den Kapverden. In gefühlvollen Morna-Klängen oder auch mal in tanzbaren Coladeira erzählt sie ihre Geschichten über Liebe, Sehnsucht und Hoffnung von den kargen Inseln ihrer Heimat, erklärte der Festivalchef.

Der Sonntag im Zelt gehört traditionell dem Reggae. Los geht's mit Sista Awa, der Tochter eines senegalesischen Vaters und einer italienischen Mutter. 2010 startete sie langsam ihre musikalische Karriere, sang Soul und Blues bis sie sich ganz dem Roots Reggae zuwandte. Mit ihrer neuen Begleitband, den Rising Tones und DJ Bonnot, ist sie mittlerweile auch im Dub und Jungle zuhause.

"Das ist das Konzert, das als erstes ausverkauft sein wird", ist sich Stefan Oschmann über den Auftritt von "Gentleman" am Sonntagabend ab 22 Uhr im großen Zirkuszeit sicher. Mit bürgerlichem Namen Tilman Otto gehört der Musiker zum Besten, was Deutschland in Sachen Reggae zu bieten hat. Mit seiner eingespielten Hausband wird er zum Abschluss des Africa Festivals sein aktuelles Album vorstellen.

Auf der offenen Bühne geht es am Donnerstag mit der Mangroove Steel Band aus Trinidad los.  Bereits acht Mal gewannen sie den nationalen „Panorama” Steel Pan Wettbewerb vom Notting Hill Karneval, berichtete Oschmann.

Direkt danach folgt Carribean Brass International von den Inslen Aruba und Curacao. Die Band entstand als marschierendes Tanzorchester und das werden sie auch in Würzburg sein: Am Mittwoch, 29. Mai, um 16 Uhr, starten sie auf der Alten Mainbrücke in Würzburg und marschieren über die Domstraße, den oberen und unteren Markt bis in den  Rathausinnenhof, wo dann die Mangroove Steel Band die Zuschauer weiter unterhält. 

Der Freitag auf der offenen Bühne beginnt mit Anna & Saliou Cissokho. Mit dem Duo, bestehend aus der Hamburger Sängerin und dem Koraspieler aus dem Senegal, trifft eine soulig-jazzige Stimme auf traditionelle und moderne Koraklänge, kündigte Oschmann an.

Am Samstag stehen dann mit Mokoomba wieder Newcomer auf der Bühne.  Die Jungs dieser Band aus Simbabwe, haben sich zwischen 2002 und 2007 im Chinotimba Township von Victoria Falls gesucht und gefunden. Mittlerweile begeistern die Shooting Stars aus dem südlichen Afrika ihr Publikum weltweit. 

Die Rhythmen und das Lebensgefühl ihrer Heimat Haiti, die, wie das afrikanische 'Wurzelland' Benin, ganz von der Voodoo Religion bestimmt wird, hat Moonlight Benjamin als Kind tief in sich aufgesogen und mit in ihre heutige Wahlheimat Frankreich genommen.
Die Rhythmen und das Lebensgefühl ihrer Heimat Haiti, die, wie das afrikanische "Wurzelland" Benin, ganz von der Voodoo Religion bestimmt wird, hat Moonlight Benjamin als Kind tief in sich aufgesogen und mit in ihre heutige Wahlheimat Frankreich genommen. Foto: Pixbynot

Ab sofort gibt es die Karten für das 31. Africa Festival im Vorverkauf. Bis zum 31. Januar kostet die Dauerkarte 109 Euro, später 119 Euro. Einzelkarten für die Abendvorstellungen gibt es bis dahin für 35 Euro, später kosten sie 41 Euro. Die Tickets gibt es wie immer unter www.africafestival.org und in der Buchhandlung Hugendubel am Schmalzmarkt, beim Tourist Information & Ticket Service im Falkenhaus, sowie in den Geschäftsstellen der Main-Post und den CTS Eventim Verkaufsstellen unter www.eventim.de.

Anna & Saliou Cisskho - Mit dem Duo, bestehend aus der Hamburger Sängerin und dem Koraspieler aus der Casamance-Senegal, trifft soulig-jazzige Stimme auf traditionelle und moderne Koraklänge. 
Anna & Saliou Cisskho - Mit dem Duo, bestehend aus der Hamburger Sängerin und dem Koraspieler aus der Casamance-Senegal, trifft soulig-jazzige Stimme auf traditionelle und moderne Koraklänge.  Foto: Saliou Cissokho

Rückblick

  1. Africa Festival: Gentleman und die schöne Mitsing-Party
  2. Rund 80.000 Besucher beim 31. Africa Festival in Würzburg
  3. Africa Festival: Die schönsten Fotos vom Samstag
  4. Blutkrebs: Hunderte wollen Astrid G. helfen
  5. Africa Festival: Die Bilder vom zweiten Tag
  6. Africa Festival: Das sind die Bilder vom ersten Tag
  7. Wenn andere feiern: Arbeiten auf dem Africa Festival
  8. Africa Festival: Ist das Logo rassistisch?
  9. Sie halten Afrikas Traditionen fest - bevor sie verschwinden
  10. Das Millionen-Ding: Wie sich das Africa Festival finanziert
  11. Africa Festival: Was es alles zu wissen gibt
  12. Ärger um Africa Festival-Tickets: Jetzt antwortet Viagogo
  13. Africa Festival 2019 in Würzburg: Die wichtigsten Infos
  14. Verbraucherzentrale warnt vor Viagogo-Tickets
  15. Afrika-Ausstellung: Was es bald so nicht mehr geben wird
  16. Africa Festival: Diesmal wieder mit Straßenparade
  17. Africa Festival: Diese Künstler treten auf
  18. Africa Festival mit musikalischem Kulturerbe
  19. Africa Festival 2019: Calypso, Rum und Modeschauen
  20. Karibische Klänge und ein Chor
  21. Africa Festival: Geburtstagsfeier mit Alten und Bekanntem
  22. 30. Africa Festival: Über 85.000 Besucher
  23. Uni: Viele Verbindungen von Würzburg nach Afrika
  24. Wieviel Afrika steckt im Africa Festival?
  25. Standpunkt: Ein Preis ist relativ
  26. Steinmeier wirbt in Würzburg für ein aufgeklärtes Afrikabild
  27. „Afrikas Entwicklung beginnt auf den Heimatmärkten“
  28. Warum eine Debatte um Mohrenköpfe Realität verändern kann
  29. Rassismus im Alltag: Wenn einem Fremde in die Haare fassen
  30. Wo das Africa Festival zur Open-Air-Party wird
  31. Africa Festival: Zur Eröffnung kommt der Bundespräsident
  32. Wenn der Bundespräsident das Africa Festival eröffnet
  33. Africa-Festival-Macher: „Ein Gefühl von Heimat gegeben“
  34. Podiumsdiskussion: Schwarze Menschen in Deutschland
  35. Mit Weinen vom Kap und vom Stein
  36. Africa Festival: Am Schluss gibt's ein Bonbon für alle
  37. Mit dem Bundespräsidenten nach Gambia
  38. Wuchtige Abschlussparty mit Feuerzeug-Moment beim Africa Festival
  39. Tolle Kora, kämpferische Fatoumata - und ein Karrieresprung
  40. Debatte zu Genitalverstümmelung: Ein Dialog auf Augenhöhe
  41. Über 80 000 beim Africa Festival
  42. Trommeln? Einfach weglassen.
  43. Africa Festival: Das Fest der Freundschaften
  44. „Würzburger Ansichten“: Quo vadis, Africa Festival?
  45. Sechs Tipps für das Africa Festival
  46. Tausende strömten zum Auftakt des Africa Festivals
  47. Africa Festival: Startschuss für afrikanische "Lebensfreude"
  48. Africa Festival: Lebensfreude? Aber mit Sicherheit!
  49. „Ich versuche herauszufinden, was die Frau selbst möchte“
  50. Verstümmelt nicht! Rüdiger Nehberg und die unfassbare Sache

Weitere Artikel

Schlagworte

  • Würzburg
  • Ernst Lauterbach
  • Africa Festival Würzburg
  • Chöre
  • Kunst- und Kulturfestivals
  • Künstlerinnen und Künstler
  • Reggae
  • Stefan Oschmann
  • Theater
  • Voodoo
Lädt

Schlagwort zu
„Meine Themen“

hinzufügen

Sie haben bereits
/ 15 Themen gewählt

bearbeiten

Sie folgen diesem Thema bereits

entfernen

Um "Meine Themen" nutzen zu können müssen Sie der Datenspeicherung zustimmen

zustimmen
0 0
Kommentar schreiben

Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!