Kirchheim

Kirchheim: Nur ein Neubau kann noch helfen

Es gibt mehr Kindergartenkinder als Plätze im den Einrichtungen der Gemeinde. Im Gemeinderat ging es nun darum wie, man diesem Mangel abhelfen kann.
Der Kindergarten St. Michael, das frühere Schwesternhaus, wurde erst vor einigen Jahren saniert. Nun fehlt es an Platz für die Krippenkinder.
Der Kindergarten St. Michael, das frühere Schwesternhaus, wurde erst vor einigen Jahren saniert. Nun fehlt es an Platz für die Krippenkinder. Foto: Christian Ammon

Die Gemeinde steht gehörig unter Druck, den Kindergarten St. Michael im Kirchheimer Altort zu erweitern. Hier fehlen zwei Gruppen für Kleinkinder. Eine weitere Gruppe entsteht im Ortsteil Gaubüttelbrunn. Der Gemeinderat hat sich nun für ein Planungsbüro entschieden. Dabei hat sich Martin Eckert aus Gaubüttelbrunn durchgesetzt. Am wahrscheinlichsten ist, dass ein zusätzlicher Neubau auf dem angrenzenden Gelände der Karolinenruhe entsteht. Damit würde jedoch auch eine beliebte Grünfläche in Altortnähe zumindest teilweise verschwinden.

Von der Diözese ist kein Zuschuss zu erwarten

Bis es so weit ist, wird improvisiert: Der Kindergarten St. Michael hat zuletzt keine weiteren Kinder aufgenommen. Anmeldungen waren nur noch im Kindergarten in Gaubüttelbrunn möglich, wo es noch freie Betreuungsplätze gibt. In St. Michael wurde zudem übergangsweise eine vom Landratsamt genehmigte Notgruppe eingerichtet. Sie ist im Mehrzweckraum, der bisher als Turnraum genutzt wurde, untergekommen. "Es sind alle Kinder untergekommen, und das werden wir auch so halten können", stellt Bürgermeister Björn Jungbauer fest. Die vergleichsweise kurze Wegstrecke in den benachbarten Ortsteil sei den Eltern zuzumuten.

So könnte der Neubau auf der Karolinenruhe aussehen. Er soll sich in das Umfeld einpassen.
So könnte der Neubau auf der Karolinenruhe aussehen. Er soll sich in das Umfeld einpassen. Foto: Entwurf: Büro Eckert

Eine erste Schätzung der Baukosten beläuft sich auf 1,3 Millionen Euro. Ein Zuschuss der Diözese ist aufgrund des Baumoratoriums nicht zu erwarten. Vom Freistaat gibt es jedoch bis zu 90 Prozent auf die förderfähigen Kosten. Mit den Bauarbeiten könnte es, so die Architekten, nach der Sommerpause losgehen. Unter Umständen ist für einen Neubau in der Karolinenruhe, die derzeit als Spielplatz genutzt wird, ein vorhabenbezogener Bebauungsplan nötig. Auch dürfte wohl ein Baugrundgutachten und ein wasserrechtliches Verfahren wegen der Nähe zum Moosbach anstehen.

Bei Kleinkindern ist Betreuungsquote rasant gestiegen

Als Ursache für den Engpass sieht der Bürgermeister die steigende Betreuungsquote. Die Gemeinde hat sie bei den Planungen mit 65 Prozent eines Jahrgangs angesetzt. Noch vor kurzem habe im ländlichen Raum nur etwa die Hälfte der Kinder die Krippe besucht, so Jungbauer. Je näher eine Gemeinde an der Stadt liege, desto höher sei die Quote. Im unmittelbaren Umland sei heute mit knapp 100 Prozent Betreuungsbedarf im Kleinkindalter zu rechnen. Das Krippengeld, das der Freistaat seit kurzem zahlt, möchte er dafür hingegen nicht verantwortlich machen.  

Feststeht dagegen, dass der Zuzug in beiden Ortsteile eine Rolle spielt. Ein Blick in die Statistik zeigt zudem, dass die Geburtenzahlen deutlich gestiegen sind: Während der Durchschnitt in den vergangenen zehn Jahren bei 17 Geburten lag, waren es 2019 kurz vor Jahresende schon 23. Auch die Altersgruppen sprechen eine klare Sprache: In Kirchheim wohnen im Alter zwischen ein und drei Jahren 74 Kinder, zwischen vier und sechs Jahren sind es nur 46. Mit den drei zusätzlichen Gruppen würde Kirchheim über 48 Betreuungsplätze für Kleinkinder verfügen.

Die Karolinenruhe - ein einmaliges Areal

Ein Neubau auf der Karolinenruhe, der über den Rothweg erschlossen werden könnte, hat aus Sicht der Gemeinde den Vorteil, dass sich das derzeit als Spielplatz genutzte Gelände bereits in ihrem Besitz befindet. Zudem erleichtert ein separates Gebäude eine spätere Umnutzung. Mit dem Altbau wäre es lediglich über eine Brücke über den Moosbach verbunden. Der Entwurf zeigt ein einstöckiges, S-förmiges Gebäude mit begrüntem Flachdach, das sich in das Umfeld einfügt.

Eine Außenansicht des geplanten Neubaus auf der Karolinenruhe. 
Eine Außenansicht des geplanten Neubaus auf der Karolinenruhe.  Foto: Entwurf: Büro Eckert

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