Würzburg

Kinderpalliativteam: Noch keine Einigung mit den Krankenkassen

Diözesangeschäftsführer Stefan Dobhan und Elke Schellenberger, die Leiterin des Kinderpalliativteams, verhandelten am Mittwoch in München über eine Finanzierung der palliativen Versorgung schwer kranker Kinder. Allerdings immer noch ohne Ergebnis. Foto: Thomas Obermeier

Konstruktiv und angenehm sei das Gespräch mit zwei Krankenkassenvertretern verlaufen, berichtet Diözesangeschäftsführer Stefan Dobhan am Mittwochabend. Zusammen mit der Leiterin des Kinderpalliativteams Unterfranken, Elke Schellenberger, war er an diesem Tag nach München gereist, um endlich die Finanzierung des Dienstes sicher zu stellen.

Das Kinderpalliativteam der Malteser Unterfranken betreut zurzeit 15 schwer kranke Kinder mit einer lebensverkürzenden Erkrankung. Aber die Ärzte und Krankenschwestern arbeiten noch ohne Vertrag mit den Krankenkassen, weil sich die Vorstände bislang weigerten den Dienst ausreichend zu bezahlen. Denn die Malteser rechnen damit, dass sie wohl 50 Kinder und Jugendliche unterfrankenweit auf ihren letzten Weg begleiten und betreuen. Etwa 800 000 Euro hat Diözesangeschäftsführer Dobhan dafür veranschlagt. Darin seien alle Anforderungen enthalten, die die Kassen auch fordern. Vor allem eine Rufbereitschaft und die Versorgung rund um die Uhr. Die Kassen seien aber bislang nur bereit 685 000 zu bezahlen. Zurzeit finanzieren die Malteser den Kinderpalliativdienst also über Spenden. 

Für Aufsehen sorgte vor allem die Haltung der Kassenvorstände. Denn eigentlich hatten sich die Malteser mit der Verhandlungsgruppe der Kassen auf eine Finanzierung geeinigt. Die obersten Chefs allerdings lehnten diese Einigung ab. Das hat vor allem bei Landtagspräsidentin Barbara Stamm für Sprachlosigkeit gesorgt. Stamm hat sich sehr für das Palliativteam eingesetzt, fleißig Spenden gesammelt und sie saß sogar mit am Verhandlungstisch.

Der öffentliche Druck war es schließlich, der die Vorstände zum Nachdenken brachte. Das wurde bei dem Gespräch am Mittwoch in München deutlich, berichtet Stefan Dobhan. Er hatte das Gefühl, dass es die Krankenkassen ernst meinen mit einer zügigen Einigung. Dobhan schätzt, dass es in zwei bis drei Wochen so weit sein dürfte. Welche strittigen Punkte es noch gibt, teilte Dobhan nicht mit. Die Verhandlungspartner hätten vereinbart, dies nicht zu kommunizieren. 

 

 

 

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