WÜRZBURG

Kinder lernen Wissenschaft

Neugierig: Kinder beobachten die Arbeit der Restauratoren in den Werkstätten des Martin von Wagner-Museums. Im Rahmen d... Foto: Daniel Peter

Der 3. Oktober: Tag der deutschen Einheit, Tag des Lächelns und dieses Jahr auch Tag des Türöffnens. In ganz Deutschland und sogar darüber hinaus gewähren Museen, Kliniken, Theater, Studios, Fabriken und viele mehr ihre Türen, um Kindern zu zeigen, was dahinter passiert. Die WDR-Maus begleitet sie und zeigt ihnen auch in Würzburg spannende Geschichten und Bilder.

Die Kinder stehen gebannt um einen Schreibtisch in einem kleinen Büro in der Röntgen Gedächtnisstätte. Der Raum ist dunkel, es erscheint ein grünes Licht in einer Röhre: Röntgenstrahlen. „Ich dachte nicht, ich untersuchte“, beschrieb Röntgen damals seine Entdeckung. Und das dürfen am Türöffnertag auch die Kinder machen.

Zoe Zlotski (8) zieht langsam eine Schublade aus dem Schreibtisch heraus. „Ich war so aufgeregt, was da wohl drin sein könnte“, sagt sie. Zuerst nichts, doch dann findet sie einen geheimen Knopf. Ein weiteres Fach öffnet sich und sie findet einen Brief. Adressiert an Wilhelm Conrad Röntgen. „Den dürfen wir nicht aufmachen“, erklärt Mitarbeiter Stephan Popp. „Aber lasst uns mal schauen, ob wir mit der Röntgenstrahlung sehen können, was darin ist“.

Zoe darf den Brief, den sie gefunden hat, ins Nebenzimmer tragen. Ein Tisch, ein Schrank und eine Vitrine, mehr steht hier nicht. Das Geheimnis versteckt sich im Schrank. Zoe und Florentine Latosseck (11) nehmen den Brief mit in den Schrank, in dem das Röntgengerät steht. „Da war eine kleine Maus in dem Brief“, freut sich Zoe. „Ich habe zwar schon einen Film über Röntgenstrahlen gesehen“, erklärt Zoe. „Aber das war toll heute!“

Noch weiter in die Vergangenheit tauchen die Kinder im Martin von Wagner-Museum ein. Restaurierte Vasen und Gemälde ansehen, das kann hier jeder. Die Kinder dürfen heute aber noch viel mehr: Selbst restaurieren.

Die Kleineren bessern Gemälde aus, die Größeren reparieren einen zerbrochenen Top. Agnes (10) und Luzia (8) Volk sind hochkonzentriert, als sie vor einem kleinen Sandkasten sitzen, in dem Tonscherben liegen. Im Sand, das haben die beiden gelernt, lässt es sich leichter reparieren, da nichts kaputt gehen oder umfallen kann. Passt das Stück? Nein, noch nicht ganz, es muss an eine andere Stelle. Nach einigem Ausprobieren erkennt man jedoch schon, was auf dem Topf abgebildet ist: die Maus. „Das war spannend“, sagt Agnes. „Das mit dem Restaurieren habe ich noch nie gemacht, aber es klappt ganz gut.“ Die Begeisterung der Restauratoren Ingeborg Klinger und Miron-Doru Sevastre für ihr Handwerk schwappt auf die Kinder über, als sie die Arbeiten stolz ihren Eltern zeigen.

„Der Türöffnertag ist ein sehr gutes Angebot für Kinder, um Dinge zu lernen und zu sehen, die in der Schule nicht angeboten werden“, findet auch Jochen Griesbach, Kurator der Antikensammlung im Museum, der sich über die vielen Besucher freut.

Sieben weitere Einrichtungen boten Programme für Kinder an: DGEG Eisenbahnmuseum, Grillschule Hotel Frankenhof Höchberg, Malteser Rettungsdienst, Zahnklinik, Puppentheater Spielberg, Rudolf-Virchow-Zentrum, Zentrum für angewandte Energieforschung.

Gebannte Zuschauer: In der Röntgen-Gedächtnisstätte erklärt Mitarbeiter Roland Wiegand das Röntgen-Experiment. Foto: Leonie Werner
Aufregend: Florentine Latosseck (links) und Zoe Zlotski legen den in einer Geheimschublade gefundenen Brief ins Röntgeng... Foto: Leonie Werner

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