Estenfeld

Kartause: Bürgerpark könnte der erste „Baustein“ sein

Die Frage, was aus der Kartause einmal werden soll, bewegt die Menschen in Estenfeld. Der Gemeinde sei daher daran gelegen, dass möglichst viele von ihnen die Zukunft des geschichtsträchtigen Gebäudes mitgestalten. Ein wichtiger Schritt sei  die Bürger- und Ideenwerkstatt gewesen, die kürzlich stattfand. Ein laut einer Pressemitteilung produktiver Nachmittag mit bereichernden Beiträgen und zielführenden Diskussionen.

Mit einem Rundgang über das Kartausenareal mit Bürgermeisterin Rosi Schraud startete die Ideenwerkstatt. Dabei gewannen die Teilnehmer einen Eindruck von der Größe der Fläche. Sie hatten die Gelegenheit, durch die Scheune in den rückwärtigen Bereich an der Kürnach zu gehen und den nicht öffentlich zugänglichen Garten zu besichtigen.

Ein Bürger hatte ein Foto mitgebracht, auf dem dessen Eltern bei einer „Bootspartie“ auf dem ehemaligen See zu sehen sind. An den ursprünglichen Zustand des Gartens und an die Bauarbeiten bei der Verlegung der Kürnach Ende der 1950er Jahre konnten sich einige ältere Bürger noch erinnern.

Im Pfarrheim brachte Stadtplaner Thomas Wirth, Leiter des Planungsbüros arc.grün (Kitzingen), in einem Vortrag alle auf den aktuellen Stand. Er erklärte, über welche Arten der Nutzung bislang gesprochen worden sei und welche Vorgaben eingehalten werden müssten. Zu drei Säulen der vorliegenden Planung (Gastronomie, Veranstaltungsraum und Bürgerpark) gebe es bereits einen weitgehenden Konsens im Gemeinderat, machte Wirth deutlich. Für den Bereich der ehemaligen Stallungen fehle noch eine tragfähiges Konzept zur weiteren Entwicklung.

Anschließend diskutierten die Bürger in sieben Gruppen anhand eines Lageplans, was sie sich in der Kartause vorstellen könnten. Erfreulich war das Engagement der jugendlichen Ministranten, die versiert bei der Sache waren. 

Die wichtigsten Erkenntnisse aus den Arbeitsgruppen: Was die Nutzung der Stallgebäude (vierte Säule) angeht, gebe es unterschiedliche Vorstellungen. Wichtig sei bei jeder Variante – abgesehen von der Nutzung als Rathaus – auf eine möglichst hohe Flexibilität zu achten, um auf noch nicht absehbare Nachfragen reagieren zu können. Mehrzweckräume und Multifunktionalität stünden dabei im Vordergrund.

Grundsätzlich werde die Nutzung der Scheune als Veranstaltungsraum begrüßt. Dabei sei der tatsächliche Bedarf und die Größe zu klären.

Eine Gastronomie werde als sinnvoll erachtet – sie könnte im Wohnhaus, aber auch im Zusammenhang mit der Nutzung in der Scheune entstehen. Ein Angebot für Familienveranstaltungen (Hochzeiten, Geburtstage, Familienfeiern) solle intensiver geprüft werden, da dort große Nachfrage bestehe.

Der Garten und die Kürnach-Wiese sollten zu einem Bürgerpark entwickelt werden. Aufgrund der Komplexität der Gebäudesanierung könnte dies der erste „Baustein“ sein. Der Stellplatzbedarf und die Zufahrtsituation müssten stärker als bisher ins Blickfeld rücken.

Für die anstehenden Schritte sei ein möglichst konkreter Zeitplan notwendig. Die Ergebnisse der Bürgerwerkstatt sollten dem Gemeinderat als Leitfaden dienen. Er werde demnächst in einer Klausur über das weitere Vorgehen beraten. Konkrete Beschlüsse zu den nächsten Schritten (Wettbewerb, Planerauswahlverfahren, Förderanträge usw.) werde es laut der Pressemitteilung erst zu einem späteren Zeitpunkt geben.

Die Bürger sollten auch künftig in den Entscheidungsprozess zur Kartause eingebunden werden. Es werde noch eine Bürgerbefragung geben, darüber hinaus seien weitere Beteiligungsrunden geplant.

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