Gaukönigshofen

Keine Hamster, aber andere schützenswerte Arten

Im vereinfachten Verfahren soll die Erweiterung des Baugebiets "Am Hirtenpfad" verwirklicht werden. Grundlegende Festsetzungen hatte der Gemeinderat bereits im vergangenen Jahr beschlossen. Eigentlich hatte man sich auch eine Beschleunigung des Bauleitplanverfahrens erwartet, die jedoch nicht eintrat. Denn es waren neue, umfangreichere artenschutzrechtliche Prüfungen als beim ersten Bauabschnitt durch ein Fachbüro  durchzuführen.

Deren Ergebnisse erläuterte Architekt Bauer vom Büro plan 2.0 jetzt in der Gemeinderatssitzung. Feldhamster, auf die in unserer Region besonders zu achten ist, seien zwar nicht festgestellt worden, aber dafür einige andere schützenswerte Tierarten, insbesondere Vögel. Für deren Schutz müssen im Plan, der demnächst ausgelegt werden soll, Vorgaben erfüllt werden, was in den meisten Fällen schon geschehen sei.

Ersatzlebensraum geschaffen

Wie der Architekt ausführte, wurden im April und im August das künftige Baugebiet und im Umkreis von 350 Metern Ackerflächen der "Speziellen Artenschutzrechtlichen Prüfung" unterzogen. Von den zu beachtenden Vorgaben sind einige bereits im Entwurf für den Bebauungsplan enthalten. So dürfen Rodungen, Erdabtragungen und Auffüllungen nur in einem bestimmten Zeitraum erfolgen. Zu rodende Bäume sind auf Nisthöhlen zu untersuchen, wobei solche Fälle in dem betroffenen Gebiet aber kaum zu erwarten seien.

Durch eine verringerte und gezielte Beleuchtung sollen Insekten geschützt werden. Die Neuanlage und Pflege von Gehölzbeständen ist bereits in den Festlegungen enthalten. Um keine Hamster anzulocken, wurden bereits entsprechende Schwarzbrachen als potenzieller Ersatzlebensraum geschaffen, der auch Vögeln dienen soll. Noch aufzunehmen sind der Schutz von Bäumen und Gehölzen am Rand des Baugebiets während der Bauarbeiten und die Schaffung von Lebensräumen für Höhlen- und Nistkastenbewohner. Hierfür sollen insgesamt sechs Nistkästen aufgehängt werden.

Mit den genannten Ergänzungen soll nun der Planentwurf in die öffentliche Auslegung gehen, die im vereinfachten Verfahren nur einmal erfolgt. Die Bürger können die Planunterlagen von 11. November bis 11. Dezember während der Dienstzeiten im Rathaus einsehe. Gleichzeitig läuft die Anhörung der Träger öffentlicher Belange.

Bauwillige im Ort halten

Um Bauwerbern möglichst weit entgegen zu kommen, sind ihnen im Baugebiet Hirtenpfad viele Freiheiten bei der Gestaltung ihrer Häuser gelassen. Sehr kritisch gesehen hat das Ratsgremium hingegen eine Bauvoranfrage für ein Wohnhaus im Gebiet "Rosengarten III", wo es einst einen Bebauungsplan gab, der aber aufgehoben wurde. Nun richte sich die Beurteilung nach dem Einfügungsgebot der Bayerischen Bauordnung. Der Bauausschuss hatte ausführlich vorberaten. Mit dem U-förmigen Bau konnte er sich abfinden, nicht aber mit dem vorgesehenen Flachdach, das sich nicht in die Umgebung einfüge.

Anton Hellmuth meinte aber in der Gemeinderatssitzung, dass man großzügig verfahren solle, um bauwillige Leute im Ort zu halten. Er hielt das Flachdach für vertretbar, weil das Haus an einer nicht sehr augenfälligen Stelle entstehen soll. Johannes Menth widersprach. Ein Flachdach wäre seiner Meinung nach ein Fremdkörper. Qualität und Funktionalität des Hauses würden auch erhalten bleiben, wenn es mit einem flach geneigten Dach versehen würde, wie es der Ausschuss empfohlen hatte. Die große Mehrheit des Gemeinderats lehnte die Bauvoranfrage ab.

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