WÜRZBURG

Kino Central liebäugelt mit der Zellerau

Schon in wenigen Jahren Vergangenheit? Das Programmkino Central hat sich auf den Weg gemacht, aus der ehemaligen Mozart-Schule auszuziehen.
Schon in wenigen Jahren Vergangenheit? Das Programmkino Central hat sich auf den Weg gemacht, aus der ehemaligen Mozart-Schule auszuziehen. Foto: Norbert Schwarzott

Auch wenn es einzelne Genossenschaftsmitglieder noch nicht wahrhaben wollen: Die Tage des Programmkinos „Central“ in der alten Mozart-Schule sind gezählt. Eine außerordentliche Genossenschaftsversammlung hat den Vorstand am Dienstagabend mit überwältigender Mehrheit beauftragt, das Angebot zum Umzug von der Hofstraße auf das Bürgerbräu-Gelände in der Zellerau im Detail zu prüfen und die Rahmenbedingungen auszuloten.

Wie berichtet, haben die Investoren Roland Breunig und Carsten Höfer, die die alte Brauerei am Ende der Frankfurter Straße zu einem Kreativ- und Kulturzentrum entwickeln wollen, dem „Central“ drei Kinosäle im Gewölbekeller unter dem alten Maschinenhaus der Bürgerbräu angeboten. Wie das genau aussehen soll, erläuterte Architekt Breunig den 90 anwesenden Kino-Genossen im Schröder-Haus: Auf Höhe der Straßenbahn-Endhaltestelle an der Kreuzung Frankfurter und Mainau-Straße könnte künftig ebenerdig der Eingang zum gläsernen Foyer sein. Ohne eine einzige Stufe wären von dort aus die Eingänge zu drei unterschiedlich großen Kinosälen in den ehemaligen Brauereikellern zu erreichen.

„Alles komplett barrierefrei“, verspricht Breunig. Um das zu erreichen, wird nicht nur die Mauer entlang der Frankfurter Straße an mehreren Stellen durchbrochen, sondern auch das Erdreich zwischen Mauer und Gebäude abgetragen und ein kleiner Platz angelegt. „Dort kann man dann ebenerdig in die Gewölbekeller hineingehen“, so Roland Breunig.

Links und rechts vom Kino soll es einen Kulturkeller und einen Veranstaltungskeller geben, auch großzügig angelegte Gastronomie ist im selben Gebäude vorgesehen. Insgesamt 200 Pkw-Stellplätze und die gute Erreichbarkeit mit der Straßenbahn nannte Breunig als Pluspunkte. Die Arbeiten auf dem Gelände beginnen im nächsten Frühjahr und sollen bis 2015 weitgehend abgeschlossen sein.

„Wir lassen uns nicht dafür instrumentalisieren, die Mozartschule zu retten“

Heidrun Podszus Vorstandsvorsitzende Central

Den Wunsch nach einem Programmkino als Anziehungspunkt für das Gelände haben Breunig und Höfer seit Beginn der Planungen. „Als wir das Konzept vor drei Jahren bei der Stadt eingereicht haben, stand das Kino schon drin“, betonte Breunig. Er hat sich von einem befreundeten Kinobetreiber aus München beraten lassen, will das Projekt aber – er ist selbst Mitglied der Genossenschaft – lieber mit dem Würzburger Partner verwirklichen: „Wenn das Central kein Interesse hat, werden wir weiter versuchen, dort ein Programmkino hinein zu bringen.“

Für die Genossenschaft bedeuten Umzug und Vergrößerung Investitionen zwischen 300 000 und 500 000 Euro. „Es ist möglich, dass wir uns das leisten können“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender David Herzog.

Nach dem positiven Votum der Versammlung – nur drei von 90 Genossen stimmten dagegen, drei weitere enthielten sich – kann der Vorstand jetzt in Verhandlungen mit den Bürgerbräu-Investoren eintreten und die Details der Zusammenarbeit prüfen. Gespräche darüber, ob sich auch das Ochsenfurter „Casablanca“ an dem Projekt beteiligt, laufen bereits.

Der Vorstand der Genossenschaft sieht den Umzug in die Zellerau als einmalige Chance: „Wir rechnen damit, dass wir knapp zwei Jahre in der Mozartschule bleiben können, auf der Suche nach einem Standort in der Innenstadt sind wir nicht fündig geworden“, sagte die Vorstandsvorsitzende Heidrun Podszus.

Gegen die Pläne des Vorstands gab es auch in der Diskussion nur wenig Widerspruch. Zu Wort meldeten sich einzelne Genossen, die mit dem „Central“ offenbar auch gleich die Mozartschule erhalten wollen. Schließlich sei es denkbar, dass sich auch der künftige Investor auf dem Mozart-Areal ein Kino als Publikums-Magnet vorstellen könne, sagte einer.

Die Reaktion von Podszus lässt darauf schließen, dass der Vorstand mit diesem Thema häufiger konfrontiert wird: „Wir lassen uns nicht dafür instrumentalisieren, die Mozartschule zu retten“, betonte sie.

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