Würzburg

Kolumne zur Wahl: Markus Söder, Corona und  Kondome

Die Corona-Angst soll niemanden vom Wählen abhalten, sagt der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Er erlaubt sogar, den eigenen Stift mit ins Wahllokal zu nehmen.

Dass die Menschen in Bayern vor lauter Angst vor einer Ansteckung mit dem Coronavirus am Sonntag nicht wählen gehen, fürchtet der bayerische Innenminister Joachim Herrmann. Der CSU-Politiker mahnt jetzt, niemand sollte sich von der Wahl abhalten lassen, eine Verschiebung der Abstimmung sei derzeit nicht geplant. 

Um zu beruhigen teilt Herrmann mit, dass er die Landratsämter und Rathäuser angewiesen hat, in allen Wahllokalen gut sichtbar "Verhaltensregeln zum Schutz vor Infektionskrankheiten" auszuhängen. Außerdem sollen sie für "ausreichend Handreinigungsmittel" in den Wahllokalen sorgen. Und noch ein Angebot gegen die Corona-Angst macht der Minister: Niemand müsse fürs Ankreuzen auf den Stimmzetteln die Stifte nutzen, die dort bereitstehen. Wähler dürften ihren eigenen Schreibstift verwenden. Na, dann kann ja wirklich nichts mehr schief gehen.

Ein Video vom Ministerpräsidenten

Derweil geht der Wahlkampf in die letzte Phase. Die CSU hat sich zur Mobilisierung etwas Besonderes einfallen lassen. Wer Lust hat, kann digital für seinen Kumpel oder die Kollegin einen persönlichen Wahlaufruf bei Parteichef Markus Söder ordern. Und so ist es dann der Ministerpräsident höchstselbst, der den überraschten Video-Empfänger nicht nur namentlich anspricht und an die Kommunalwahl erinnert, sondern ihm dazu selbstverständlich auch die Kandidaten der CSU ans Herz legt.

Aufwändiger ist die Kampagne, mit der die Jungsozialisten in Schweinfurt Werbung für SPD-Frau Marietta Eder machen. Gemeinsam mit der Oberbürgermeister-Kandidatin ziehen sie durch die Kneipen und Clubs der Stadt und verteilen dabei zum einen Streichhölzer ("Auch hier sind wieder nur die Roten zu gebrauchen"), zum anderen auch Kondome - unter dem schönen Motto "Proletarier aller Länder, vereinigt euch". Vergesst beim Vereinigen aber nicht, die SPD zu wählen, hätte man vielleicht ergänzen sollen.

Ein Grüner umwirbt die Rothosen

Nicht ungeschickt auch Martin Heilig, der Grünen-Oberbürgermeisterkandidat in Würzburg. Der stellte sich am Samstag vor dem Drittliga-Heimspiel der Würzburger Kickers gegen Waldhof Mannheim mit rot-weißem Kickers-Schal mit vielen Mitstreitern vors Stadion am Dallenberg und verteilte dort Werbematerial an die Tausenden von Fans, die hier vorbeizogen. Kontraproduktiv könnte sich die Aktion allerdings auswirken, falls die Anhänger des Lokalrivalen Würzburger FV von ihr Wind bekämen.

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