Randersacker

Kirchweih Randersacker: Das Ende der starken Männer

Zum letzten Mal richteten die Gewichtheber des SC Randersacker die Kirchweih aus. Viele bedauern dies. Doch warum gibt es im kommenden Jahr nicht wieder solch ein Fest?
Thorsten Öhrlein aus Rettstadt erwies sich nach vier harten Wettkampfdisziplinen als der stärkste Mann der Randersackerer Kirchweih.
Thorsten Öhrlein aus Rettstadt erwies sich nach vier harten Wettkampfdisziplinen als der stärkste Mann der Randersackerer Kirchweih. Foto: Helmut Rienecker

Das war's dann wohl mit der Randersackerer Kirchweih. Und das, obwohl dieses Fest immer sehr viel Zuspruch in dem Weinort gehabt hat. Der Grund für das Ende ist der Mangel an Helfern. Die verantwortlichen Abteilungsleiter Janos Geerhardt und Norbert Wegmann haben daher beschlossen, dass zum 50-jährigen Bestehen der Kraftsportler Schluss ist.

Sportlicher Höhepunkt

Sie bedauern, dass viele Mitglieder den Verein immer mehr als einen Dienstleistungsbetrieb ansehen würden und nicht mehr bereit seien, sich zu engagieren. "Der Idealismus fehlt", beklagte Janos Geerhard. Drei Tage lang wurde daher nun zum letzten Mal gefeiert. Am Freitag begann der ganztägige Festbetrieb und am Abend fand dann der sportliche Teil mit dem Open Air Kreuzheben statt. Der Höhepunkt des Festes war der Sonntagnachmittag.
 

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Denn da wurde wieder einmal der stärkste Mann der Kirchweih gesucht. Die Teilnehmer kamen von den Gastgebern, aus Würzburg, Reichenberg, Rimpar und Rettstadt. Moderator Norbert Wegmann hatte sich dazu wieder einige kraftraubende Disziplinen für die zehn Teilnehmer ausgedacht. In der ersten Runde mussten die Athleten einen 80 Kilogramm schweren Baumstamm zwischen den Beinen zwei Minuten lang über den Parcours schleppen.

Kopf-an-Kopf-Rennen

Einige Teilnehmer mussten Schürfwunden an den Unterschenkeln in Kauf nehmen. Am Ende hatte der Randersackerer Simon Bausewein mit gelaufenen 176 Metern die Nase vorn. Bei der zweiten Kraftprobe galt es, einen 100 Kilogramm schweren Traktorreifen über 40 Meter zu bewegen. Allerdings nicht gerollt, der Reifen musste immer wieder an einer Seite angehoben und überschlagen werden. Der Rettstadter Thorsten Öhrlein und der Rimparer Mirko Münch schafften das zeitgleich in schweißtreibenden 1.43 Minuten.

Zwischen den einzelnen Wettkämpfen unterhielt die Band Blue Moonlight die mehreren hundert Gäste, die sich zu diesem Spektakel eingefunden hatten. Für den dritten Wettkampf hatte der Randersackerer Peter Schädel wieder eines seiner besonderen Fahrzeuge zur Verfügung gestellt. Einen Ford-Chevrolet Roadster aus dem Jahre 1932. Der wog zusammen mit seinem Besitzer und einem Beifahrer satte 1380 Kilogramm. Die Aufgabe der Teilnehmer war es nun, diesen Oldtimer über 20 Meter an einem Seil zu ziehen. Am schnellsten schaffte das der Würzburger Nicolas Göß in 17,30 Sekunden.

Sieger nach dem Stechen

Was die Kraftsportler leisten konnten, zeigte sich auch bei der letzten Disziplin, dem Heben. Das Gewicht musste aus dem Stand angelupft und kurz gehalten werden. Beim ersten Durchgang mit 220 Kilogramm waren alle zehn Teilnehmer noch dabei. Doch nachdem immer mehr Scheiben aufgelegt wurden, schaffte es nur noch Jonathan Schmitt aus Randersacker, die 330 Kilo zu heben. Bevor es dann zur Preisverleihung kam, musste erst noch ein Stechen durchgeführt werden. Denn auf Platz eins und drei lagen jeweils zwei Kraftsportler punktgleich.

Die Aufgabe der Kontrahenten war es, eine Gewichtsscheibe von 20 Kilo nach Art des Maßkrugstemmens frei nach vorne zu halten – allerdings mit zwei Händen. Beim Kampf um Platz eins hatte dabei Thorsten Öhrlein aus Rettstadt den längeren Atem und verwies seinen Gegner Simon Bausewein von den Gastgebern auf den zweiten Platz. Den dritten Rang erkämpfte sich der Würzburger Nicolas Göb. Über zwei Stunden lang hatten die Besucher der Kirchweih die Athleten mit Klatschen, Rufen, Klappern und Ratschen zu Höchstleistungen angefeuert. Und am Ende waren sich alle einig: Schade dass die Wettkämpfe der starken Männer vorbei sind. Sportlich geht es dagegen im Verein auch nach 50 Jahren des Bestehens weiter. So werden zu den vielen Titeln im Gewichtheben sicher noch viele dazukommen.

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