GÜNTERSLEBEN

Klara Schömig leitet als Bürgermeisterin erste Sitzung

Waltraud Öhrlein von der SPD (rechts) vereidigt in Güntersleben als ältestes Ratsmitglied Klara Schömig als Bürgermeiste... Foto: Christian Ammon

Vertauschte Rollen: Während die neue Bürgermeisterin Klara Schömig die jüngste Sitzung des Gemeinderats eröffnete, nahm der frühere Rathauschef Ernst Joßberger in den Reihen der Zuhörer Platz: als Gast. Anzug und Krawatte hatte er gegen einen bequemen Überzieher getauscht und folgte entspannt dem Auftakt der Amtszeit von Schömig. Die Tagesordnung war denkbar kurz: Auf die Vereidigung auf das Grundgesetz folgte die Bestätigung als Standesbeamtin und die Festsetzung von Besoldung und Dienstaufwandsentschädigung. Gratulationen und Danksagungen standen nochmals im Vordergrund.

Von den einzelnen Fraktionen im Gemeinderat gab es die klare Zusage, mit der neuen Rathauschefin konstruktiv zusammenzuarbeiten. Besonders gespannt durfte man auf die Worte der CSU-Fraktion sein, hatte sich Schömig doch gegen den eigenen Bewerber Michael Freudenberger durchgesetzt. Dessen Enttäuschung war in den folgenden Wochen deutlich zu spüren. Auch hatte bereits in der Sitzung vom 26. September Jochen Neuland nach fast zehn Jahren sein Mandat aus beruflichen Gründen niedergelegt. Für die CSU-Fraktion stellte als neuer Fraktionssprecher Willi Öffner dennoch klar, dass die CSU darauf setze, Themen in einer „vernünftigen Streitkultur sauber auszudiskutieren“.

Viel Kritik eingesteckt

Was er darunter versteht, zeigte sein Antrag, die zukünftige Vergütung der Bürgermeisterin öffentlich und nicht wie eigentlich vorgesehen unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu behandeln. Er selber könne hier „keinerlei Geheimhaltungsinteresse“ nach der Gemeindeordnung erkennen. Auch ließ er sich im Vorfeld seine Einschätzung von der Kommunalaufsicht des Landratsamts bestätigen. Den gleichen Antrag hatte er bereits 2006 gestellt – damals ging es um den Amtsantritt von Ernst Joßberger. Er habe dafür viel Kritik einstecken müssen. Wie sich jetzt zeige, habe er aber mit seiner Einschätzung „im Kern“ richtig gelegen. Peter Emmerling (UBG) verteidigte die Entscheidung von damals: Die Öffentlichkeit habe schließlich auch nicht erfahren, wie viel ein Krankenkassen-Vorstand oder die Manager der Autokonzerne verdienen.

Die Entscheidungen fielen schließlich öffentlich unter der Sitzungsleitung von Michael Freudenberger als Zweitem Bürgermeister dennoch einstimmig und ohne Diskussion: Bei einer Gemeinde mit etwas mehr als 4000 Einwohnern steht Schömig als Beamtin auf Zeit die Gehaltsgruppe A15, Stufe 11, zu. Hier hat der Gemeinderat ohnehin keinen Einfluss auf die Höhe. Beim Dienstaufwand orientierte sich der Rat mit 450 Euro knapp unter dem Betrag, den der Amtsvorgänger bekam.

Offener Umgang gewünscht

Klara Schömig folgte dem ganzen routiniert und kommentarlos. An den Gemeinderat gerichtet, wünschte sie sich lediglich einen offenen und ehrlichen Umgang miteinander. Ihr sei klar, dass ein Gemeinderat „kein Gesangverein“ sei. Sie sei jedoch dazu bereit, „bei guten Argumenten viele Wege mitzugehen“, versicherte sie. Als die nächsten Aufgaben, die sie und den Rat beschäftigen werden, nannte sie die Sanierung des Ortskerns mit der Errichtung eines Ärztehauses und vor allem die Schaffung einer Einrichtung für betreutes Wohnen möglichst mit angeschlossenem Pflegeheim sowie einen weiteren Ausbau der Kinderbetreuung.

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