Würzburg

Klimaschutz: Was die Würzburger Parteien tun wollen

Der Klimawandel bewegt viele Menschen. Was wollen die Würzburger Parteien zum Schutz des Klimas tun? Vor der Kommunalwahl hat die Redaktion große Unterschiede gefunden.
Wie hier in der Sedanstraße haben im Herbst Mitarbeiter des Gartenamtes in der ganzen Stadt Bäume gefällt, die im Sommer vertrocknet waren.
Wie hier in der Sedanstraße haben im Herbst Mitarbeiter des Gartenamtes in der ganzen Stadt Bäume gefällt, die im Sommer vertrocknet waren. Foto: Daniel Peter

Vor über einem Jahren gingen die Demonstranten von Fridays For Future zum ersten Mal auf die Straße. Seitdem ist der Umwelt- und Klimaschutz das bestimmende Thema in der Politik. Laut der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung ist es sogar eines der wichtiges bei der Wahlentscheidung am 15. März. Mit SauberMobil und dem Green-City-Plan versucht die Stadt den Verkehr zu reduzieren und die Luftqualität in der Stadt zu verbessern.

Wie haben konkrete Fragen zu Klimaschutzmaßnahmen gestellt, das Thema Verkehr wurde dabei außen vor gelassen, da die Redaktion dazu nochmal die Positionen abfragt. Zehn der elf Parteien, die bei am 15. März bei der Kommunalwahl in Würzburg antreten, antworteten auf die Fragen der Redaktion. Die AfD nicht. 

Da die Temperatur in der Würzburger Innenstadt in den vergangenen Sommern schon hoch war, haben wir gefragt: Mit welchen Maßnahmen wollen sie für eine Abkühlung in der Innenstadt sorgen?

Wie soll in heißen Sommern die Stadt gekühlt werden?

Für mehr Grün in der Stadt, entweder durch Entsiegelung von Flächen, Fassadenbegrünungen oder die Umsetzung des Bürgerentscheids zum Kardinal-Faulhaber Platz setzen sich alle Parteien mehr oder weniger ein. Die CSU möchte zusätzliche Bäume und Entsiegelung - wenn möglich. Der SPD ist die Rettung der Bäume sogar ein eigenes Baumschutzkonzept wert. ÖPD und Grüne haben das Konzept der Schwammstadt in ihrem Programm. Hier geht es darum, Regenwasser zu speichern und damit Stadtgrün zu bewässern. Damit wäre eine natürliche Klimaanlage für die Stadt geschaffen.

Bei der Fassadenbegrünung gibt es ebenfalls unterschiedliche Modelle. Die Freie Wähler Gemeinschaft (FWG) will die Dächer der 280 Haltestellen begrünen. Die FDP alle Gebäude dazu untersuchen. Die Liste Zukunft für Würzburg (ZfW) möchte private Fassadenbegrünung bezuschussen. SPD und Grüne haben ebenfalls diese Maßnahme im Programm.

Fischluftschneisen sind für CSU, SPD, Grüne und Linke wichtig. Sie sollen freigehalten werden. Außerdem setzten sich die Grünen für mehr Wasserflächen in der Stadt ein. Auch die CSU, das Bürgerforum und die FDP wollen diese. Die Renaturierung von Stadtbächen wollen Würzburger Liste (WL) und Grüne.

Wie wird der Kohlendioxid-Ausstoß reduziert?

Da die Stadt sich vorgenommen hat, bis 2045 klimaneutral zu werden, war die zweite Frage: Mit welchen Maßnahmen wollen sie den CO2-Ausstoß in Würzburg reduzieren?

CSU und FDP nennen hier die bereits beschlossene und teilweise sogar bereits ausgeführte Modernisierung des Heizkraftswerks. Die Grünen wollen das Kraftwerk in den kommenden Jahren von Gas auf CO2-freier Nutzung umstellen. Hierzu soll aus Windkraftüberschüssen produziertes Methan oder Wasserstoff genutzt werden. Die SPD fordert auf dem Energiesektor die Gründung von Energiegenossenschaften,  um die Energiewende dezentral zu gestalten und Einnahmen in Würzburg zu belassen. Grüne, WL und ZfW wollen das Fernwärmenetz ausbauen und Anreize zur stärkeren Nutzung schaffen. 

Beim Thema energetische Sanierung von Gebäuden wollen fast alle Parteien CO2 einsparen. Besondere Ideen hat die ÖDP, die eine Aufklärungskampagne fordert und die Linke, die Mini-Windkraftanlagen in der Stadt vorschlägt. Bei SPD und Grünen steht der Bau mit Holz als effiziente Methode im Programm.

Fazit: Die Unterschiede im Klimaschutz

Besonders in der Beurteilung, ob in Würzburg ein Klimanotstand herrscht, unterscheiden sich die Parteien: CSU, Freie Wähler und FPD halten den Begriff Klimanotstand für übertrieben, die anderen Parteien finden ihn zutreffend.

Während die Würzburger Liste und das Bürgerforum die bereits laufenden Maßnahmen von Stadtrat und Verwaltung für ausreichend halten, genügt das anderen nicht: Grüne, ÖDP, SPD, Linke, sowie mit Abstrichen die ZfW wollen am weitesten gehen, um den Klimaschutz voranzutreiben. Ein klarer Kurswechsel, wie ihn diese Parteien wollen, ist bei CSU, FWG und Bürgerforum nicht zu erkennen. Die CSU hat zwar einige neue Maßnahmen im Programm, betont aber auch, dass bereits schon sehr viel erreicht sei.

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